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Angespannte deutsch-türkische Beziehung FDP-Bundestagsabgeordneter fordert Rückzug von Özil und Gündogan aus der Nationalmannschaft

Die türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan posieren mit Erdogan für Fotos – und werden dafür in Deutschland scharf kritisiert.
Update: 15.05.2018 - 14:07 Uhr 4 Kommentare

„Özil und Gündogan sollten von der WM ausgeschlossen werden“

BerlinDie Kritik an den Fußball-Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen ihrer Bilder mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reißt nicht ab. Vor der Nominierung des vorläufigen Kaders für die Fußball-WM in Russland melden sich weitere Politiker zu Wort.

Der FDP-Politiker Oliver Luksic legte beiden Spielern den Rückzug aus der Nationalmannschaft nahe. „Für wen Erdogan und nicht Steinmeier der Präsident ist, sollte nicht für die Nationalmannschaft spielen“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt.

Auch der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisierte Özil und Erdogan scharf. „Niemand erwartet von unseren Nationalspielern mit Migrationshintergrund, dass sie ihre Herkunft verleugnen. Aber von denen, die für unser Land spielen, sollten wir schon erwarten, dass sie wissen, dass nicht Erdogan, sondern Steinmeier ihr Präsident ist“, sagte der frühere Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt.

„Es ist mehr als nur befremdlich, dass beide auf diese Weise einem antidemokratischen, autoritären Herrscher huldigen“, so Bosbach weiter. Er ging damit zugleich auf Distanz zu der seiner Meinung nach „moderaten Reaktion“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Dessen Präsident Reinhard Grindel hatte es als „nicht gut“ bezeichnet, dass sich die beiden Nationalspieler für Erdogans Wahlkampfmanöver missbrauchen ließen und erklärt: „Der Integrationsarbeit des DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen.“ Bosbach sagte dazu: „Die moderate Reaktion des DFB lässt sich nur damit erklären, dass man dort alles unterlassen möchte, was Unruhe in die WM-Vorbereitung bringen könnte.“

Özil und Gündogan hatten sich in einem Londoner Hotel mit Erdogan getroffen und ihm Trikots von ihrer jeweiligen Vereinsmannschaft überreicht. Fotos davon wurden unter anderem von Erdogans Partei AKP in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Gündogan hatte sein Trikot mit der Widmung versehen: „Mit Respekt für meinen Präsidenten“.

Die Widmung von Gündogan auf dem Trikot für den türkischen Präsidenten erhitzt die Gemüter zusätzlich. Quelle: dpa
Spezielle Widmung

Die Widmung von Gündogan auf dem Trikot für den türkischen Präsidenten erhitzt die Gemüter zusätzlich.

(Foto: dpa)

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek nahm die Nationalspieler gegen Kritik in Schutz. Dass auch Fußballspieler zu manchen „Torheiten“ fähig seien, zeige das Treffen Özils und Gündogans mit Erdogan. „Das ist erstmal keine Überraschung, soll’s ja bei Politikern auch geben“, sagte Janecek. Man solle daher die Kirche im Dorf lassen.

„Ich habe keine Zweifel, dass die Loyalitäten von Özil und Gündogan klar beim DFB und den Werten der deutschen Fußballnationalmannschaft liegen“, betonte der Grünen-Politiker. „Das haben sie mit vielen großartigen Spielen für unser Team ausgiebig bewiesen.“

Scharfe Kritik äußerte Janecek an der Die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel, die erklärt hatte, dass Özil und Gündogan nicht zum deutschen Kader für die Fußball-WM gehören sollten. Janecek sagte dazu: „Was wir in unserem freiheitlichen Land ganz sicher nicht brauchen, sind irgendwelche dümmlichen Gesinnungstests für unsere Nationalspieler, wie sie Frau Weidel jetzt implizit fordert.“

Kritik kam auch von der Linken. „Im Londoner Luxushotel mit dem Despoten Erdogan zu posieren und ihn auch noch als 'meinen Präsidenten' zu hofieren, während in der Türkei Demokraten verfolgt und kritische Journalisten inhaftiert werden, ist ein grobes Foul“, erklärte die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen. „Der Bundespräsident eines deutschen Nationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, und das Parlament heißt Deutscher Bundestag“, sagte der frühere Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir.

Der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Detlev Pilger, sprach von der „Huldigung für einen Politiker, der die Pressefreiheit mit Füßen tritt und die Menschenrechte einschränkt“. Özil und Gündogan „spielen schließlich für die deutsche Nationalmannschaft. Daher sollten sie auch Loyalität gegenüber dem deutschen Staat zeigen“, sagte er der „Rhein-Neckar-Zeitung“.

Der sportpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Eberhard Gienger, sagte, das Verhalten der Nationalspieler laufe den Bemühungen um Integration der Türken in Deutschland zuwider. „Wir wollen, dass die türkischen Mitbürger hierzulande die Bundesrepublik als ihr Land betrachten. Und dann bekennen sich zwei herausragende Persönlichkeiten zu einem anderen Staat. Das ist nicht in Ordnung“, sagte der ehemalige Kunstturner.

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4 Kommentare zu "Angespannte deutsch-türkische Beziehung: FDP-Bundestagsabgeordneter fordert Rückzug von Özil und Gündogan aus der Nationalmannschaft "

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  • Ohne die" Mafia" im Hintergrund Spielerberater Spielerfamilien mit hohem Einfluss und Anwälten alle samt Türken und in einem Stall würden beide sonst nicht mitfahren. Ein Deutscher Spieler der AFD nahe würde sofort fliegen und Honig würde über DFB und Löw ausgegossen.

    Eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus. Das ist der unterwanderte DFB.

  • Als Nationalist bin icfh dafür, dass unsere Botschaften weltweit deutsche Pässe verteilen.

    So gewinnen die "Deutschen" weltweit die Mehrheit und Jeder kann in der deutschen Nationalmannschaft spielen. Gehen die gegnerischen Mannschaften aus, kann zur Not die erste Garnitur gegen die B-Mannschaft spielen.

  • Einen Staat der seine Grenzen nicht verteidigen kann, den gibt es nicht und auch eine National-Mannschaft nicht. Das ist alles nur ein Fake, schließlich ist man Bevölkerung im Irgendwo im Nirgendwo.

  • Der Ansatz ist falsch. Die Sportler sind auf Marketing getrimmt. Je mehr Marketing-Termine, je bekannter, je bekannter, je mehr Einnahmen. -> Fokus Einkommensmaximierung

    Wir sollten unseren "nationalisischen" Betrachtungswinkel vielleicht mal anpassen. Bayer ist auch nicht erfolgreich, weil da "nur" Bayern spielen.

    Das Team "Deutschland" steht eben nicht für das deutsche Grundgesetz, die christlich-jüdische Wertetradition, sondern für den Standort Deutschland! Wir wären klug viel mehr "Ausländer" bei uns spielen zu lassen. So ein "Fake-Pass" den es benötigt, können wir doch guten Herzens ausstellen, wenn wir dadurch die Gewinnchancen maximieren.

    Wir sollten auch nicht die Deutsche Nationalhymne singen lassen, sondern eine eigens entwickelte TEAMhymne. Dann können alle mitmachen und dadurch den Teamgeist steigern, der für den Titelgewinn auch wichtig ist. Wir müssen den Nationalismus auch im Sport überwinden. Es zählt die sportliche Leistung der Menschen und nicht der Pass, den sie haben und schon gar nicht die politische, reliigöse oder sexuelle Orientierung!