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Anthony Fauci Ein Virologe stört den Wahlkampf des US-Präsidenten

Der Chef der Infektionsbehörde warnt immer wieder vor einer Verschlimmerung der Lage. Nun versucht die US-Regierung, ihn gezielt zu diskreditieren.
14.07.2020 Update: 14.07.2020 - 23:37 Uhr Kommentieren
Der Chef der US-Infektionsbehörde hat stets vor der Gefährlichkeit des Virus gewarnt. Quelle: AFP
Anthony Fauci

Der Chef der US-Infektionsbehörde hat stets vor der Gefährlichkeit des Virus gewarnt.

(Foto: AFP)

Washington Noch betritt Anthony Fauci, Chef der US-Infektionsbehörde, das Weiße Haus für Termine. Allerdings soll er laut US-Medien seit fünf Wochen nicht mehr in direktem Kontakt mit Präsident Donald Trump stehen – und das inmitten der Corona-Pandemie, die sich in den USA weltweit am schnellsten ausbreitet.

Zuletzt versuchte die Regierungszentrale, die Arbeit des Top-Immunologen zu diskreditieren, indem sie eine Liste von Vorwürfen an Redaktionen verschickte. Fauci, so die Kritik, habe das Virus falsch eingeschätzt und unklare Empfehlungen abgegeben.

Tatsächlich äußerte sich der 79-Jährige im frühen Stadium der Pandemie zurückhaltend, etwa zur die Notwendigkeit von Masken. Doch es ist gut dokumentiert, dass Fauci stets vor der Gefährlichkeit des Virus warnte.

Bis heute ist er der prominenteste Experte, der eine Verschlimmerung der Lage für unausweichlich hält, sollten die USA nicht gegensteuern. Diese Rufe stören Trumps Wahlkampf, der Präsident will mit einer blühenden Wirtschaft und offenen Schulen glänzen.

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    Feuern kann Trump Fauci allerdings nicht, oder nur unter sehr schwierigen Umständen. Als Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) ist Fauci ein Berufsbeamter. Trump beschränkt sich bislang auf öffentliche Kritik an Faucis Expertise, räumt aber ein: „Ich mag ihn persönlich.“

    Fauci meldet sich gezielt zu Wort

    Politisch eingeschränkt wird Fauci auf andere Weise. Das Weiße Haus entzieht der Coronavirus-Task-Force zunehmend die Handhabe und überlässt das Krisenmanagement den Gouverneuren der Bundesstaaten. Fauci selbst meldet sich gezielt zu Wort und lässt sich nicht auf eine Schlammschlacht ein.

    Der Mann hat einiges gesehen in seinem Berufsleben: Er kümmert sich seit über 50 Jahren in verschiedenen Funktionen um die Gesundheit in den USA und war Berater für jeden US-Präsidenten seit Ronald Reagan. Fauci forschte zu HIV und AIDS, zur Schweinegrippe und zu Ebola.

    Aufgewachsen ist er im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Laut US-Medien steht Fauci derzeit unter Personenschutz, weil er wegen seiner strikten Empfehlungen Morddrohungen erhält.

    Biden wirft Trump Verunglimpfung von Gesundheitsexperten vor

    Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, wirft Trump vor, in der Corona-Pandemie Gesundheitsexperten schlechtzumachen. „Herr Präsident, bitte hören Sie auf unsere Gesundheitsexperten, statt sie zu verunglimpfen“, sagte Biden am Dienstag bei einem Auftritt in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware.

    In der Coronakrise sei es bereits so schlimm gekommen, „dass sogar Donald Trump endlich entschieden hat, eine Maske in der Öffentlichkeit zu tragen“. Dies sei allerdings nicht genug. Biden kritisierte auch Trumps Bestreben, das Land rasch zur Normalität zurückzuführen. „„Jetzt alles öffnen“ ist keine Erfolgsstrategie.“

    Trump wird immer wieder vorgeworfen, dass er sein Augenmerk vor allem auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft legt und das Ausmaß der Pandemie im Land trotz der Daten herunterspielt. Zudem wird Trump vorgehalten, er sei ein schlechtes Vorbild, weil er normalerweise keine Maske in der Öffentlichkeit trägt. Bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus am Samstag hatte Trump erstmals öffentlich einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

    Seit vergangener Woche haben die USA pro Tag rund 60.000 Neuinfektionen verzeichnet, eine Besserung ist nicht in Sicht. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land insgesamt bereits rund 3,4 Millionen Infektionen nachgewiesen, mehr als 136.000 starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.

    Die Corona-Pandemie hat sich auch erheblich auf den Wahlkampf ausgewirkt. Biden will den Republikaner Trump am 3. November herausfordern.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: USA stecken noch „knietief“ in der ersten Welle der Pandemie

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