Anhaltende Proteste Konfliktparteien in Nicaragua

Die Situation in Nicaragua eskaliert zusehends. Dabei soll am Freitag ein Friedensdialog beginnen.
Update: 15.06.2018 - 11:08 Uhr Kommentieren
Die Bewohner des mittelamerikanischen Staates protestieren weiter gegen die Regierung von Präsident Ortega. Quelle: AFP
Nicaragua

Die Bewohner des mittelamerikanischen Staates protestieren weiter gegen die Regierung von Präsident Ortega.

(Foto: AFP)

ManaguaKurz vor den angesetzten Friedensgesprächen spitzt sich die Lage in Nicaragua weiter zu. Eine Menschenrechtsorganisation will dem Vorwurf nachgehen, dass gegen Demonstranten giftige Pestizide eingesetzt wurden. Es gebe Berichte darüber, dass die Regierung in mehreren Städten des lateinamerikanischen Landes von Flugzeugen aus Pestizide auf die Menschen sprühen ließ, erklärte der Direktor der Vereinigung für Menschenrechte Nicaraguas, Alvaro Leiva, am Donnerstag (Ortszeit).

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, die gegen den autoritären Präsidenten Daniel Ortega auf die Straße gehen, dessen Unterstützern und der Polizei erschüttern das Land seit Wochen. Leiva zufolge berichteten Augenzeugen nun von zwei Flugzeugen, die in den Städten Diriamba und Jinotepe eine streng riechende Chemikalie über Demonstranten verteilt hätten. Einige hätten danach über Erbrechen und Schwindel geklagt.

Wegen der Menschenrechtsverstöße sei internationale Hilfe geboten, so Leiva. Seit Mittwochnacht seien weitere sechs Tote, sieben Verletzte und mindestens zehn Festnahmen registriert worden, sagte Leiva dem nicaraguanischen Fernsehen. Verantwortlich dafür sei die Regierung.

Nach Angaben des Zentrums für Menschenrechte (Cenidh) sind in knapp zwei Monaten 164 Menschen ums Leben gekommen, 1400 wurden verletzt. Die Regierung selbst gibt die Zahl der Toten mit 46 an.

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) der Organisation Amerikanischer Staaten rief die Regierung zum Stopp der Gewalt und Unterdrückung von Demonstranten auf. US-Vizepräsident Mike Pence warf Ortega vor, das Land mit einer Welle der Gewalt zu überziehen. Den Verbrechen der Regierung müsse ein Ende gesetzt werden, so Pence.

Am Donnerstag legte zudem ein von der Oppositions-Allianz ausgerufener Generalstreik das Land lahm. Straßen blieben leer, Geschäfte geschlossen. Auch der öffentliche Verkehr und der private Güterverkehr wurden ausgesetzt.

Für Freitag ist eine Wiederaufnahme des Friedensdialogs zwischen der Regierung und der zivilen Opposition vorgesehen, die Ortegas Rücktritt fordert. Die katholische Kirche soll zwischen beiden Seiten vermitteln.

  • dpa
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