Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Kämpfer 110 Schülerinnen in Nigeria noch immer vermisst - Schule geschlossen

Vor einer Woche haben mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer eine Schule in Nigeria angegriffen. Der Vorfall erinnert an die Entführung christlicher Mädchen 2014.
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Viele Eltern trauen sich inzwischen nicht mehr, ihre Töchter in die Schule zu schicken. Quelle: AP
Angegriffene Schule in Nigeria

Viele Eltern trauen sich inzwischen nicht mehr, ihre Töchter in die Schule zu schicken.

(Foto: AP)

LagosEine Woche nach einem Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Kämpfer auf eine Schule in Nigeria werden noch immer 110 Schülerinnen vermisst. Die weiterführende Schule in Dapchi im Nordosten des Landes sollte am Montag wieder eröffnet werden, blieb aber geschlossen, da etliche Schülerinnen aus Angst wegblieben, wie der Bildungskommissar des Bundesstaates Yobe, Mohammed Lamin, und Eltern sagten. „Ich suche nach einer Schule in einem anderen Ort, wo es sicher ist für meine Tochter, in die Schule zu gehen“, sagte Mohammed Ibrahim, der Vater einer Schülerin.

Unbekannte hatten vergangene Woche die Schule in Dapchi gestürmt. Daraufhin herrschte tagelang Ungewissheit, was mit den Mädchen geschah. Die Regierung des westafrikanischen Landes bestätigte am Sonntag, dass 110 Schülerinnen vermisst werden. Bei den Angreifern handelte es sich demnach mutmaßlich um Kämpfer der Terrormiliz Boko Haram. Die Streitkräfte haben nach eigenen Angaben weitere Flugzeuge eingesetzt, um die Mädchen zu suchen.

Boko Haram sorgte 2014 mit der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok weltweit für Entsetzen. Viele von Boko Haram entführte Mädchen und Frauen werden als Sexsklavinnen gehalten oder zwangsverheiratet. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe sind im Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet worden.

  • dpa
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