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Anschläge offenbaren Sicherheitsdefizite Mullahs gewinnen in Pakistan an Macht

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Der von Musharraf verkündete „Krieg gegen den Dschihad“ sei Augenwischerei, kritisiert Samina Ahmed, Südasiendirektorin des unabhängigen Brüsseler Think Tanks International Crisis Group. „Seit er religiöse Parteien wie die JUI als konstitutionelles Feigenblatt für seine Militärherrschaft benutzt hat, hängt Musharrafs politisches Überleben von den Fundamentalisten ab.“ Daher habe der General auch sein Versprechen nicht erfüllt, die Koranschulen zurückzudrängen, aus denen Moslemextremisten ihren Nachwuchs rekrutieren. Ahmed schätzt die Zahl der Schüler in Pakistans zehntausend Madrassas auf 1,5 Millionen. Dass Musharraf inzwischen viele Extremistenorganisationen offiziell verboten hat, sei Kosmetik: „Sie operieren weiter und sammeln Geld, ihre Führer sind frei und predigen in der Hauptstadt offen Dschihad.“

Dabei haben die meisten Pakistanis mit den Fundamentalisten nichts am Hut. In Lahores verwinkelten Basarstraßen sind Frauen zwar rar und fast alle verschleiert, aber lange Bärte, Erkennungszeichen für strenggläubige Moslems, sind selten. Wenn der Muezzin am Freitag zum Mittagsgebet ruft, bleiben viele Läden offen.

Aber Lahore ist Vorzeige-Pakistan und nicht repräsentativ für das Image des Landes im Ausland. Spätestens seitdem ans Licht kam, dass es im Zentrum des größten Atomschmuggelskandals der Geschichte steht, steht Pakistan im Ausland am Pranger. Der Westen hat deshalb ein elementares Interesse an einer stabilen und friedlichen Zukunft des Landes. Doch dafür bräuchte es starke Institutionen und respektierte Führer. „Parlament, Gerichte, Parteien, Polizei, Universitäten – unsere Institutionen sind bis in den Kern verrottet“, sagt ein bekannter Volkswirt, der sich nicht namentlich zitieren lässt.

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