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Asien-Konflikt Nordkorea feuert „etliche“ Raketen ab

Nordkorea wird nervös. Nach dem Abbruch der Gespräche mit den USA hat das Regime in Pjöngjang erstmals seit 2017 wieder Raketentests durchgeführt. Südkorea zeigt sich „sehr besorgt“.
Update: 04.05.2019 - 10:20 Uhr Kommentieren
U.S. Präsident Donald Trump (r), mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi, Vietnam. Das Treffen im Februar endete im Eklat. Jetzt nimmt Nordkorea seine Raketentests wieder auf. Quelle: AP
Donald Trump (r), Kim Jong Un

U.S. Präsident Donald Trump (r), mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi, Vietnam. Das Treffen im Februar endete im Eklat. Jetzt nimmt Nordkorea seine Raketentests wieder auf.

(Foto: AP)

SeoulNordkorea hat nach Angaben Südkoreas „etliche“ Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert. Die Geschosse seien bis zu 200 Kilometer weit geflogen, ehe sie im Meer gelandet seien, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Zuvor hatte er gemeldet, der Norden habe eine Kurzstreckenrakete von der an der Ostküste Nordkoreas gelegenen Hafenstadt Wonsan aus abgefeuert. Südkorea verstärkte für den Fall weiterer Waffentests seinen Überwachungsapparat.

Unklar war zunächst, um welchen Waffentyp es sich dabei handelte. Vermutet wurde, dass Raketen von einem Mehrfach-Raketenwerfer aus abgeschossen wurden. Zunächst war vom Start einer einzelnen Raketen die Rede gewesen.

Für Japan bestehe keine Sicherheitsgefahr, da die Geschosse nicht einmal in die Nähe des Staatsgebiets gelangt seien, teilte das Verteidigungsministerium in Tokio mit. In Washington teilte die Regierungssprecherin Sarah Sanders mit, die USA hätten Nordkoreas Aktionen zur Kenntnis genommen und beobachteten die Situation.

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Sollte sich bestätigen, dass Nordkorea verbotene ballistische Raketen abfeuerte, wäre es der erste derartige Vorgang seit November 2017. Damals hatte das isolierte Land eine interkontinentale ballistische Rakete getestet.

Im Jahr 2017 hatte Pjöngjang gleich eine Serie von Waffentests ausgeführt und damit eine martialische Reaktion von US-Präsident Donald Trump provoziert, die bei vielen Experten die Sorge vor einem Krieg in der Reaktion befeuerte.

Später schwenkten Nordkorea und USA auf einen Kurs der diplomatischen Annäherung ein. Machthaber Kim Jong Un erklärte damals, sein Land werde auf Tests mit Kernwaffen und interkontinentalen ballistischen Raketen verzichten. Beobachter gehen davon aus, dass der mutmaßliche Einsatz von Kurzstreckengeschossen nicht gegen den selbst auferlegten Stopp verstößt. Vielmehr könnte es sich um dezente Provokationen Pjöngjangs halten, um in den festgefahrenen Atomverhandlungen Druck auf Washington auszuüben.

Nordkorea pocht auf umfassende Lockerungen der lähmenden Sanktionen im Gegenzug für nukleare Abrüstungsschritte, die die USA allerdings als unzureichend abgelehnt haben. An dem Streitpunkt scheiterte auch Ende Februar der zweite Gipfel von Trump und Kim in Hanoi. Seitdem zeigte sich Pjöngjang zunehmend frustriert. Erst im April meldete es einen Test einer nicht näher genannten „taktischen Lenkwaffe“. Zudem forderte Nordkorea den Rückzug von US-Außenminister Mike Pompeo aus den Atomgesprächen und übte Kritik am nationalen Sicherheitsberater John Bolton.

Südkorea hat sich „sehr besorgt über“ den Abschuss der Kurzstreckenraketen gezeigt. Die Regierung in Seoul forderte Nordkorea auf, „die Aktion einzustellen, die die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärft.“ Sie wies darauf hin, dass die jüngste Aktion Pjöngjangs gegen ein innerkoreanisches Militärabkommen verstoße.

„Wir erwarten, dass Nordkorea sich aktiv an den Bemühungen um eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche zur Entnuklearisierung beteiligt“, sagte eine Sprecherin des Präsidenten Moon Jae In. Der liberale Staatschef gilt als treibende Kraft hinter der Annäherung an Pjöngjang und den zwei Gipfeln von Trump und Kim. Japan dürfte aus Sicht von Experten keine harsche Reaktion auf die mutmaßlichen Raketentests verfolgen, da Ministerpräsident Shinzo Abe auf einen eigenen Gipfel mit Kim hofft.

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