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Asmussen, Lamy, Letta Top-Experten wollen Euro überlebensfähig machen

Ex-Staatssekretär und Ex-EZB-Direktor Jörg Asmussen hat einen neuen Job: Mit weiteren Top-Experten soll er für das Jacques Delors Institut Vorschläge zur Reform der Europäischen Währungsunion erarbeiten.
Update: 26.02.2016 - 22:13 Uhr
Der frühere EZB-Direktor hat eine neue Aufgabe. Quelle: dpa
Jörg Asmussen

Der frühere EZB-Direktor hat eine neue Aufgabe.

(Foto: dpa)

Berlin/Düsseldorf Ein vom Berliner Jacques Delors Institut und der Bertelsmann-Stiftung zusammengestelltes Expertengremium soll bis zum Herbst Vorschläge für eine Reform der Europäischen Währungsunion vorlegen. Die Idee für das Projekt komme von Jacques Delors, sagte der Geschäftsführer des Instituts, Henrik Enderlein, dem Handelsblatt.

Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“, wonach neben dem früheren Staatsekretär im Bundesarbeitsministerium, Jörg Asmussen, auch der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta sowie der frühere französische Handelskommissar Pascal Lamy dem Gremium angehören. Asmussen beginne seine Tätigkeit am 1. März, sagte Enderlein.

Federführend dabei sind demnach auch die Bertelsmann-Stiftung und ihr Vorstandsvorsitzender Aart De Geus. Der Gruppe von Top-Fachleuten wird laut Enderlein zudem die Volkswirtin Laurence Boone angehören, die Anfang des Jahres ihren Beraterposten bei Frankreichs Präsident François Hollande aufgab und zum Versicherer Axa wechselte. Er selbst, so Enderlein, koordiniere die Arbeit der Experten.

Konkret geht es laut Enderlein darum, einen Fahrplan für die Vertiefung der Währungsunion zu erarbeiten. „Der Euro ist in seiner jetzigen Ausgestaltung langfristig nicht überlebensfähig“, sagte der Professor an der Berliner Hertie School of Governance dem Handelsblatt. Deshalb sei eine „Grundüberholung“ der Euro-Zone nötig. Asmussen sprach im "Spiegel" von „praktikablen Vorschlägen für eine vertiefte finanzpolitische Zusammenarbeit in der Euro-Zone“.

Die Notwendigkeit, jetzt einen Impuls für eine Reform zu setzen, begründete Enderlein mit dem aktuellen politischen Umfeld. Er verwies auf das im Juni anstehende britische EU-Referendum sowie auf die französische Präsidentschaftswahl und die Bundestagswahl im kommenden Jahr. In dieser Gemengelage, so die Einschätzung Enderleins, dürfte es kaum politische Initiativen für eine Entwicklung des Euro-Raums geben.

Asmussen arbeitete während der Finanzkrise für Schäuble

Eigentlich wollte Asmussen nach seinem Ausscheiden aus dem Arbeitsministerium auf einen Vorstandsposten bei der staatlichen KfW-Bank wechseln. Doch der Wechsel platzte. Asmussen hatte sich nicht mit KfW-Chef Ulrich Schröder über eine Aufteilung seines Arbeitsplatzes zwischen Frankfurt und Berlin einigen können.

Der 49-Jährige sollte zunächst als Generalbevollmächtigter bei der KfW einsteigen und nach einer Übergangszeit in den Vorstand aufrücken. Dort sollte er dann das internationale Geschäft übernehmen. Asmussen wollte aus familiären Gründen aber auch in der Berliner Filiale der KfW arbeiten. Schröder habe dagegen auf einer vollen Präsenz am Hauptsitz Frankfurt bestanden, hieß es.

Asmussen soll zu viele Sonderwünsche geäußert haben. Er hatte sich schlicht verzockt. An anderer Stelle hieß es, er habe nur einen Tag pro Woche von Berlin aus arbeiten wollen. Asmussen war vor mehr als zwei Jahren ins Arbeitsministerium nach Berlin gewechselt. Er war zuvor 2011 vom Finanzministerium ins Direktorium der EZB nach Frankfurt gegangen. Für seinen Wechsel nach Berlin 2013 hatte er familiäre Gründe angegeben.

In der heißen Phase der Bankenrettung während der Finanzkrise 2008/2009 arbeitete Asmussen als Finanz-Staatssekretär eng mit seinem Duzfreund Jens Weidmann zusammen, dem damaligen Berater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Weidmann ist inzwischen Bundesbank-Präsident. Der SPD-Mann Asmussen war nach seinem Staatssekretär-Posten bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur EZB gewechselt.

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  • dpa
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