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Asien Chinas Präsident Xi droht Taiwan mit gewaltsamer Rückeroberung

70 Jahre nach der Staatsgründung sieht die Volksrepublik Taiwan als abtrünnigen Landesteil. Für die „Wiedervereinigung“ würde Xi gar Gewalt anwenden.
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Ein unabhängiges Taiwan widerspreche dem Trend der Geschichte, ließ der chinesische Präsident in einer Rede in der Großen Halle des Volkes in Peking verlauten. Quelle: Reuters
Xi Jinping

Ein unabhängiges Taiwan widerspreche dem Trend der Geschichte, ließ der chinesische Präsident in einer Rede in der Großen Halle des Volkes in Peking verlauten.

(Foto: Reuters)

Peking Chinas Präsident Xi Jinping will die „Wiedervereinigung“ mit dem demokratischen Taiwan notfalls auch mit Gewalt erzwingen. China müsse und werde auch wiedervereinigt werden, sagte Xi am Mittwoch laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einer Rede in der Großen Halle des Volkes in Peking. Ein unabhängiges Taiwan widerspreche dem Trend der Geschichte und werde in eine Sackgasse führen.

China wolle eine friedliche Wiedervereinigung erreichen, lasse aber „keinen Raum für separatistische Aktivitäten“, sagte Xi weiter. „Wir geben kein Versprechen ab, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten, und behalten uns die Möglichkeit vor, alle erforderlichen Mittel zu ergreifen“, fügte er hinzu.

Xi schlug Gespräche vor, um ein „systematisches Arrangement für die friedliche Entwicklung“ der chinesisch-taiwanischen Beziehungen auszuarbeiten. Pekings „Ein-China-Politik“ werde dabei aber auf keinen Fall zur Disposition stehen. „Ein Abweichen vom Prinzip des Einen Chinas wird in Spannungen und Turbulenzen resultieren“, warnte Xi.

Peking werde bei einer Vereinigung das taiwanische Gesellschaftssystem, Eigentumsrechte, Religion und andere Rechte respektieren, versprach er. Da der politische Disput schon lange andauere, sei eine baldige Lösung an der Zeit. Man könne das Problem nicht dauernd von Generation zu Generation weiterreichen.

Es werde „niemals Platz für taiwanische separatistische Unabhängigkeitsaktivitäten“ geben, sagte Xi. Taipeh beharrt hingegen auf seinem Existenzrecht als demokratischer Staat.

Der Streit um den Status Taiwans geht auf den Bürgerkrieg in China zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen Maos Kommunisten nach Taiwan flüchteten. Taiwan wurde von chinesischen Nationalisten 1949 im chinesischen Bürgerkrieg, der die Kommunistische Partei auf dem Festland an die Macht brachte, als eigener Staat ausgerufen. Die kommunistischen Machthaber in Peking betrachten Taiwan seitdem als abtrünnige Provinz.

Die taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen wies Xis Forderungen umgehend zurück. Die 23 Millionen Bürger Taiwans würden niemals den Pekinger Vorschlag „ein Land, zwei Systeme“ akzeptieren. „China muss sich der Tatsache der Existenz Taiwans, Republik China, stellen und nicht das System eines demokratischen Landes leugnen, das gemeinsam vom taiwanischen Volk aufgebaut wurde“, sagte sie.

Grundsätzlich sei Taiwan zu Gesprächen bereit, betonte Tsai. Diese müssten aber die Zustimmung des taiwanischen Volkes haben.

Peking betrieb zuletzt verstärkt die internationale Isolierung Taiwans. Von zwei Dutzend meist kleineren Staaten, die Taiwan diplomatisch anerkannt hatten, konnte Peking fünf weitere auf seine Seite ziehen. In ihrer Neujahrsansprache am Dienstag sagte Taiwans Präsidentin Tsai Ing-Wen zudem, dass ihr Land nicht bereit sei, „unsere Souveränität aufzugeben oder Zugeständnisse hinsichtlich der Autonomie zu machen“

  • dpa
  • ap
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2 Kommentare zu "Asien: Chinas Präsident Xi droht Taiwan mit gewaltsamer Rückeroberung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein starker chinesischer Diktator und ein grenzdebiler Schwächling in USA an der Macht. Das sind die Folgen.

  • Wenn ein Staat groß genug ist dann kann er machen was er will? Taiwan und China ist wie West- und Ostdeutschland vor der Wende, eine absurde Hoffnung von China dass ein seit 70 Jahren eigenständiger und inzwischen demokratischer Staat in eine kommunistische und menschenrechtsverachtende Diktatur zurück kehrt.
    Taiwan war Mitbegründer der UNO und wurde danach auf Druck von China ausgeschlossen - lächerlich. Es wird Zeit dass die demokratischen und menschenrechtsachtenden Staaten dieser Welt mal zeigen dass Geld nicht alles ist sonst werden wir früher oder später wieder von Diktatoren regiert.

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