Arbeitszeit versus Produktivität Deutsche sind fleißig, doch die Franzosen sind effektiver

Am Klischee des savoir vivre ist doch manches wahr: Franzosen arbeiten tatsächlich weit weniger lange als ihre deutschen Kollegen. Aber dafür leisten sie in ihrer Arbeitszeit weit mehr als die Deutschen.
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Wie Gott in Frankreich, heißt es oft - in Deutschland. Doch so faul wie im Sprichwort sind die Nachbarn nicht. Quelle: dapd

Wie Gott in Frankreich, heißt es oft - in Deutschland. Doch so faul wie im Sprichwort sind die Nachbarn nicht.

(Foto: dapd)

ParisEin Schock für die Franzosen, eine Überraschung für die Deutschen: In unserem wichtigsten Partnerland wird pro Jahr sechs Wochen weniger  gearbeitet als bei uns. Da bekommt der alte Spruch „Leben wie Gott in Frankreich“ eine ganz neue Bedeutung! Genau gesagt: Vollbeschäftigte französische Arbeitnehmer leisten jährlich 1679 Stunden, ihre deutschen Kollegen dagegen 1904. Und da wurde uns immer gesagt, Deutschland sei ein Freizeitpark.

Herausgefunden hat diese verblüffende Kluft das französische, arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut Coe-Rexecode. Die Zahlen (für alle EU-Länder) hat er nicht selber berechnet, sondern in einer Sonderauswertung vom europäischen Statistikamt Eurostat kalkulieren lassen. Andere Organisationen wie die OECD kommen für Frankreich zu höheren Werten – doch argumentiert Coe-Rexecode, dass der Industrieländer-Think Tank OECD sich zu sehr auf theoretische Werte stütze. Sie bzw. Eurostat dagegen hätten die effektiv geleisteten Arbeitsstunden herausgefunden.

Die französischen Wirtschaftsforscher führen den frappierend großen Abstand zwischen Deutschen und Franzosen auf die in Frankreich 1998 eingeführte 35-Stunden-Woche zurück. Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte die zwar bereits 2008 wieder abgeschafft. Aber offenbar haben die Sozialpartner den Trend seither noch nicht rumgedreht: Den jetzt veröffentlichten Statistiken zufolge lassen in der 27 Mitglieder zählenden EU nur die Finnen den Hammer noch früher fallen als die Franzosen. Die aber, so die Forscher, seien die Rekordhalter bei der Verringerung der Jahresarbeitszeit, denn in den vergangenen zehn Jahren hätten sie es geschafft, die in Fabriken und Büros verbrachte Zeit um 270 Stunden oder 14 Prozent zu verringern!

Wer war noch mal der Autor des im 19.Jahrhundert erschienenen Bestsellers „Das Recht auf Faulheit“? Richtig, der Franzose Paul Lafargue.

Bevor man nun völlig in Klischees abgleitet, gilt es aber, in Erinnerung zu rufen: Die Zahl der gearbeiteten Stunden ist zwar wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg. In Deutschland wird, wenn Eurostat richtig gerechnet hat, soviel gearbeitet wie in keinem anderen hochentwickelten Land der EU. Die baltischen Staaten hauen stärker rein als wir, Spitzenreiter mit jährlich 2095 Stunden aber ist Rumänien. Griechische Arbeitnehmer, um auch dieses hartnäckige Vorurteil zu knacken, sind im Jahr 70 Stunden länger aktiv als deutsche. Laut Statistik.

Aber noch wichtiger als die Zahl der geleisteten Stunden ist eben, was aus der einzelnen Stunde an produktiver Tätigkeit herausgeholt wird – was übrigens Hauptgegenstand auch der beißend ironischen Schrift des Marx-Schwiegersohns Lafargue war. Und da stehen die Franzosen plötzlich viel besser da als ihre rechtsrheinischen Kollegen: Während ein deutscher Arbeitnehmer im Schnitt in einer Stunde 36,80 Euro erwirtschaftet, bringt es der französische auf 42,60. Bei einem Holländer klingelt es noch stärker in der Kasse: Der bringt es auf 47,30 Euro.

Eines steht fest: Die spannende Debatte darüber, wer in Europa am besten mit der Arbeitszeit umgeht, wird auch nach dieser Studie nicht abgeschlossen sein.   

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31 Kommentare zu "Arbeitszeit versus Produktivität: Deutsche sind fleißig, doch die Franzosen sind effektiver"

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  • Funny, wie schaffen es die Franzosen, "effektiver" zu sein als deutsche Arbeitnehmer, denen die Zunge eh schon zum Hals raushängt? Vielleicht mit Tricks, wie die Griechen den Eintritt in den Euro geschafft haben? Ich glaube nur derjenigen Statistik, die ich selbst gefälscht habe (Sir Winston Churchill).

  • Ja, und warum ist jetzt das AAA am Arsch? Hat S&P nicht den Artikel gelesen?

  • Denken ist FÜR SIE anscheinend wirklich schwer. Darum urteilen SIE ("Klugscheißer", "dummdreist", "Trittbrettfahrer").

    "Ich kenne die Begriffe auch, wie wohl jeder mit Schulabschluss".
    NEIN, anscheinend kennen Sie ihn NICHT bzw. haben ihn nicht verstanden! Lesen Sie besser einmal nach, bevor Sie hier andere Kommentatoren wüst beschimpfen und sich selbst für Allwissend halten. Das ist doch peinlich.

  • Wenn man mal von dem Effizienz-Effektivität-Fehler absieht, kann ich mir gut vorstellen, dass Franzosen effzienter arbeiten. Die machen halt nicht mehr als nötig, währen ihre deutschen Kollegen jedem noch so lächerlichen Detail nachrennen. Für Produkte, bei denen es aus jedes (dann nicht mehr ganz so lächerliche) Detail ankommt, macht das natürlich einen riesigen Unterschied, bei der großen Masse aber spielt es keine Rolle.

  • @ 2fastnfurious
    Vorher beziehst du dein Wissen?
    Die Deutschen kamen 2009 im Schnitt nur auf 62,3 Jahre!!

  • Guten Tag,.... Um allen Unkenrufen vorzubeugen;... Ich besitze eine Franzoesischen Pass;... meine Frau ist Franzoesin..... Aber dass die Froschfresser Effektiver oder sonst was seien;...Dieses Scheissvolk ist faul, verlogen, arbeitscheu und dekadent. Ich habe35 Jahre damit verschwendet fuer diese Saecke zu arbeiten. ( wohl verstanden Ich habe gearbeite,... nicht die Franzosen. Franzosen arbeiten nicht.... sie bauen nur Scheisse ). So,... jetzt muss Ich Schluss machen denn meine Frau kommt. Besten Dank.

  • Ich frage mich ob der falsche Begriff der "Effektivität"
    einer der Statistiken entnommen wurde oder auf das mangelnde Fachwissen des Autors Thomas Hanke zurückzuführen ist.So oder so ist der Artikel für die Tonne!

  • @ an die effizienten Schreiberlinge

    Ihr habt bestimmt SLLE viiiiel mehr Anschläge pro Minute beim Kommentieren als jeder Franzose (Grieche, oder sonstige Mensch des Universums) - nur wart IHR uneffektiv, weil am Thema vorbei.

    Ich kenne die Begriffe auch, wie wohl jeder mit Schulabschluss.

    Jedoch bauen wir Deutschen eben mit Mehr Stunden im Jahr Opel die dann keiner kauft.
    Liebe Landsleute, ich wäre vorsichtiger.
    Deutschland baut nicht nur BMW, Audi und Hochleistungsmaschinen - sondern im Durchschnitt sind unsere Unternehmer schwächer in der Vermarktung als andere.
    Also Vorsicht! Steine. Glashaus. usw.

  • "Deutsche sind fleißig, doch die Franzosen sind effektiver"

    Interessiert das jemanden? Ausgepluendert werden wir ALLE!

  • Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele, und düpiert die Parolenprediger und Schaumschläger hier im Forum.
    (die allesamt aus den nicht-neuen-BLn kommen dürften)
    Niemand - und ich habe mit sehr vielen Nationen Geschäftskontakte - "produziert" so viel Nonsens in Powerpoint & Co. wie die deutschen Möchtegern-Weltmeister.
    Gruß aus Sachsen

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