Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Anti-Islam-Bewegung Pegida demonstriert jetzt auch in Wien

Bislang hatten Islamkritiker wie Pegida wenig Erfolg im Ausland, nun lädt die Bewegung jedoch erstmals auch in Wien zu einem ersten „Abendspaziergang“. Das sorgt im Nachbarland für einiges Aufsehen.
2 Kommentare
Der damalige Pegida-Chef Lutz Bachmann (Mitte hinten) in Dresden (Sachsen) auf der Pegida Kundgebung, die Mitbegründerin und Sprecherin des islamkritischen Bündnisses, Kathrin Oertel (Mitte vorn) hält ein Transparent. Oertel und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams haben ihre Ämter niedergelegt. Nun scheint die Bewegung aber auch im Ausland zu starten. Quelle: dpa
Pegida expandiert

Der damalige Pegida-Chef Lutz Bachmann (Mitte hinten) in Dresden (Sachsen) auf der Pegida Kundgebung, die Mitbegründerin und Sprecherin des islamkritischen Bündnisses, Kathrin Oertel (Mitte vorn) hält ein Transparent. Oertel und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams haben ihre Ämter niedergelegt. Nun scheint die Bewegung aber auch im Ausland zu starten.

(Foto: dpa)

MünchenIn Deutschland steht die Pegida-Bewegung angesichts ihres Führungschaos vor einer ungewissen Zukunft. In Österreich dagegen formiert sie sich gerade erst: Am Montag gibt es zum ersten Mal einen sogenannten Abendspaziergang in Wien. Im Nachbarland sorgt der Termin für einiges Aufsehen. Unklar ist, wie groß der Zulauf wird - und wie groß angesichts einer Reihe erwarteter Gegendemonstrationen die Gefahr von Krawallen ist.

Bislang verliefen alle Versuche, Pegida auch in anderen Ländern Europas zu etablieren, zäh. In Dänemark, Norwegen, Schweden, Belgien, Spanien oder der Schweiz gab es zwar vor allem im Internet starke Resonanz auf entsprechende Bestrebungen. Sobald es aber nach dem Dresdner Vorbild auf die Straße gehen sollte, reduzierte sich die Zahl der im Internet noch zu Tausenden auftretenden Unterstützer auf ein paar Dutzend Demonstranten.

Die Wiener Pegida-Verantwortlichen haben zurückhaltend zunächst 250 Teilnehmer für den Gang durch die Wiener Innenstadt angemeldet, auch wenn die Rückmeldungen im Internet auf einen größeren Zulauf hindeuten. Nachdem sich Pegida Österreich bislang stark an der Ursprungsgruppe der Islamkritiker aus Dresden orientiert hatte, versuchten sie kurz vor der Demonstration, eigene Akzente zu setzen.

Österreichfahnen, Fahnen der österreichischen Bundesländer oder anderer europäischer Länder seien Montag „ausdrücklich erwünscht“, teilten sie mit. Programmatisch verbanden die Wiener Pegida-Macher die Forderung nach einem „Stopp der Massenmigration“ mit der zynischen Idee eines „Asylrecht der Kontinente“. Dann müssten alle afrikanischen Flüchtlinge in Afrika bleiben - und in Europa gäbe es nur europäische Flüchtlinge.

Muslimische Freundin? „Nein, auf keinen Fall“

Führender Kopf der Pegida in Wien ist Immanuel Nagel. Der als Publizist auftretende Sprecher der Gruppe versucht erst gar nicht, aus seiner grundsätzlichen Abneigung gegen den Islam ein Geheimnis zu machen. In einem Radiointerview kurz vor der ersten Demonstration sagte er etwa auf die Frage des Reporters, ob er sich vorstellen könne, eine muslimische Freundin zu haben, empört: „Nein, auf keinen Fall“.

Über die Anhänger der Pegdia Wien ist bislang noch wenig bekannt. Österreichischen Medienberichten zufolge gibt es allerdings eine Verbindung zur Wiener Hooligan-Szene. Dies und die vielen angekündigten Gegendemonstrationen lassen Zweifel aufkommen, dass der Spaziergang wie von Pegida Wien angekündigt „geordnet und ruhig“ ablaufen werde. Die Gegendemonstranten kündigten Blockaden an und drohten: „In Wien macht ihr keine Meter!“

Noch unklar ist, welche Position die rechtspopulistische FPÖ einnehmen wird, die zuletzt 2013 gut 20 Prozent der Stimmen bei den Nationalratswahlen in Österreich holte und damit drittstärkste Kraft wurde. Parteichef Heinz-Christian Strache lobte zwar Pegida Dresden. Zum Ableger in Wien sagte er hingegen kürzlich der Zeitung „News“: „In Österreich ist die FPÖ von Beginn an die wahre Pegida.“ Seine Partei habe „Fehlentwicklungen im Bereich des Islamismus“ immer ernst genommen, das gebe es in Deutschland nicht.

Strache will am Montag nicht mit demonstrieren. Ob Pegida in Österreich ein Erfolg wird, dürfte vor allem davon abhängen, wie sich die vielen Wähler seiner Partei entscheiden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • afp
Startseite

Mehr zu: Anti-Islam-Bewegung - Pegida demonstriert jetzt auch in Wien

2 Kommentare zu "Anti-Islam-Bewegung: Pegida demonstriert jetzt auch in Wien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ""Asylrecht der Kontinente". Dann müssten alle afrikanischen Flüchtlinge in Afrika bleiben - und in Europa gäbe es nur europäische Flüchtlinge."
    Was wäre daran so schlimm? Der Asylgedanke wird zunehmend nur noch pervertiert durch die Parole: "Ihr Völker der Welt, vereinigt Euch in Deutschland!" Warum müssen die Leute alle zu uns kommen? Ist doch überhaupt nicht einzusehen!!

  • Offensichtlich wird derzeit auf der ganze Welt demonstriert, wie man auch in diesem Video sehen kann.:
    https://www.youtube.com/watch?v=0QV99lrRb20