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Anthony Scaramucci Trumps Ex-Pressesprecher ist nun einer seiner prominentesten Widersacher

Mit drastischen Worten wettert der Wallstreet-Manager gegen den US-Präsidenten. Er kämpft jetzt für Joe Biden – und eine neue republikanische Partei.
19.10.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Ex-Pressesprecher positioniert sich als Insider, der weiß, wie es im Weißen Haus wirklich zugeht. Quelle: AFP
Anthony Scaramucci

Der Ex-Pressesprecher positioniert sich als Insider, der weiß, wie es im Weißen Haus wirklich zugeht.

(Foto: AFP)

Denver Anthony Scaramucci hat schnell gelernt, aus seinen Fehlern Kapital zu schlagen. Gerade mal elf Tage hielt er sich 2017 als Pressesprecher im Weißen Haus, bevor ihm ungezügelte Aussagen über seinen Chef zum Verhängnis wurden. Dafür, dass er Donald Trump unterstützt hat, hat er sich inzwischen entschuldigt. Nun leitet der 56-Jährige wieder seinen New Yorker Hedgefonds Skybridge Capital und ist zu einem lautstarken Kritiker seines ehemaligen Chefs geworden.

„Wir müssen Joe Biden wählen, um die republikanische Partei zu retten“, sagte er dem Handelsblatt. Scaramucci gehört zu einer wachsenden Gruppe von Konservativen, die sich in ihrer Partei nicht mehr wiederfinden und eine Abkehr von Trump fordern.

„Die Republikaner sind zur Trump-Partei geworden, es geht nur um einen Personenkult. Wenn das so weitergeht, dann werden der Partei ganz viele Wähler abspringen, und sie wird nur noch alte, weiße Minderheiten vertreten, die den ganzen Tag Fox-News schauen“, wettert Scaramucci. Er plädiert dafür, die Partei nach Trumps Amtszeit „abzureißen und neu aufzustellen“.

Der Hedgefonds-Manager genießt das Rampenlicht wie eh und je. In seinem Haus in Long Island, eine gute Stunde von Manhattan entfernt, hat er sich ein TV-Studio eingerichtet. Von dort aus lässt er sich immer noch regelmäßig zu CNN und dem Börsensender CNBC zuschalten. Seine „Salt-Konferenz“, bei der er seit Jahren das Who's who aus Politik und Wirtschaft zusammenbringt, findet in diesem Jahr über Video-Schalten statt. Scaramucci positioniert sich als Insider, der weiß, wie es im Weißen Haus wirklich zugeht und der nun lautstark über seinen Seitenwechsel spricht.

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    An der Wall Street findet der Sohn italienischer Einwanderer immer mehr Zuspruch. Lange Zeit haben Investoren Trump unterstützt. Mit seinen Steuersenkungen und Deregulierungsinitiativen war er schließlich gut für die Märkte. Doch die Stimmung hat sich gedreht. Die Wall Street sehne sich nun nach Stabilität und Verlässlichkeit.

    „Trump turnt die Investoren ab“

    Trump dagegen „lässt sich zu schnell ablenken, geht zu schnell in die Luft, hat nur sich selbst im Sinn und nicht das Interesse des Landes“, sagt Scaramucci. „Trump turnt die Investoren ab.“ In den vergangenen Wochen haben sich eine Reihe von Anlegern und Ökonomen für einen deutlichen Wahlsieg von Joe Biden ausgesprochen. Seine Programme würden der Wirtschaft schneller wieder auf die Beine helfen und für die nötige Stabilität sorgen, so die einhellige Meinung.

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    Scaramuccis Comeback an der Wall Street gestaltet sich unterdessen schwieriger als gedacht. Sein Flagschiff-Fonds musste im Sommer Abflüsse von 900 Millionen Dollar verkraften, räumte er ein. Immerhin konnte er seitdem knapp die Hälfte davon wieder an neuen Geldern dazugewinnen.

    Skybridge investiere derzeit verstärkt in den Gesundheitssektor und in Technologie-Unternehmen, die in dieser Branche aktiv sind. Über hypothekenbesicherte Wertpapiere investiert er zudem in den US-Häusermarkt. Der habe sich in der Pandemie deutlich besser geschlagen, als viele zunächst erwartet hatten. „Seit April haben wir eine Rendite von 15 Prozent erzielt“, so Scaramucci. Doch aufs Jahr gesehen liegt sein Fonds immer noch im Minus.

    In die Politik zieht es ihn vorerst nicht zurück. Im Juni gründete er die Spendenorganisation Right Side, gemeinsam mit dem ehemaligen Chef der republikanischen Partei aus Ohio, Matthew Borges. Sie hatte zum Ziel, Republikaner in hart umkämpften Bundesstaaten für Joe Biden zu gewinnen.

    Kommentator im eigenen TV-Studio

    Doch nur einen Monat später wurde Borges wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet. Die eingesammelten Spenden gingen daraufhin an das Lincoln Project, eine Organisation, in der sich einflussreiche Republikaner gegen Trump zusammentun.

    Dass Trump eine Wahlniederlage nicht akzeptieren würde, glaubt Scaramucci indes nicht. „Wenn man eine Demokratie in eine Autokratie verwandeln will, dann braucht man die Hilfe des Militärs. Und auf die kann er nicht bauen, weil ihn viele dort verabscheuen“, glaubt Scaramucci. Damit ist er deutlich optimistischer als viele andere Banker.

    Ob er recht behält, wird sich zeigen. In der Wahlnacht wird er in seinem Studio sein und die Entwicklungen für diverse Fernsehsender kommentieren.

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