Arbeitsmarkt EU beschließt Job-Garantie für junge Menschen

In den Krisenländern Südeuropas ist die Arbeitslosigkeit erschreckend hoch – gerade bei jungen Menschen. Ihnen will die EU nun gezielter helfen. Sie hat eine Beschäftigungsgarantie beschlossen.
22 Kommentare
Ein Arbeitsamt in Madrid: Junge Menschen sollen nach dem Willen der EU künftig höchstens vier Monate ohne Beschäftigung sein. Quelle: dpa

Ein Arbeitsamt in Madrid: Junge Menschen sollen nach dem Willen der EU künftig höchstens vier Monate ohne Beschäftigung sein.

(Foto: dpa)

BrüsselJunge Menschen in Europa sollen möglichst schnell in Job oder Ausbildung kommen. Das haben die Arbeits- und Sozialminister der EU-Staaten am Donnerstag bei ihrem Treffen in Brüssel beschlossen. Männer oder Frauen unter 25 Jahren sollen demnach höchstens vier Monate unbeschäftigt bleiben. Dazu sollen die Staaten mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Sechs Milliarden Euro aus EU-Töpfen stehen für die Programme in den nächsten sieben Jahren bereit.

Der Beschluss ist zwar lediglich eine Empfehlung an die nationalen Regierungen. Die EU-Kommission wird die Umsetzung aber regelmäßig überprüfen. In Spanien und Griechenland ist jeder zweite junge Mensch ohne Arbeit - in der Statistik tauchen allerdings Studenten oder Auszubildende nicht auf, das treibt den Wert weiter hoch.

„In der EU sind 7,5 Millionen junge Menschen nicht in Beschäftigung, Erziehung oder Ausbildung“, sagte die irische Sozialministerin Joan Burton. „Die EU schätzt, dass die Kosten dafür ungefähr 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung entsprechen oder 150 Milliarden Euro pro Jahr.“ Irland führt derzeit den Vorsitz der EU-Staaten.

EU-Sozialkommissar Laszlo Andor, der die Pläne entwickelt hatte, mahnte eine rasche Umsetzung des Beschlusses an. „Investitionen in Jugendgarantie-Programme sind dringende Ausgaben, um schlimmere soziale und wirtschaftliche Probleme in der Zukunft zu vermeiden.“

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lobte die Jugendgarantie als „ganz wichtiges Signal für die Jugend“. In Deutschland sei Jugendarbeitslosigkeit aber kein besonderes Problem. „Wir suchen händeringend junge Menschen, die die offen stehenden Ausbildungsplätze und zum Teil auch Arbeitsplätze füllen“, sagte von der Leyen.

Zugleich gebe es „junge Menschen in Teilen Europas, die suchen händeringend Ausbildung und Arbeit.“ Die Freizügigkeit innerhalb Europas können helfen, Bewerber und Arbeitgeber auch über Grenzen hinweg zusammenzubringen.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Arbeitsmarkt - EU beschließt Job-Garantie für junge Menschen

22 Kommentare zu "Arbeitsmarkt: EU beschließt Job-Garantie für junge Menschen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • das ist französische weg, per dekret einen mißstand einfach abschaffen, die frage ist doch, existieren überhaupt unternehmen, um die jungen arbeitnehmer zu beschäftigen, das ganze deutsche "wirtschaftwunder" der letzten jahre beruht doch überspitzt gesagt, nicht auf den maßnahmen der politischen entscheidungsträger sondern auf der struktur und zusammensetzung der deutschen wirtschaft (ua. investitionsgüterindustrie, hochwertige konsumgüter, handwerk, zahllose mittelständler, duale ausbildung). diese pallette existiert doch nur sehr rudimentär in frankreich und noch sehr ausgeprägt in oberitalien. diese initiative wird genauso wie die lissabon-initiative versanden.

  • Da wird jetzt eine riesen Medienkampagne gemacht, und niemand hinterfragt, was das ganze eigentlich bringt. Mal darüber nachgedacht, was uns da verkauft wird? Die Arbeitsminister, also diejenigen, die in ihren Ländern die Arbeitsmärkte nicht reformieren und hohe Jugendarbeitslosigkeit billigend in Kauf nehmen, empfehlen sich auf EU-Ebene die rechtlich unverbindliche Jugendgarantie. Noch mehr Nonsens geht doch schon gar nicht mehr.
    Übrigens ist das einer der wesentlichen Gründe, weshalb im Ministerrat diejenigen Minister abwesend waren und von Beamten vertreten wurden, die die höchste Jugendarbeitslosigkeit verantworten.

  • Das wird wieder ein Eldorado für die Gauner die sich auf das Abzocken staatlicher und überstaatlicher Subventionen spezialisiert haben.

    Was werden da wohl für Firmen gegründet werden, die EU-geförderte Jugendarbeitsplätze bieten die mit der EU-Knete ihre Preise heruntersubventionieren und Kundenkreise erschließen die unsubventionierte Preise nie bezahlen könnten oder würden.

    Wie wär's mit:

    Hundeausführer

    Putzdienste und Haushaltshilfen

    Alle Arten von Zustellungen und Auslieferungen - jetzt kostenlos für Kunden mit Bestellwert über 10 Euro.

    ...

    Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    ...

    In weniger preissensitiven Bereichen werden auch nichtjugendliche Arbeitnehmer vom subventionierten Jungvolk zugunsten der Unternehmensgewinne verdrängt werden.

  • Die EU macht sich mal wieder lächerlich bis aufs Blut.

    Warum verbietet die EU nicht einfach die Jahreszeit Winter? Oder die Nacht? Die Naturgesetze haben sich auch dem Primat der Idiotie aus Brüssel zu beugen. Basta!

    Ich wäre eher dafür, die Schwachmaten vom obersten EU-Sowjet verbieten zu lassen.

  • EU beschließt Jobgarantie - ist das nun ein einklagbarer Rechtsanspruch? Wenn ja, kostet das Unsummen, wenn nein, ist es keine Garantie. Und wer bezahlt das Ganze? Und wie lange gilt die Jobgarantie? Zwei Jahre? Bis zur Rente? Wie lange können subventionierte Jobs aufrechterhalten werden? Und für all das brauchen wir die EU - das kann kein Land selbst zustande bringen. Die EU spielt sich wieder mal als Retter auf: erst die Banken, jetzt
    die arbeitslosen Jugendlichen. Warum eigentlich nicht alle Arbeitslosen? Alle Armen in Rumänien, Bulgarien! Kommt noch, ganz sicher.



  • Das was hier passiert ist Kapitalismus in Reinform, schließlich sorgen die Maßnahmen nur dafür, dass man das aktuelle, kapitalistische, System nicht überdenken muss.

    Da wäre ich mir nicht so sicher, ob man das System so wie es sich jetzt zeigt nicht bald überdenken wird. Es geht nämlich nicht aufwärts, da mögen die letzten Optimisten zwar immer noch "Sieg" plärren, die Wirklichkeit sieht leider anders aus.
    Es hat schon einen kommunistischen Anhauch, diese Jobgarantie, vor allen Dingen, wenn man sich eben die Realität auf dem Arbeitsmarkt ansieht. Nur ist es zu früh, da die genauen Massnahmen ja länderabhängig zu entwicklen sind.
    Die haben es schon gut in Brüssel, beschliessen nach "zähem Ringen": und jetzt, meine Damen und Herren, simsalabim, das weisse Kaninchen wird aus dem Hut gezaubert, Arbeitsplätze für die Jugendlichen!!!!! Grosser Tusch und die nationalen Regierungen dürfen den erlauchten Zauberkünstlern dann zu Diensten sein. Wundert mich nicht, das da ab und zu mal ein Mio oder so vom Tisch fällt, wenn auf die Art und Weise gearbeitet wird. Anschaffen ist immer einfach.....

    wobei ich es der Jugend von Herzen gönnen würde, nur erscheint es völlige Utopie, schon alleine vom Anpack her. Und wenn es dann nicht klappt, dann hat ja Brüssel 6 Mrd. zur Verfügung gestellt.....'wir haben uns für die Jugend eingesetzt und die Köpfe zerbrochen'

  • Recht auf Arbeit......
    gab es in der DDR !!!!

  • Text: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lobte die Jugendgarantie als „ganz wichtiges Signal für die Jugend“. In Deutschland sei Jugendarbeitslosigkeit aber kein besonderes Problem. „Wir suchen händeringend junge Menschen, die die offen stehenden Ausbildungsplätze und zum Teil auch Arbeitsplätze füllen“, sagte von der Leyen.Zugleich gebe es „junge Menschen in Teilen Europas, die suchen händeringend Ausbildung und Arbeit.“ Die Freizügigkeit innerhalb Europas können helfen, Bewerber und Arbeitgeber auch über Grenzen hinweg zusammenzubringen.

    Antwort: Wir möchten also keine Menschen UMSCHULEN (In der Bundesrepublik Deutschland wurden z. b. Maurer zu Lehrer umgeschult und zwar sehr Erfolgreich!) Wir haben also kein Interesse an gut ausgebildeten eigenen Leuten (z. b. Alleinerziehende, über 50 Jährige etc.). Man lässt also diese Menschen weiter im Regen im stehen!
    Ich verwende ungern die Begriffe Gerechtigkeit oder Sozial (Jeder will etwas anderes darunter verstehen oder wie sagte Dieter Nuhr: Was ist Gerecht??)
    Aber diese Aktion ist UNSOZIAL und führt zu einer Zementierung der hohen Arbeitslosigkeit in unserem Land. Die Bundesregierung möchte also weiterhin das Millionen unserer Leute an der Seite gedrängt werden (Die findet man wieder in den Maßnahmen der Agentur)
    Die Methoden (siehe Brüssel) erinnert sehr stark an die DDR oder der VR Polen.

  • Wir wollen ja nicht das Kapital abschaffen nein, nur die Kapitalisten !

  • Das gab es schon mal ! Hieß damals Arbeitsdienst und war sogar sehr beliebt !!!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%