Angst vor Kapitalflucht Euro-Krisenländer sträuben sich gegen Zwangsanleihen

In Deutschland fordern immer mehr Politiker eine Zwangsanleihe für die angeschlagenen Euro-Krisenstaaten. Doch in den Ländern selbst wächst der Widerstand gegen diese Maßnahme. Diskutiert werden aber andere Modelle.
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huGO-BildID: 27121815 epa03303632 A tourist tries to protect herself from the sun as she walks past the Parthenon Temple in Athens, Greece, 11 July 2012. Temperatures in the Greek capital reached 40 degrees Celsius, reports state. EPA/ALKIS KONSTANTINIDIS +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

huGO-BildID: 27121815 epa03303632 A tourist tries to protect herself from the sun as she walks past the Parthenon Temple in Athens, Greece, 11 July 2012. Temperatures in the Greek capital reached 40 degrees Celsius, reports state. EPA/ALKIS KONSTANTINIDIS +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Mailand, BerlinViele deutsche Politiker - angefangen bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) - können sich eine Zwangsanleihe als Instrument zur Haushaltssanierung vorstellen: Allerdings nicht in Deutschland, sondern in den Ländern Südeuropas, die gegen immens gestiegene Zinsen kämpfen. Die reichen Privatleute Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands könnten so stärker als bisher einen Beitrag zur Lösung der immensen Probleme ihrer Länder leisten. Doch der Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stößt in Südeuropa auf ebenso wenig Gegenliebe wie die Idee einer Umsetzung in Deutschland bei deutschen Politikern. Die EU-Kommission verweist darauf, dass sie Euro-Staaten nicht vorschreibt, welche Instrumente sie zur Etatsanierung nutzen.

In Spanien und Portugal war eine Zwangsanleihe bisher nie Thema. In Italien hatten die Ökonomen Jean-Paul Fitoussi und Gabriele Galateri di Genola dies zwar im September vergangenen Jahres vorgeschlagen - allerdings ohne Resonanz. Giuseppe Ferraguto, Professor an der Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi, hält Zwangsanleihen für eine schlechte Idee. "In diesen Zeiten, in denen vieles an den Märkten Psychologie ist, reicht es allein, dass man darüber diskutiert, damit die Investoren fliehen", mahnt er. Im Übrigen wäre eine Zwangsanleihe in Italien ebenso wie in Deutschland verfassungswidrig. Man könne niemanden zwingen, Anleihen zu kaufen.

Diskutiert wird statt über Zwangsanleihen von Portugal bis Griechenland dagegen über Vermögens- und Immobiliensteuern. Bei seinem Amtsantritt hatte auch Mario Monti zunächst die Einführung einer Vermögensteuer geplant - er scheiterte damit aber am Widerstand von Berlusconis Partei PDL. Er führte dann die von Berlusconi abgeschaffte Immobiliensteuer auf Eigenheime wieder ein. Zudem lässt Monti die Katasterwerte neu berechnen: Dort standen zentral gelegene Luxuswohnungen mit viel zu niedrigen Werten. Außerdem hat Monti auf Vermögen im Ausland eine Steuer von 0,1 Prozent eingeführt.

Wie das Thema Zwangsanleihen in Griechenland diskutiert wird
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23 Kommentare zu "Angst vor Kapitalflucht: Euro-Krisenländer sträuben sich gegen Zwangsanleihen "

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  • "Gold gab ich für Eisen" würden sich reiche griechische Reeder denken,wenn das schief gehen sollte und der Staat endgültig in die Pleite rutscht,das Geld wäre dann futsch,nein ,da schaffen sie es lieber in´s Ausland und zahlen weiterhin 0 Steuern,da "liegt der Hund begraben".

  • Ja, 25% Zwangsanleihen beim schätzungsweise 20.000.000.000 € „Geld“ Vermögen alle Reiche der EU Länder, ergeben 5.000.000.000. Diese Geld Summe kann eine ökonomische Basis/Stabilisierung alle EU Länder bewirken.
    Voraussetzung:
    a)Neu Fiskalpolitik kontrolliert von der Geldgeber (Reichen)
    und b) die Investoren (Reichen) erhalten 2% Zinsen, und erhalten alle 5 Jahren 20% ihres geliehen Kapitals zurück.

  • Muss nicht sein. Es bleibt eine Extreme Inflation

  • Bitte beachten: ZwangsANLEIHE nicht ZwangsENTEIGNUNG.
    Damit ist der Schuldenberg der selbe. Lediglich die Zinszahlungen gehen runter

  • Kompliment,
    Sie haben es begriffen!
    Ohne erfolgreiche Unternehmer in der Realwirtschaft verhungert die nach gelagerte Dienstleistungsindustrie. Auch die Investment Banker generieren mit wenigen Ausnahmen nur Wertschöpfung infolge ausgelagerter Dienstleistungen. Das Gros ist Blendwerk. Die jetzige Phase der Quasinullzinspolitik führt die kapitalgedeckte Lebens- und Rentenversicherung längerfristig in die Insolvenz.

  • Ich bin für diese Zwangsanleihe. In allen EU-Ländern. Denn alle sind über Limit verschuldet. Und sicher ist es eine Schande für den Staat so etwas beschließen zu müssen. Aber die Politik hat gemeinsam mit Brüssel das Chaos auch verursacht und nicht rechtzeitig gegengesteuert. Die Alternative der Südländer, alle Schulden auf Deutschland abzuladen, ist ja auch nicht unbedingt problemlösend, weder für die EU noch für Deutschland!

  • Unser jetziges System wird auf 5-10 Jahre nicht überstehen!
    Es gibt zuviel Vermögen im Verhältnis zur weltwirtschafts Leistung!
    Dem Kapital laufen die solventen Schuldner weg!

  • ES REICHT ! Monti & Co überlegen sind um keinen Einfall und keine Intrige verlegen, wie sie es schaffen dass saublöde deutsche Arbeitnehmerzahlaffen in die Staatskasse der Südländer einzahlen. Und das während die italienische Bevölkerung ein höheres Privatvermögen als die deutsche hat. Soviele X5 wie in Italien sehe ich sonst in keiner Ecke Europas rumfahren. Schaut euch doch mal die ganzen Villen an zwischen Rom und Bergamo. Und das ist nur der Teil der nicht in der korrupten Schattenwirtschaft versteckt wird. Italien soll sich das Geld das es braucht GEFÄLLIGST von seinen eigenen Leuten holen.

    Und was machen unsere Politiker: Sie verraten das eigene Volk, sind den gerissenen Südländern nicht gewachsen, lassen sich über den Tisch ziehen und führen noch unsere Kindeskinder in die angeblich so "alternativlose" nie mehr zu beendende Transferknechtschaft. Hier gibt es jede Menge Schweiß, Blut und Tränen aber gleichzeitig nicht mal genug Kitas für unsere Kinder und dort kriegen sich die Haus- und Yachtbesitzer vor Lachen nicht mehr ein. Ich sch* auf dieses Europa

  • Wenn unserer Bevölkerung durch BILD und andere Massenblätter immmer noch vorgepielt wird, wir müssen den Euro retten, indem wir Unsummen in die ärmeren Länder pumpen, dann ist das schlicht gelogen!

  • Außerdem können die Griechen ihre Schulden bequem selbst zahlen, denn sie haben Erdöl, Erdgas und jede Menge Gold!
    Merkwürdigerweise jedoch wird das in sämtlichen Medien totgeschwiegen!
    Derzeit beuten die Amis und die Israelis die Reichtümer der Griechen aus, wie eine Schlupfwespe die Raupe aussaugt, die es erst merkt, wenn sie bereits so gut wie tot ist! Dann aber ist alles zu spät.

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