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Arndt Freytag von LoringhovenPolen verweigert Botschafter die Zustimmung – angeblich wegen NS-Vergangenheit des Vaters

Der deutsche Top-Diplomat Arndt Freytag von Loringhoven wartet seit Monaten auf das Agrément der polnischen Regierung. Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Mutmaßungen.Mathias Brüggmann 26.08.2020 - 15:07 Uhr

Seinen Botschafterdienst in Polen sollte der Diplomat schon am 1. Juli antreten.

Foto: picture alliance / empics

Berlin. An der Qualifikation von Arndt Freytag von Loringhoven herrscht nicht einmal in Polen Zweifel: Er war Vizechef des deutschen Auslandsnachrichtendienstes BND, dann deutscher Botschafter in Prag und zuletzt bis Dezember 2019 Beigeordneter des Generalsekretärs der Nato für Nachrichtenwesen und Sicherheit. Dennoch erkennt die Regierung in Warschau ihn seit Mai nicht als deutschen Botschafter in Warschau an, wo er seinen Dienst am 1. Juli antreten sollte.

Denn der Weichselstaat verweigert dem angesehenen Top-Diplomaten das sogenannte Agrément zur Bestellung eines ausländischen Botschafters. Von polnischer Seite gibt es keine offizielle Erklärung dazu und auch das Auswärtige Amt schweigt.

Warum der 63-jährige Münchner in Polen bei der herrschenden nationalpopulistischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und ihrem mächtigen Chef Jaroslaw Kaczynski so auf Ablehnung stößt, liegt laut der Warschauer Zeitung „Rzeczpospolita“ an der Familie des Adeligen: Sein Vater Bernd Freytag von Loringhoven wurde 1944 Adjutant bei den Generälen Heinz Guderian und Hans Krebs und nahm vom 23. Juli bis zum 29. April 1944 an den täglichen Lagebesprechungen im Führerhauptquartier teil.

Dies ruft bei polnischen Rechten weiter allergische Reaktionen hervor. Allerdings hatte ein Verwandter des Vaters, Oberst Wessel Freytag von Loringhoven, den Sprengstoff für das Attentat auf Hitler 1944 in der „Wolfsschanze“ besorgt und sich nach dem Scheitern erschossen.

Deshalb mutmaßt die liberale Opposition im Sejm, dem Unterhaus des Parlaments, die den Affront gegen Deutschland als wichtigstem Partner des Landes als schädlich für Polen geißelt, über andere Hintergründe: PiS-Politiker haben zuletzt immer wieder polnische Medien, die im Besitz deutscher Verlage – vielfach Axel Springer – sind, scharf attackiert, ebenso eine angebliche deutsche Einmischung in die Präsidentenwahl vor wenigen Wochen.

Loringhoven scheint das nicht anzufechten: Er lerne bereits fleißig Polnisch, heißt es in Diplomatenkreisen. 

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