Anti-Islam-Video Zehn Menschen sterben bei Vergeltungsanschlag

Die Gewalt ebbt nicht ab: Bei einem Anschlag wegen des islamfeindlichen Schmähvideos sterben zehn Menschen in Afghanistan. Deutschland debattiert darüber, ob ein Verbot des Videos gegen die Meinungsfreiheit verstößt.
Update: 18.09.2012 - 10:27 Uhr 13 Kommentare

Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

KabulBei einem mutmaßlichen Vergeltungsanschlag wegen eines islamfeindlichen Schmähvideos hat ein Selbstmordattentäter in Kabul zehn Menschen mit in den Tod gerissen, die meisten davon Ausländer. Der Vize-Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammad Daud Amin, sagte, bei den Toten handele es sich um neun Südafrikaner und Russen – darunter eine Frau – sowie um deren afghanischen Fahrer. Der Sprecher der russischen Botschaft, Stepan Anikejew, sagte dagegen, Russen seien bei dem Anschlag am Dienstag nicht betroffen gewesen. Seinen Angaben zufolge starben sieben Südafrikaner, ein Kirgise, ein afghanischer Übersetzer und der einheimische Fahrer.

Die radikal-islamische Hesb-i-Islami (HIG) des früheren Premierministers Gulbuddin Hekmatjar übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf der Flughafenstraße. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt. Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass es sich um eine Attentäterin gehandelt habe.

Vize-Polizeichef Amin sagte, die Opfer seien Angestellte einer Luftfrachtfirma und auf dem Weg zum Flughafen gewesen. Der Attentäter habe seinen mit Sprengstoff gefüllten Wagen während des morgendlichen Berufsverkehrs in den Kleinbus der Ausländer gesteuert. 14 Menschen seien bei der Detonation in der Nähe einer Tankstelle verletzt worden.

Die HIG kämpft wie die Taliban und das Hakkani-Netzwerk gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan. Hekmatjars Gruppe hat nach eigenen Angaben auch zahlreiche Anschläge auf die Bundeswehr in Nordafghanistan verübt. Die HIG hat auch einen politischen Flügel.

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13 Kommentare zu "Anti-Islam-Video: Zehn Menschen sterben bei Vergeltungsanschlag"

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  • StGB § 166
    Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
    (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (Den Schriften stehen Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen in denjenigen Vorschriften gleich, die auf diesen Absatz verweisen) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (Den Schriften stehen Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen in denjenigen Vorschriften gleich, die auf diesen Absatz verweisen) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

    ....

    Wir haben hier unsere Spielregeln und ich meine, daran hat sich jeder zu halten.

  • Ich bin kein Freund des Videos. Andererseits darf man sich aber auch nichts vormachen: Für einen gar nicht so geringen Prozentsatz der Muslimischen Gemeinschaft in Deutschland ist dieses -wohl hochgradig unappetitliche- Video auch! eine Art Test-Case dafür, wieviel die deutsch-christliche Mehrheitsgesellschaft sich schon jetzt von einer entschlossen und hochgradig fordernd auftretenden muslimischen Minderheit vorschreiben lässt. Sprich: Sind wir schon so weit, dass die Muslime uns vorschreiben können, wieviel westliche Kultur der freien, rechtstaatlich abgesicherten, Meinungsäußerung in unseren westlichen Ländern noch stattfinden darf? Wir sollten unseren muslimischen Mitbürgern deshalb ganz klar sagen, dass wir ihre Gefühle bezüglichen besagten Filmes/Videos zwar verstehen und respektieren, unsere freiheitlich-demokratische Kultur aber trotzdem nicht auf dem Altar ihrer Sensibilitäten opfern können. Auch dann nicht, wenn der ein oder andere Muslim den Film zum Anlass nehmen sollte, gewalttätig aufzutreten. Der Film muss aufgeführt werden dürfen. Unsere Politik sollte der Versuchung widerstehen, den Volksverhetzungsparagraphen so lange zu verbiegen, bis man diesen unerwünschten Film darunter eingestuft bekommt.

  • Dass seit Jahrzehnten unschuldige Kinder mit ihren Familien in Kriegen durch die Westmächte brutal ermordet werden findet keine Beachtung!! ??
    Ich sehe diesen Film als fungiert, bezeichnend zudem auch das Einstellungsdatum, weitere Kriege im nahen Osten zu legitimieren. Dieser Film ist absolut geschmacklos und auch die Meinungsfreiheit hat Grenzen, nämlich da wo sie andere verletzt, was hier ganz klar gegeben ist! Es war den Machern vollkommen klar was der Film auslösen wird und gewollt! Leider scheint neutrales Denken, wenn es um Muslime geht, nur noch schwerlich möglich. Wir sind zunehmend dabei unseren Weltfrieden zu "verspielen" - ist es dass wert??

  • aus StGB §130 Volksverhetzung

    (2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

    1. Schriften (Den Schriften stehen Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen in denjenigen Vorschriften gleich, die auf diesen Absatz verweisen), die zum Hass gegen eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder ihre Menschenwürde dadurch angreifen, dass sie beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
    a) verbreitet,
    b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
    c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
    d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
    2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.

    .......

    Das Schmähvideo ist daraufhin zu prüfen, ob der Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist. Wenn ja, darf es nicht gezeigt werden. Wenn nein, darf es gezeigt werden.

  • Schlechter Geschmack läßt sich nicht verbieten!

  • Der Film wurde bisher nicht gezeigt, aber es wird in den Medien immer von "Beleidigungen", Verunglimpfungen und einem "dummen" Film gesprochen.
    Interessanter wäre es, wenn in den Medien en Detail aufgezeigt würde, bei welchen Szenen des Films die Darstellung mit der Überlieferung des Korans n i c h t übereinstimmt ? und die nachgesagten "Befindlichkeiten"
    feststellbar, begründet sind.
    Die Bewertung von möglichen Wahrheiten im Lichte des demokratischen, säkularen, rechtsstaatlichen und humanen Staates der Jetztzeit kann einer Reform des religiösen Verständnisses doch nur dienlich sein.

  • Joelene = M16?????

    Wie auch immer, bitte lesen sie diverse Fachbücher bzw unternehmen Bildungsreisen in Nahen Osten, es würde ihren Horizont und das Verständniss für die arabischen Staaten enorm erweitern.

    @Handelsplatt: schade das sie so schnell mit ihrer Zensur sind, es ist mitunter sehr amüsant wie sich Leute hier im Forum zum Obst machen ;-)

  • Ja, sehr gerne! Sollen bitte einfach die "Bruderstaaten" helfen - was nur bei nahezu allen Katastrophen und Unglücken, etc. fast nicht erfolgte. Sie sprechen mir aus der Seele - sollen wir lieber unsere Milliarden für die Entwicklung unserer eigenen Länder verwenden. Wirklich betroffen macht mich, dass der Islam in längst vergangenen Zeiten im Bereich der Bildung und Weltoffenheit führend war und nun sich so stark zurück entwickelt hat.

  • Religion kümmert sich eben um das Jenseitige.

  • Ich versuche es noch einmal noch noch neutraler!
    - Viele Islamisten / Länder sehen den Westen als Feind
    - Dann sollen doch die "Bruderstaaten" in Lybien, Syrien, Afgahnistan und sonst wo mit Aufbauhilfe richten
    - Wenn der Westen als Feind angesehen wird ist es doch nur logisch un konsequent jegliche Hilfe(humanitär, Aufbauhilfe, Spenden bei Katastrophen, etc.) einzustellen
    - Sollen die halt machen und sich, wenn sie es wollen, gegenseitig umbrigenn
    - Menschen Steinigen, Schulbildung vorenthalten und so weiter

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