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Asienkrise 1997 Nachwehen bis in die heutige Zeit

Die Asienkrise von 1997 brachte die Boomphase der 90er-Jahre in den Tigerstaaten umso jäh zu einem Ende. Erholt haben sich manche Länder davon bis heute nicht richtig. Eine Mischung aus maßlosen privaten und öffentlichen Investitionen, exzessiven Krediten sowie die feste Kopplung der Währungen an den Dollar führte damals ins Verderben.
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Thailand: Die Krise nahm ihren Ausgang, als die Notenbank den fest an den US-Dollar gekoppelten Baht freigab Quelle: Reuters

Thailand: Die Krise nahm ihren Ausgang, als die Notenbank den fest an den US-Dollar gekoppelten Baht freigab

(Foto: Reuters)

DÜSSELDORF. Sie kam auf leisen Sohlen. Weder Notenbankchefs noch Internationaler Währungsfonds oder Aufsichtsbehörden sahen sie kommen. Die Asienkrise von 1997 brachte die Boomphase der 90er-Jahre in den Tigerstaaten umso jäher zu einem Ende. Erholt haben sich manche Länder davon bis heute nicht richtig. Zum Beispiel Thailand. Dort nahm die Krise am 2. Juli 1997 ihren Ausgang, als die Notenbank den fest an den US-Dollar gekoppelten Baht freigab. Die Thai-Währung stürzte um 18 Prozent ab und löste eine panische Kapitalflucht aus. Und sie riss eine ganze Region mit in den Strudel. Binnen weniger Tage wurde an den Börsen 600 Mrd. Dollar Aktienkapital vernichtet.

Ursache der Asienkrise war nicht eine massive staatliche Überschuldung wie in Griechenland. Vielmehr führte eine Mischung aus maßlosen privaten und öffentlichen Investitionen, exzessiven Krediten sowie die feste Kopplung der Währungen an den Dollar ins Verderben. Immobilien und Wertpapiere wurden damals auf Pump gekauft. Problematisch wurde die Verschuldung, weil die Banken sich Kredite in Dollar und Yen mit kurzen Laufzeiten besorgten, diese Gelder aber an inländische Kreditnehmer langfristig weiterreichten.

Der IWF reagierte 1997/98 mit einer Reihe von Sanierungsprogrammen für Thailand, Indonesien und Südkorea. Wichtigste Stoßrichtung war die Freigabe der Währungen, die Umstrukturierung von Finanzinstitutionen und Unternehmen sowie die Haushaltskonsolidierung. Der IWF stellte zwar 39 Mrd. Dollar an Hilfsmitteln zur Verfügung, konnte aber eine Rezession nicht vermeiden, wofür er massive Kritik einstecken musste. „Die Medizin des IWF war richtig. Er konnte nur nicht durchsetzen, dass sie die Patienten richtig einnehmen“, sagt Rüdiger Dornbusch, Ökonom an der US-Eliteuniversität MIT. Das BIP schrumpfte in Indonesien binnen eines Jahres um 13,7 Prozent, in Thailand um acht Prozent. Anders als in Griechenland verordnete der IWF Thailand sogar eine Defizitpolitik, um die sozialen Folgen der Rezession aufzufangen, ließ Banken schließen und gab den Anstoß für ein modernes Konkursrecht.

Schlimmer als Thailand traf es Indonesien, wo trotz des Beistandspakets des IWF von 11,4 Mrd. Dollar ernsthafte soziale Unruhen ausbrachen. Ebenso wie in Thailand ließ der Fonds die Rupiah floaten, was zu einer Abwertung von 65 Prozent Ende 1997 führte. Indonesien fand erst Ende 1999 wieder zu einem mageren Wachstum zurück.

Südkorea erhielt vom IWF 21 Mrd. Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren in erster Linie, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Nach der Stabilisierung des Wons setze der IWF auf eine expansive Budgetpolitik, um die Folgen der Rezession abzumildern und eine Umstrukturierung der Konzerne zu ermöglichen. Der Regierung in Seoul gelang es, einen Teil des IWF-Kredits bereits neun Monate vor Fälligkeitstermin zurückzuzahlen.

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