Annäherung Süd- und Nordkorea einigen sich auf Gespräche

Seit zwei Jahren steht die Kommunikation zwischen Nord- und Südkorea still - nun hat Kim Jong Un Gesprächen über die Olympischen Winterspiele zugestimmt. Das Treffen von Regierungsvertretern soll am Dienstag stattfinden.
Update: 05.01.2018 - 06:22 Uhr Kommentieren

Das sagt Donald Trump zu den neuesten Annäherungen

SeoulNach monatelanger Eskalation mehren sich im Nordkorea-Konflikt die Entspannungssignale. Erstmals seit gut zwei Jahren wollen Regierungsvertreter Nord- und Südkoreas in der nächsten Woche wieder zu Gesprächen zusammenkommen. Die Regierung in Pjöngjang habe die Einladung zu einem Treffen in der Grenzstadt Panmunjom am Dienstag akzeptiert, teilte das Wiedervereinigungsministerium in Seoul am Freitag mit. Dabei solle es um die Teilnahme Nordkoreas an den olympischen Winterspielen in südkoreanischen Pyeongchang im Februar, aber auch um eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen gehen. Auch US-Präsident Donald Trump schlug im Streit über Nordkoreas Atomwaffenprogramm moderatere Töne an und begrüßte die Dialog-Bereitschaft.

Das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium erklärte, die Regierung in Seoul halte an der Forderung fest, dass Nordkorea sein Atomprogramm aufgeben müsse. Zudem werde sie bei den Gesprächen in engem Kontakt mit den USA und ihren anderen Verbündeten bleiben. Beide Seiten müssen ihre Vertreter für das Treffen noch bestimmen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache Südkorea überraschend ein Gesprächsangebot gemacht und auch die Teilnahme an den Winterspielen in Aussicht gestellt. Kim bekräftigte aber zugleich, an dem Atom- und Raketenprogramm festhalten zu wollen und drohte erneut mit der Einsatzbereitschaft der Nuklearwaffen.

Südkorea hatte Kims Gesprächsangebot begrüßt und den 9. Januar für ein Treffen vorgeschlagen. Als Zeichen einer Annäherung hatten die beiden verfeindeten koreanischen Staaten daraufhin am Mittwoch eine direkte Telefonverbindung an der schwer bewachten Grenze wieder aktiviert, um einen Dialog voranzutreiben. Trump führte das Einlenken Nordkoreas auf seine Politik der Stärke zurück. Er hatte sich in den vergangenen Monaten bis zuletzt einen verbalen Schlagabtausch mit Kim und anderen Vertretern der Führung in Pjöngjang geliefert. Beide Seiten überzogen sich mit Kriegsrethorik und Drohungen. Die USA setzten eine Verschärfung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea durch und erhöhten den Druck auf China, seinen Einfluss stärker für ein Einlenken Nordkoreas zu nutzen.

Nach anfänglicher Zurückhaltung begrüßte Trump nun die Bereitschaft zum Dialog zwischen den den koreanischen Staaten. „Gespräche sind gut“, erklärte er am Donnerstag auf Twitter. Trump kündigte zudem an, auf gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea während der olympischen Spiele zu verzichten.

Diese Manöver werden von Nordkorea immer wieder als aggressiver Akt sowie Vorbereitung einer Invasion gewertet und führten regelmäßig zur Eskalation der ohnehin gespannten Beziehungen. Nordkorea hat sein Raketen- und Atomprogramm im vergangenen Jahr massiv vorangetrieben und verstößt damit gegen zahlreiche UN-Resolutionen. Die Staatsführung hat wiederholt gedroht, den südlichen Nachbarn sowie Japan und die USA zu zerstören. Nach eigenen Angaben kann Nordkorea mit Atomraketen das gesamte US-Gebiet erreichen.

  • rtr
  • dpa
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