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Arbeitszeiten So arbeitet die Welt

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Skandinavien: Arbeitszeit sinkt, Umsatz steigt

Nichts ist unmöglich: Eine Toyota-Werkstatt in Göteborg hat es allen vorgemacht. Dort wurde bereits Anfang dieses Jahrtausends der Sechs-Stunden-Tag eingeführt. Statt der bislang achtstündigen Öffnungszeit, bietet der Händler nun einen zwölfstündigen Service für seine Kunden. Die Mitarbeiter arbeiten in zwei Schichten, eine von sechs bis zwölf, die zweite von zwölf bis 18 Uhr. Die Arbeitszeit wurde also um zwei Stunden gesenkt, der Umsatz dagegen stieg. Eine „Win-Win-Situation“, wie der Toyota-Händler sagt. Die Werkstatt ist nur ein Beispiel aus dem hohen Norden für verschiedene Arbeitszeitmodelle.

Mehrere Städte, darunter Göteborg und Stockholm, haben in den vergangenen Jahren den Sechs-Stunden-Tag getestet. In Krankenhäusern, Altenheimen und Kindertagesstätten wurde die Arbeitszeit um zwei Stunden gekürzt, um die Jobs attraktiver zu machen. Allerdings konnten nicht alle Versuche weitergeführt werden, da die Politik die dafür nötigen zusätzlichen Mittel nicht länger zur Verfügung stellten.

Der Sechs-Stunden-Tag gehört in allen nordeuropäischen Ländern weiterhin zur Ausnahme, doch in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden wird immer wieder einmal mit kürzeren Arbeitszeiten experimentiert. Allerdings fehlt oftmals das Geld, um die Modelle langfristig zu etablieren. Wissenschaftler sind sich dagegen einig, dass in gewissen Berufen ein kürzerer Arbeitstag zu höherer Zufriedenheit und weniger Krankschreibungen führt.

Deutlich erfolgreicher ist dagegen das Arbeiten von zuhause. Viele Unternehmen in Nordeuropa bieten eine Homeoffice-Möglichkeit an. Auch Behörden ermöglichen ihren Mitarbeitern, von zuhause aus zu arbeiten. Nach einer im vergangenen Jahr von der Gewerkschaft Union durchgeführten Untersuchung arbeiten zu gewissen Zeiten vier von zehn Staatsdienern von zuhause aus. Psychologen wie Ann Bergman von der Universität in Karlstadt warnen allerdings davor, dass die Homeoffice-Möglichkeit zu größerem Stress führen kann. Es bestehe die Gefahr, dass das Arbeitsleben den Familienalltag immer stärker beeinflusst.

Die Frauenerwerbsquote zählt in Nordeuropa zu den höchsten in der EU. In Schweden liegt die Beschäftigungsquote bei Frauen bei mehr als 73 Prozent. Da in den meisten Familien beide Elternteile arbeiten, sind flexible Arbeitszeit- und Urlaubsmodelle notwendig, um Arbeit und Familie vereinbaren zu können. Während der Elternzeit, die in Schweden insgesamt 16 Monate beträgt, zahlt der Staat bis zu 80 Prozent des Gehalts weiter. Während dieser Zeit darf die Mutter oder der Vater nicht arbeiten.

Helmut Steuer, Stockholm

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11 Kommentare zu "Arbeitszeiten: So arbeitet die Welt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was hilft Flexibilität bei immer größerer Arbeitsverdichtung? Diese Flexibilisierung hilf nur vordergründig dem Arbeitnehmer. Der eigentliche Profiteur ist aber der Arbeitgeber. In unserem Unternehmen gibt es unzählige "home-office" Arbeitsplätze, keine Stechuhren im Büro und Arbeitszeitflexibilität. Dafür wurden dann aber auch schon mal gleich Burnout-Präventionsseminare angeboten....Immer mehr Mitarbeiter entlassen, denn die Mehrarbeit konnte ja mit größerer Flexibilität "aufgefangen" werden. Der Erfolg vom Ganzen: viele schalten die E-mail nun auch nach Feierabend und im Urlaub nicht mehr ab. Man fühlt sich flexibel und freier......und arbeitet dafür mehr. Den Arbeitgeber freut's.

  • Ich habe viele Verwandte in den USA, A und auch AUS. Alle leben besser , bei gleicher Bildung, als die Leute in Deutschland. Das Vermögen ist im Ausland auch höher. Merkwürdiger Weise sind alle gesund und das seit Kriegsende.

  • Das Problem sind nicht die Urlaubstage, sondern die Krankheitstage. Wenn man sieht, wie häufig die Ärzte krankschreiben und vor allem ohne Grund, dann langt man sich an den Kopf. Es gibt in Deutschland zuviel Doc Holidays.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass die nä. Generation uns die Entwicklungen im Rentensystem u.a. bis hin zur Multikulitgesellschaft und der Flüchtlingspolitik mit ihren noch nicht bekannten Folgen noch vorhalten wird.

    Aber vorher ist die Verschuldung mit ihren Spätfolgen und der Terror zu bekämpfen.

    Ob uns das alles gelingt, lasse ich mal offen. Seriös gesagt, wird es keiner genau sagen könnem.

    Spätestens bei einem Brexit, Grexit oder wenn ide Italiener nicht mehr zahlen wollen dürfte eine Ende abzusehen sein.

    Und die AfD schafft dann den Rest.

    Aber keine Angst, das wird nicht passieren.


    Der Durchschnittsrenter wird seine 800 bis 1000 Euronen monatlich schon platt machen können.

    Dafür hat er auch mind. 45 Jahre geschuftet bzw. die jüngere Generation weiß zumind2st nun, was sie erwarten wird.

    Wer nicht reich heiratet.... dass war doch der Spruch, oder?

    Mann, da hatte ich aber Glück.




  • Zitat: "Soll wirklich behauptet werden, dass in den USA 0 % Urlaub gesetzlich garantiert ist? "

    In den USA gibt es keinen gesetzlich garantierten Urlaub. Tarifurlaub ist irgendwas um die 2 Wochen im Schnitt und bezahlt werden vielleicht 6 Urlaubstage. Längeren Urlaub nehmen (3 - 4 Wochen) heißt kündigen.
    Warum glauben Sie, dass "amerikanische Verhältnisse" hierzulande als Schimpfwort genutzt wird?

    http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/nur-eine-woche-urlaub-im-jahr-amerika-eine-nation-der-ueberarbeiteten/11360268.html

  • Dank der Pfarrerstochter stehen doch gar keine Probleme ins Haus, ist doch alles bereits gelöst für die Zukunft.
    Millionen von Facharbeitern, klar, die müssen noch ein bischen lesen und schreiben lernen, aber dann geht's los. Und die kriegen ganz nebenbei noch viele, viele kleine Kopftuchkinder, die sind auch alle ganz scharf darauf später zu arbeiten, was wollen wir noch mehr?,

  • Wer Urlaubstage in Prozent abrechnet hat keine Ahnung.
    Vergleichbar sind durchschnittliche Arbeitszeiten in den verglichenen Ländern. Die jährlichen Arbeitszeiten kommen im Beitrag nicht vor.
    Soll wirklich behauptet werden, dass in den USA 0 % Urlaub gesetzlich garantiert ist? Nehmen Amerikaner keinen Urlaub, niemals?
    Die Amerikaner arbeiten viel länger als die Deutschen und die Deutschen arbeiten länger als die Franzosen. Was ist der größte Reichtum? Ist das Freizeit? Dann sind die bedauerlichen Amerikaner wirklich sehr, sehr arm dran.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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