Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Asylpolitik UN begrüßt Seehofers Ankündigung, ein Viertel der Bootsflüchtlinge aufzunehmen

UN und die Hilfsorganisation Pro Asyl loben Host Seehofer: Der Innenminister hatte angekündigt, jeden vierten Flüchtling aufzunehmen, der auf Lampedusa angekommen ist.
Kommentieren
82 Migranten sind in Italien angekommen. Deutschland, Frankreich und Italien nehmen jeweils 24 auf, Portugal acht und Luxemburg  zwei. Quelle: dpa
Horst Seehofer

82 Migranten sind in Italien angekommen. Deutschland, Frankreich und Italien nehmen jeweils 24 auf, Portugal acht und Luxemburg zwei.

(Foto: dpa)

Genf, Berlin, Rom Auf der italienischen Insel Lampedusa hat in der Nacht die Landung der Migranten von Bord des Rettungsschiffes „Ocean Viking“ begonnen. Bis zum Sonntagmorgen sei etwa die Hälfte der 82 Bootsflüchtlinge an Land gelangt, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Sie wurden mit kleinen Booten der Küstenwache an Land gebracht, da die „Ocean Viking“ selbst auf Reede blieb.

Das Schiff wird von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betrieben. „Die Teams von @SOSMedIntl und @MSF_Sea sind erleichtert, dass die Männer, Frauen und Kinder endlich einen sicheren Ort erreicht haben“, schrieb SOS Méditerranée auf Twitter.

Ansa hatte unter Berufung auf italienische Regierungskreise zuvor gemeldet, Deutschland werde von den 82 Migranten 24 übernehmen. 24 weitere gingen an Frankreich und ebenfalls 24 blieben in Italien. Portugal würde acht und Luxemburg zwei Menschen übernehmen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat die deutschen Pläne begrüßt, ein Viertel der in Italien ankommenden Bootsflüchtlinge aufzunehmen. „Wir hoffen, dass die deutsche Initiative ein Schritt in Richtung auf ein berechenbares System ist, das die geordnete und zeitnahe Ausschiffung von Menschen ermöglicht, die auf See gerettet werden“, teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Genf mit.

Man hoffe, dass andere Länder nun auch Verantwortung übernähmen. Es sei gut, dass Deutschland die Bereitschaft zeige, großzügig nach vorne zu gehen, sagte Pro Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Jeder Gerettete sei „ein Impuls gegen die knallharte Politik, die der italienische Innenminister Matteo Salvini durchgezogen“ habe.

Gleichwohl fordere Pro Asyl weiter einen Verteilmechanismus für ankommende Bootsflüchtlinge. Dieser dürfe nicht nur die auf dem hohen Meer Geretteten umfassen, sondern auch jene, die es auf eigene Faust auf maroden Booten bis an die Küsten Europas schafften. „Das gilt also auch für die auf Malta, Zypern oder den griechischen Inseln Gestrandeten.“

Dieser Mechanismus sei aber noch nicht in Sicht. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor in der “Süddeutschen Zeitung“ erklärt, Deutschland werde jeden vierten Flüchtling einreisen lassen, der nach einer Seenotrettung in Italien gelandet sei. „Das wird unsere Migrationspolitik nicht überfordern.“

Mit dem Schritt wolle man die neue italienische Regierung entlasten und die Verteilung von Flüchtlingen in Europa voranbringen. „Ich habe immer gesagt, unsere Migrationspolitik ist auch human. Wir werden niemanden ertrinken lassen“, hatte Seehofer gesagt. Der ursprünglich gewünschte Weg, wonach Flüchtlinge zunächst zu Ausschiffungsplattformen in Nordafrika gebracht werden sollten, um dort ihr Asylverfahren abzuwickeln, sei vorerst vom Tisch. „Dazu braucht es ein bis zwei Länder in Nordafrika, die das befürworten. Die gibt es nicht“, sagte Seehofer.

Mehr: Der Malteser und der Ökonom über die Integration von Flüchtlingen, die ökonomische Bilanz der Zuwanderung und Kompromisse im Umgang mit zwielichtigen Staaten.

  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Asylpolitik - UN begrüßt Seehofers Ankündigung, ein Viertel der Bootsflüchtlinge aufzunehmen

0 Kommentare zu "Asylpolitik: UN begrüßt Seehofers Ankündigung, ein Viertel der Bootsflüchtlinge aufzunehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote