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Asyl-Entscheidung steht aus Venezuela wartet auf Zeichen von Snowden

Wird der frühere US-Geheimdienstexperte Snowden Venezuela als Exilland wählen? Und wie will er dorthin kommen? Schließlich sitzt er auf einem Moskauer Flughafen fest. So kommt auch Kremlchef Putin wieder ins Spiel.
08.07.2013 Update: 08.07.2013 - 09:53 Uhr 9 Kommentare
Präsident Nicolás Maduro bietet Edward Snowden an, nach Venezuela zu kommen. Quelle: dpa

Präsident Nicolás Maduro bietet Edward Snowden an, nach Venezuela zu kommen.

(Foto: dpa)

Caracas Venezuelas Regierung rechnet mit einer baldigen Antwort des US-Geheimdienstexperten Edward Snowden auf das Asyl-Angebot. Noch habe es aber keinen direkten Kontakt mit dem in Moskau festsitzenden Snowden gegeben, sagte Außenminister Elías Jaua am Rande des Gipfels der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) in Trinidad und Tobago. „Wir warten auf Montag, um zu erfahren, ob er seine Bereitschaft für ein Asyl bestätigt“, fügte Jaua hinzu.

Neben Venezuela signalisierten auch Nicaragua und Bolivien, sie wollten Snowden aus humanitären Gründen Asyl gewähren. Allerdings blieb unklar, wie der 30-Jährige unbehelligt nach Lateinamerika weiterreisen könnte. Der Minister betonte im staatlichen Fernsehen VTV, dass vor einer etwaigen Ausreise Snowdens auch die Meinung der russischen Regierung zu diesem Thema eingeholt werden müsse. „Offensichtlich ist Snowden nicht auf venezolanischem Boden“, sagte Jaua. Venezuela sei verpflichtet, jedes Asyl-Angebot zu prüfen. Im Fall einer positiven Entscheidung müsse jeder andere Staat dies respektieren. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte Snowden angeboten, ins „Vaterland von Bolívar und Chávez“ zu kommen, um frei von der „imperialistischen Verfolgung Nordamerikas“ leben zu können.

Dass Snowden sich vermutlich seit rund zwei Wochen auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo aufhält, belastet die ohnehin schon schlechten Beziehungen zwischen den USA und Russland weiter. US-Präsident Barack Obama droht nun anscheinend mit der Absage des langerwarteten Gipfeltreffens mit Kremlchef Putin in Russland Anfang September, berichtet die Moskauer Zeitung „Kommersant“ am Montag.

Falls sich der von den USA gejagte Snowden dann noch immer im Transitbereich des Flughafens aufhielte, würde Obama auch nicht zum anschließenden G20-Gipfel am 5. und 6. September nach St. Petersburg reisen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Quellen im US-Außenministerium. Stattdessen würde nur Vizepräsident Joe Biden kommen. Der Kreml widersprach: Die Vorbereitungen auf den Obama-Besuch liefen weiter auf Hochtouren, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Itar-Tass.

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    Russland wies unterdessen erneut jede Verantwortung im Fall Snowden zurück. „Er ist auf seine eigene Initiative hin nach Moskau geflogen“, sagte Alexej Puschkow, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma. Zwar gebe es weiter keine Gründe, Snowden an die USA auszuliefern. „Aber natürlich wäre es besser, wenn die Situation bis zu Obamas Besuch in Moskau gelöst wäre.“

    Nach seinen brisanten Enthüllungen über weltweite Datenspionage der USA soll Snowden auf dem Flughafengelände festsitzen. Direktflüge aus Moskau in die möglichen Asylländer gibt es nicht. Die USA haben seinen Pass annulliert. Erst vor wenigen Tagen war es zu einem diplomatischen Eklat gekommen, als Boliviens Staatschef Morales aus Moskau kommend in Wien ungeplant zwischenlanden musste. Mehrere Staaten hatten die Überflugrechte verweigert – angeblich, weil Enthüller Snowden an Bord vermutet wurde.

    Inzwischen wurde bekannt, dass es offenbar auch in Lateinamerika massive Spionageangriffe der USA gegeben hat.

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    9 Kommentare zu "Asyl-Entscheidung steht aus: Venezuela wartet auf Zeichen von Snowden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nein, Aeroflot fliegt natürlich nicht nach Havanna. Das wissen die vereinigten nordamerikansichen Staaten, exclusive Canada und Mexico, inclusive der Dependancen "overseas" mit Krone und Zepter, natürlich bestens. Die Russen hätten das in der Hand, bei den Chinesen wäre im Zweifelsfalle Panama per U-Boot erreichbar gewesen. Aber wer will sich das schon antun, hat man doch alle Unterlagen vorliegen und ihn dahingehend ausreisen lassen.

      Putin ist am Zuge und in der heiklen Angelegenheit wird mehr gefordert und verschwiegen. Ein Erpressungsvermögen par excellence bis hin zum Geleitschutz, alles ist möglich, weil Unmögliches schon immer sofort zu erledigen war. Je länger die Wartezeit, je wahrscheinlicher, kommt dies einer Reise nach Jerusalem gleich. Daran kan Snowden überhaupt kein Interesse haben, ebenso die zuvor genannten "vereinigten", denn dann wird es richtig teuer. -:)

    • Und wie will er dorthin kommen? Schließlich sitzt er auf einem Moskauer Flughafen fest.

      Na, gibts keine U-Boote mehr?

    • Also bei mir ist er nicht!

    • Genau..., wenn sich nur die Russen nicht so blöde anstellen würden! Die wollen nämlich selbst mit der Geschichte so wenig wie möglich zu tun haben ("...Snowden ist ein freier Mann und kann gehen wohin er will..." - denkste! Ohne Pass??).

      Auch die Presse lauert geradezu auf ihn... wenn der das Flugzeug nur anguckt, weis die ganze Welt, dass er nach Havanna (oder weiß wohin) unterwegs ist... da brauch der NSA nicht mal abhören... (Ironie der Geschichte...)!!!

    • Die Russen können ihn ja im Atom-U-Boot nach Venezuela bringen. Das wäre wohl sicher.

    • Ich bin ganz Ihrer Meinung: In jedem Land dieser Welt würden ihn die USA fassen können und sie würden das unbedingt tun, um ihre Macht zu demonstrieren und um die anderen Personen mit Zugang zu Staatsgeheimnissen abzuschrecken. Wenn er nur eine Botschaft, wie J. Assange, erreicht hätte, vielleicht könnte dann sein Schicksal anders werden.
      Von szwolf.

    • Er sollte vor allem auch mal auspacken dass die D Regierung Dreck am Stecken hat dass sogar ein Zuhälter alt dagegen aussieht.

    • Snowden hat ein Problem: Er ist der "Staatsfeind Nr. 1"!

      Wie er aus der Nummer wieder rauskommen soll, kann niemand abschätzen. Ich halte es auch für möglich, dass US-Jäger ein Passagierflugzeug auf dem Weg nach Havanna, Caracas oder sonst wo hin abfangen würden - so wie den bolivianischen Präsidenten!

      Und selbst wenn... er in Caracas ankommt - der CIA wird ihn aus irgendeiner Hütte entführen - ähnlich wie der Mossat Adolf Eichmann (einer der Verantwortichen für den Völkermord an den Juden) entführte.

      Die Aktion war schlecht geplant! Hätte er besser erst Asyl beantragt, und dann ausgepackt...

    • Schade dass unser Land angesichts seiner politischen Entgleisungen in der Vergangenheit immer noch nicht in der Lage ist das Richtige zu tun.
      Snowden hat aufgezeigt, dass sein Land millionenfach Rechtsbruch begeht, seine Verfassung ausgehebelt hat und die Menschenrechte mit Füssen tritt. Deswegen wird er jetzt Verräter genannt uns von seinem Land verfolgt.

      Der folgende Link bringt unser Fehlverhalten am Besten auf den Punkt:

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-jesus-sitzt-in-moskau-fest-a-909611.html

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