Anthony Scaramucci Trumps Kommunikationschef muss Posten räumen

Donald Trumps Kommunikationschef muss seinen Posten nach nicht einmal zwei Wochen im Weißen Haus wieder räumen. Anthony Scaramucci hatte mit vulgären Äußerungen für Schlagzeilen gesorgt.
Update: 31.07.2017 - 23:35 Uhr 2 Kommentare

Trumps Begründung: „Scaramucci ist zu vulgär und war eine Bürde“

Trumps Begründung: „Scaramucci ist zu vulgär und war eine Bürde“

WashingtonUS-Präsident Donald Trump ordnet sein Team im Weißen Haus völlig neu. Am Montag trat der neue Stabschef John Kelly seinen Posten an, der erst elf Tage zuvor als Kommunikationschef angetretene Anthony Scaramucci musste seinen Posten räumen. Wie das Weiße Haus mitteilte, soll Kelly dadurch ein Neuanfang ermöglicht werden.

Die Entlassung Scaramuccis wurde mit dessen Interview-Aussagen aus der vergangenen Woche begründet. Die Wortwahl Scaramuccis in dem Gespräch mit dem „New Yorker“ sei unangemessen gewesen, sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Montag bei einer Pressekonferenz.

Der Kommunikationsdirektor hatte in dem Interview den damaligen Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, sowie den Chefstrategen Steve Bannon mit unflätigen Worten attackiert. Unmittelbar nach der Veröffentlichung hatte sich das Weiße Haus nicht von der Wortwahl distanziert.

Der Abgang Scaramuccis ist die nächste Wendung im dramatischen Machtkampf, der in den vergangenen Tagen die Nachrichten aus dem Weißen Haus dominiert hatte. Zunächst war am 21. Juli der Presssprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, aus Protest gegen die Anstellung von Scaramucci als Kommunikationschef zurückgetreten. Der griff gleich in den ersten Tagen im Amt Trumps Stabschef Reince Priebus in derber Sprache öffentlich an. Trump entließ Priebus schließlich am Freitag und benannte den bisherigen Heimatschutzminister Kelly als Nachfolger.

Berichten zufolge soll es auch Kelly gewesen sein, der von Trump nun die Entlassung Scaramuccis gefordert habe. In der Erklärung des Weißen Hauses hieß es hingegen, der Kommunikationsdirektor habe selbst Kelly die Möglichkeit geben wollen, reinen Tisch zu machen und sein eigenes Team anzuheuern.

Bei der Vereidigung im Oval Office hatte Trump zuvor gesagt, er sei sich sicher, der frühere Heimatschutzminister werde auf seinem neuen Posten fantastische Arbeit leisten. Der Stabschef im Weißen Haus ist eine Art Büroleiter, der unter anderem die Termine des Präsidenten koordiniert und damit auch Einfluss darauf hat, wer zu Trump vorgelassen wird und wer nicht.

Trump versuchte, die Querelen im Weißen Haus herunterzuspielen. „Höchster Aktienmarkt jemals, beste Wirtschaftszahlen seit Jahren, niedrigste Arbeitslosenzahlen seit 17 Jahren, steigende Gehälter, Grenze sicher, S.C.: Kein Chaos im WH!“, schrieb Trump auf Twitter. Mit S.C. bezog er sich offenbar auf die Besetzung von Neil Gorsuch als Richter am Obersten Gerichtshof, dem Supreme Court.

Tatsächlich lag das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr im Durchschnitt bei zwei Prozent - ein Wert, den Trump im Wahlkampf noch als zu gering bezeichnet hatte. Der Dow Jones hatte noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama einen neuen Rekordwert verzeichnet und war seither weiter gestiegen. Auch die Arbeitslosenrate war noch unter Obama gesunken. Die Gehälter sind in diesem Jahr zudem nur mäßig gestiegen.

Gemeinsam mit Kelly hielt der Präsident gleich nach der Vereidigung die erste Kabinettssitzung ab. Sein Team werde hart arbeiten und sein Versprechen „Make America Great Again“ auch wahr machen, sagte der Präsident. Gegenüber von Trump saß in der Sitzung der bei ihm in Ungnade gefalle Justizminister Jeff Sessions.

„Kein Politiker in der Geschichte wurde unfairer behandelt“
„America first.“
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Donald Trump bei seiner Antrittsrede in Washington am 20. Januar 2017. Alle Zitate sind aus diesem Jahr.

„Nein, das ist kein Muslimbann.“
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Donald Trump am 25. Januar in einem Interview über das von ihm erlassene Einreiseverbot gegen Menschen aus mehreren muslimisch geprägten Ländern.

„Ich muss Ihnen sagen, das ist eine unglaublich komplexe Sache. Niemand wusste, dass Gesundheitspolitik so kompliziert sein könnte.“
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Donald Trump am 27. Februar in Washington vor Gouverneuren. In dieser Woche scheiterten Trumps Pläne für eine Gesundheitsreform an den unsicheren Mehrheitsverhältnissen im Senat. Der Gesetzesvorschlag kam nicht zur Abstimmung.

„Wir werden die Vorschriften stoppen, welche die Zukunft und die Existenz unserer großartigen Kohle-Bergmänner bedrohen.“
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Trump am 28. Februar in einer Rede vor dem US-Kongress.

„Arnold Schwarzenegger verlässt „The Apprentice“ nicht freiwillig, er wurde wegen seiner schlechten (armseligen) Einschaltquoten gefeuert, nicht von mir.“
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Trump am 4. März auf Twitter über seinen TV-Nachfolger.

„Wie tief ist Präsident (Barack) Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. (...) Böser (oder kranker) Typ!“
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Trump am 4. März auf Twitter mit bislang unbelegten Behauptungen über seinen Amtsvorgänger (r.).

„Zumindest haben wir vielleicht etwas gemeinsam.“
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Trump am 17. März bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (r.) in Washington zu seinen Abhörvorwürfen gegen Obama und dem Lauschangriff der US-Geheimdienste auf Merkels Handy in Obamas Regierungszeit.

Kelly, ein ehemaliger General der Marineinfanterie, soll ein Stück weit militärische Disziplin ins Weiße Haus bringen. Allerdings ist fraglich, ob er die Twitter-Eskapaden des Präsidenten eindämmen wird können. Trumps früherer Wahlkampfmanager Cory Lewandowski sagte dem Sender NBC, der Präsident werde seinen Stil wohl nicht ändern. „Ich sage, man muss Trump einfach Trump sein lassen. Damit war er die letzten 30 Jahre erfolgreich. Dafür hat ihn das amerikanische Volk gewählt.“

Neben dem Machtkampf im Weißen Haus muss Trump auch auf eine Reihe außenpolitischer Herausforderungen reagieren, unter anderem den jüngsten nordkoreanischen Test einer Interkontinentalrakete. Das werde er auf die Reihe kriegen, sagte Trump vor Beginn der Kabinettssitzung. Ins Detail ging er nicht.

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2 Kommentare zu "Anthony Scaramucci: Trumps Kommunikationschef muss Posten räumen"

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  • Schade der Herr ist ein echter Entertainer, Samstag Abend im ZDF, er hat gerade keinen Job.

  • Das reinste Tollhaus. Ich frage mich sowieso, wozu Trump einen Sprecher oder Kommunikationschef braucht, er hat doch Twitter.

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