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Anschläge in Madrid Schröder sieht „neue Qualität“ des Terrors

Bei einem der schwersten Terroranschläge seit dem 11. September 2001 in den USA sind am Donnerstag in Spanien mindestens 186 Menschen ums Leben gekommen. Drei Tage vor der Parlamentswahl wurden bei Bombenexplosionen in Nahverkehrszügen in Madrid mehr als 1000 weitere Menschen verletzt.

HB MADRID. Die Anschlagsserie lässt nach Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder eine „neue Qualität“ des Terrors erkennen. Dieses Ausmaß an Terror habe es in Europa in letzter Zeit nicht gegeben, sagte Schröder am Donnerstag. Bundesregierung und Parteien verurteilten die Anschläge und äußerten ebenso wie Bundespräsident Johannes Rau Entsetzen und Empörung. Innenminister Otto Schily bot den spanischen Behörden Hilfe des Bundeskriminalamts an.

Die spanische Regierung machte die baskische Untergrundorganisation ETA dafür verantwortlich. Die Bomben bestanden aus dem üblicherweise von der ETA benutzten Sprengstoff, wie Innenminister Angel Acebes sagte. Das Terrornetzwerk El Kaida oder andere islamistische Gruppen schloss er als Täter aus. Unter den Opfern sind viele Schüler und Studenten.

Insgesamt waren im morgendlichen Berufsverkehr zehn Bomben fast zeitgleich in vier Pendlerzügen explodiert, die auf dem Weg in die spanische Hauptstadt waren. Drei weitere, in Reisetaschen versteckte Sprengsätze wurden entdeckt und kontrolliert gesprengt. Eine vorherige Warnung gab es nicht. Wegen der vielen Schwerverletzten befürchteten Rettungskräfte einen weiteren Anstieg der Todesopfer. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben noch am Nachmittag damit beschäftigt, Tote aus den zerstörten Zugwaggons zu bergen. Es waren die blutigsten Anschläge in der jüngsten Geschichte Spaniens.

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