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Arbeitszeiten So arbeitet die Welt

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Frankreich: Die berühmte 35-Stunden-Woche ist durchlöchert

Die französische 35-Stunden-Woche hat weltweit Berühmtheit erlangt. Sie gilt noch heute, 16 Jahre nach ihrer offiziellen Einführung. In der Wirklichkeit der Unternehmen ist sie jedoch bereits seit langem durchlöchert und gelockert. Laut Gesetz sind 35 die reguläre Arbeitszeit. Daneben gibt es weitere Bestimmungen über die maximale Arbeitszeit. Pro Woche dürfen nicht mehr als 48 Stunden gearbeitet werden. Unter „besonderen Umständen“ und mit einer Ausnahmegenehmigung der Arbeitsinspektion dürfen es auch 60 Stunden sein. In einem Zeitraum von zwölf aufeinander folgenden Wochen aber darf ein Schnitt von 44 Stunden nicht überschritten werden.

Diese unterschiedlichen Regeln ermöglichen eine Vielzahl von unterschiedlichen Modellen. Ein Unternehmen kann sich stur an die 35-Stunden-Woche halten. Es kann aber auch mit seinen Gewerkschaften, die die Mehrheit der Beschäftigten repräsentieren müssen, eine Abweichung vereinbaren. Dafür gelten dann die oben genannten Schranken: Bis zu 48 Stunden oder mit besonderer Genehmigung auch bis zu 60 Stunden, in jedem Quartal muss man aber den Höchstwert von 44 Stunden einhalten.

Im Jahresmittel muss die 35-Stunden-Woche respektiert werden, durch die Vergabe von Ausgleichstagen. Manche französische Arbeitnehmer kommen dadurch auf acht bis neun Wochen Jahresurlaub, der Schnitt sind vier Wochen. Auch das ist aber wieder nur der Regelfall. Wenn die Arbeitnehmer mitspielen, fällt die Ausgleichszeit unter den Tisch und es werden lediglich Überstundenzuschläge gezahlt. Die waren unter Nicolas Sarkozy sogar steuerfrei, sein sozialistischer Nachfolger François Hollande schaffte diese Vergünstigung ab – sehr zum Ärger der Gewerkschaften. Mit der neuen Arbeitsmarktreform, die in der kommenden Woche ins Parlament kommt, sollen Abweichungen von der 35-Stunden-Woche weiter erleichtert werden. Abzuwarten bleibt, was am Ende der Debatte tatsächlich noch im Gesetz steht.

Teilzeitarbeit ist weniger verbreitet als in Deutschland. Das liegt sicher auch daran, dass es in Frankreich leichter ist, Familie und Beruf zu vereinbaren. Dabei ist die Kinderbetreuung nicht einmal besser als bei uns: Viele Familien müssen sich mit einer privaten Lösung wie einer Tagesmutter behelfen. Doch allgemein ist es akzeptiert, dass Frauen mit Kindern rasch wieder arbeiten. Nicht selten findet man in Frankreich Frauen in Führungspositionen, die drei oder vier Kinder haben. Dumme Sprüche über „Rabenmütter“ muss sich in Frankreich keine Frau anhören.

Hinter der raschen Rückkehr in den Beruf steckt in manchen Fällen allerdings auch ein erheblicher Druck seitens der Unternehmen: Die wollen nicht lange auf ihre qualifizierten weiblichen Mitarbeiter verzichten und verlangen, dass diese schon wenige Monate nach der Geburt wieder am Arbeitsplatz auftauchen.

Thomas Hanke, Paris

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11 Kommentare zu "Arbeitszeiten: So arbeitet die Welt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was hilft Flexibilität bei immer größerer Arbeitsverdichtung? Diese Flexibilisierung hilf nur vordergründig dem Arbeitnehmer. Der eigentliche Profiteur ist aber der Arbeitgeber. In unserem Unternehmen gibt es unzählige "home-office" Arbeitsplätze, keine Stechuhren im Büro und Arbeitszeitflexibilität. Dafür wurden dann aber auch schon mal gleich Burnout-Präventionsseminare angeboten....Immer mehr Mitarbeiter entlassen, denn die Mehrarbeit konnte ja mit größerer Flexibilität "aufgefangen" werden. Der Erfolg vom Ganzen: viele schalten die E-mail nun auch nach Feierabend und im Urlaub nicht mehr ab. Man fühlt sich flexibel und freier......und arbeitet dafür mehr. Den Arbeitgeber freut's.

  • Ich habe viele Verwandte in den USA, A und auch AUS. Alle leben besser , bei gleicher Bildung, als die Leute in Deutschland. Das Vermögen ist im Ausland auch höher. Merkwürdiger Weise sind alle gesund und das seit Kriegsende.

  • Das Problem sind nicht die Urlaubstage, sondern die Krankheitstage. Wenn man sieht, wie häufig die Ärzte krankschreiben und vor allem ohne Grund, dann langt man sich an den Kopf. Es gibt in Deutschland zuviel Doc Holidays.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass die nä. Generation uns die Entwicklungen im Rentensystem u.a. bis hin zur Multikulitgesellschaft und der Flüchtlingspolitik mit ihren noch nicht bekannten Folgen noch vorhalten wird.

    Aber vorher ist die Verschuldung mit ihren Spätfolgen und der Terror zu bekämpfen.

    Ob uns das alles gelingt, lasse ich mal offen. Seriös gesagt, wird es keiner genau sagen könnem.

    Spätestens bei einem Brexit, Grexit oder wenn ide Italiener nicht mehr zahlen wollen dürfte eine Ende abzusehen sein.

    Und die AfD schafft dann den Rest.

    Aber keine Angst, das wird nicht passieren.


    Der Durchschnittsrenter wird seine 800 bis 1000 Euronen monatlich schon platt machen können.

    Dafür hat er auch mind. 45 Jahre geschuftet bzw. die jüngere Generation weiß zumind2st nun, was sie erwarten wird.

    Wer nicht reich heiratet.... dass war doch der Spruch, oder?

    Mann, da hatte ich aber Glück.




  • Zitat: "Soll wirklich behauptet werden, dass in den USA 0 % Urlaub gesetzlich garantiert ist? "

    In den USA gibt es keinen gesetzlich garantierten Urlaub. Tarifurlaub ist irgendwas um die 2 Wochen im Schnitt und bezahlt werden vielleicht 6 Urlaubstage. Längeren Urlaub nehmen (3 - 4 Wochen) heißt kündigen.
    Warum glauben Sie, dass "amerikanische Verhältnisse" hierzulande als Schimpfwort genutzt wird?

    http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/nur-eine-woche-urlaub-im-jahr-amerika-eine-nation-der-ueberarbeiteten/11360268.html

  • Dank der Pfarrerstochter stehen doch gar keine Probleme ins Haus, ist doch alles bereits gelöst für die Zukunft.
    Millionen von Facharbeitern, klar, die müssen noch ein bischen lesen und schreiben lernen, aber dann geht's los. Und die kriegen ganz nebenbei noch viele, viele kleine Kopftuchkinder, die sind auch alle ganz scharf darauf später zu arbeiten, was wollen wir noch mehr?,

  • Wer Urlaubstage in Prozent abrechnet hat keine Ahnung.
    Vergleichbar sind durchschnittliche Arbeitszeiten in den verglichenen Ländern. Die jährlichen Arbeitszeiten kommen im Beitrag nicht vor.
    Soll wirklich behauptet werden, dass in den USA 0 % Urlaub gesetzlich garantiert ist? Nehmen Amerikaner keinen Urlaub, niemals?
    Die Amerikaner arbeiten viel länger als die Deutschen und die Deutschen arbeiten länger als die Franzosen. Was ist der größte Reichtum? Ist das Freizeit? Dann sind die bedauerlichen Amerikaner wirklich sehr, sehr arm dran.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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