Ankündigung steht offenbar bevor Hillary Clinton startet ihren Wahlkampfmarathon

Am Sonntag soll es soweit sein: Dann will die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton laut Medienberichten für die Demokraten in das Rennen um die Präsidentschaft einsteigen. Doch eine Affäre belastet ihre Bewerbung.
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Hillary Clinton will erste Präsidentin werden

WashingtonDer Schritt wird schon länger erwartet, nun könnte es am Wochenende soweit sein: Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton wird nach Informationen aus ihrem Umfeld wohl offiziell in das Rennen um die Präsidentschaft einsteigen. Die „New York Daily News“ berichtete unter Berufung auf eine Clinton nahestehende Person, die frühere First Lady werde am Sonntag ihre Bewerbung um die Kandidatur der Demokraten für die Wahl im kommenden Jahr bekanntgeben. In ihrem Umfeld verlautete, sie könnte ihre Absicht zunächst über soziale Netzwerke wie Twitter verbreiten und dann zu einer Wahlkampfreise aufbrechen.

2008 hatten die Demokraten dem derzeitigen Amtsinhaber Barack Obama den Vorzug gegeben und ihn statt der Ehefrau des einstigen Präsidenten Bill Clinton zum Kandidaten gekürt. Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten. Für die 67-jährige Clinton wäre es wohl die letzte Chance.

Ihr Weg nach (fast) ganz oben
US-Demokratin Hillary Rodham Clinton
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Sie könnte die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika werden: Hillary Clinton gilt längst als Favoritin für die US-Präsidentschaftswahl 2016 – dabei hat sie bisher noch nicht einmal ihre Kandidatur bekannt gegeben.

Als eindeutiges Indiz für eine Kandidatur gilt ihr Bestseller „Hard Choices“
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Wie ein „Vorspiel für eine Kandidatur“ lese sich die Biografie von 2014, so das Urteil der New York Times. Die dazugehörige PR-Kampagne gleiche „einer beschleunigenden militärischen Operation“.

Bewunderung für Merkel
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In „Hard Choices“ schreibt die ehemalige US-Außenministerin auch über ihre Erfahrungen mit Staatschefs aus der ganzen Welt. Für die Bundeskanzlerin empfindet sie tiefe Bewunderung – und wird gern mit ihr verglichen.

Hillary Clinton genießt große Beliebtheit nicht nur bei US-Bürgern
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Bei Twitter hat sie 2,93 Millionen Follower, das Facebook-Profil „Ready for Hillary“ verzeichnet knapp 2,2 Millionen Fans. Nicht wenige davon stammen aus dem Ausland.

Präsidentschaftsvorwahlen 2008
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Die ehemalige First Lady hatte sich bereits 2008 als Kandidatin der Demokraten aufstellen lassen und sich einen langen Vorwahlkampf mit ihrem Parteikollegen Barack Obama geliefert.

Unterstützung für Obama
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Schließlich jedoch unterlag Clinton in der eigenen Partei und unterstützte Barack Obama später im Präsidentschaftswahlkampf.

Popularitätsschub als Außenministerin
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Forbes rankte sie 2011 als Nummer 16 der einflussreichsten Menschen der Welt; bis heute ist sie für Forbes die Nummer 6 der mächtigsten Frauen. Besonders als Außenministerin unter Obama von 2009 bis 2013 konnte Clinton ihre Popularität steigern.

Es wird erwartet, dass Clinton ihre Kampagne stark auf soziale Medien konzentriert, um gerade junge Wähler anzusprechen. Sie muss diese Gruppe gewinnen, wenn sie ins Weiße Haus kommen will. 2008 hatte Clinton beim Vorausscheid der Demokraten gegen Obama verloren, der die sozialen Netzwerke geschickt genutzt hatte, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und mit vielen kleinen Spenden ein großes Wahlkampfbudget zu finanzieren. Dieses Mal dürfte Clinton bei den Demokraten kaum auf ernsthafte Konkurrenz stoßen.

Allerdings setzt ihr die Affäre um einen privaten E-Mail-Server politisch zu. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Quinnipiac University zur Präsidentenwahl legen führende Republikaner in wichtigen Bundesstaaten zu. So liege Clinton in Colorado und Iowa mit US-Senator Rand Paul, der am Dienstag seine Kandidatur bekanntgegeben hatte, etwa gleichauf. In Virginia lag sie dagegen mit 47 zu 43 Prozent vorn. Nicht nur Paul, sondern praktisch alle potenziellen Kandidaten der Republikaner hätten zugelegt, erklärte Wahlforscher Peter Brown.

Die Politikerin hatte als Außenministerin ein privates E-Mail-Konto dienstlich genutzt statt die offiziellen Server der Regierung in Anspruch zu nehmen. Ihr Mail-Server soll zudem in Clintons Haus und damit nur unter ihrer Kontrolle gestanden haben. Dies ist rechtlich kaum zu beanstanden, könnte ihr aber den Vorwurf der Geheimniskrämerei einbringen, der im Wahlkampf leicht instrumentalisiert werden könnte. Bereits im März zeichnete sich in einer Reuters/Ipsos-Umfrage ab, dass auch demokratischen Parteifreunde ihr das übelnehmen. Clinton hat Fehler im Umgang mit ihren E-Mails inzwischen eingeräumt.

  • rtr
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