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Argentinien Präsidentschaftskandidaten müssen in die Stichwahl

Keine klare Mehrheit im ersten Wahlgang: Das Duell zwischen Daniel Scioli und Mauricio Macri um die argentinische Präsidentschaft geht in die Stichrunde. Hintergrund ist das überraschend gute Abschneiden der Opposition.
26.10.2015 - 06:59 Uhr
Die Kandidaten lagen überraschend nah beieinander. Quelle: dpa
Stichwahl in Argentinien

Die Kandidaten lagen überraschend nah beieinander.

(Foto: dpa)

Buenos Aires In Argentinien muss der Nachfolger der Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner in einer Stichwahl bestimmt werden. Nach der ersten Wahlrunde lagen am Sonntag der Kandidat der Regierungskoalition Daniel Scioli und der konservative Oppositionspolitiker Mauricio Macri überraschend nahe beieinander. Scioli, der als Favorit in die Wahl gegangen war, erreichte nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen 36,0 Prozent gegen 35,1 Prozent für Macri.

In Argentinien muss ein Kandidat 45 Prozent der Stimmen erreichen oder mindestens 40 Prozent sowie 10 Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten haben, um in der ersten Runde zu gewinnen. Die Stichwahl zwischen den beiden Spitzenkandidaten soll am 22. November stattfinden. Kirchner durfte sich laut Verfassung nicht um eine dritte Amtszeit in Folge bewerben.

An dritter Stelle landete mit gut 21 Prozent Sergio Massa, ein früherer Kabinettschef Kirchners, heute ein Regierungskritiker. Massa erklärte am Sonntagabend (Ortszeit) er werde mit seiner Allianz Unidos para una Nueva Alternativa (UNA) den Kandidaten der Stichwahl programmatische Bedingungen für seine Unterstützung stellen.

„Was heute geschehen ist, ändert die Politik in diesem Land“, erklärte Macri vor seinen feiernden Anhängern der Koalition Cambiemos (Lasst uns verändern). Scioli forderte seinerseits die unabhängigen Wähler auf, in der Stichwahl für ihn zu stimmen. Nur er garantiere die Achtung der Rechte von Arbeitern und der Mittelschicht.

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    Das überraschendste Ergebnis erreichte Cambiemos in der Provinz Buenos Aires, der traditionellen Bastion des regierenden Peronismus. Dort wird die Nachfolge von Scioli als Gouverneur die junge Kandidatin María Eugenia Vidal antreten, die vorher Macris Stellvertreterin in der Stadtregierung von Buenos Aires war. Sie besiegte den Kabinettschef der Präsidentin Kirchner, Aníbal Fernández.

    Argentinien ist nach Brasilien und Mexiko das drittgrößte Land Lateinamerikas und hat 41,8 Millionen Einwohner. Durch einen Streit mit internationalen Hedgefonds und der Weigerung der Regierung Kirchner, Milliardenschulden bei ihnen zu begleichen, ist das Land technisch zahlungsunfähig. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2016 ein Minus bei der Wirtschaftsleistung von 0,7 Prozent.

    Die größten Handelspartner sind Brasilien und China, gefolgt von den USA und Deutschland. Hauptexportwaren sind Agrarprodukte wie Soja und Mais sowie Produkte der Automobilindustrie. Hauptaufgabe der neuen Regierung wird es angesichts der wirtschaftlichen und finanziellen Lage sein, das Vertrauen der internationalen Investoren zurückzugewinnen.

    • dpa
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