Athen unter Druck Merkel wettert gegen Vorteile für griechische Rentner

Merkel verschärft in der Griechenland-Debatte den Ton. Angesichts der Milliardenhilfen kritisiert die Bundeskanzlerin das frühe Renteneinstiegsalter in dem Mittelmeerstaat - und löst damit großen Unmut aus.
Update: 18.05.2011 - 13:25 Uhr 78 Kommentare
Angela Merkel. Quelle: dapd

Angela Merkel.

(Foto: dapd)

Meschede/Berlin/AthenEs gehe nicht nur darum, keine Schulden zu machen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Parteiveranstaltung in Meschede in Nordrhein-Westfalen. "Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern dass alle sich auch ein wenig gleich anstrengen - das ist wichtig."

Nach heftigem Streit wird in Deutschland derzeit das Renteneinstiegsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre heraufgesetzt.

Merkel fügte weiter hinzu: "Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig. Das geht auf Dauer auch nicht zusammen." Gesetzlich festgelegt sind in Deutschland mindestens 20 Tage Urlaub.

Die Opposition äußerte scharfe Kritik an den Äußerungen Merkels. "Wenn man über soziale und ökonomische Konvergenz redet, dann sollte man alle plakativen Sprüche und Vorurteile an der Garderobe abgeben", sagte der Chef der Grünen-Fraktion im Europa-Parlament, Daniel Cohn-Bendit, "Spiegel Online". Es sei absurd, wenn Merkel erkläre, wer deutsche Hilfe in Anspruch nehmen wolle, müsse sich im Gegenzug "anstrengen". "Natürlich arbeiten die Menschen in Südeuropa viel", sagte Cohn-Bendit. Anstatt "auf billigen Beifall zu setzen", solle die Kanzlerin lieber konkrete Vorschläge machen.

Auch der deutsche Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte Merkel scharf für ihre Äußerungen. "Kanzlerin Merkels Europapolitik besteht noch immer vor allem aus Marktplatzsprüchen bei Parteiveranstaltungen", sagte er. "Ihr willkürliches Herauspicken einzelner Punkte hilft weder Ländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien noch spiegelt sie die Wirklichkeit wieder." Özdemir sagte weiter: "Wenn die Kanzlerin sich in dieser Form direkt in die Innenpolitik dieser Länder einmischt, dann schlage ich ihr vor, dies doch bei einem Staatsbesuch direkt vor Ort zu diskutieren."

Özdemir kritisierte: "Statt solcher neunmalklugen Ratschläge an unsere europäischen Partner sollte sich die Kanzlerin lieber endlich für eine vernünftige und funktionsfähige Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der EU einsetzen." Sein Parteifreund Cohn-Bendit sagte: "Soziale Konvergenz in Europa ist ok - aber dann müssen wir über Arbeitszeiten genauso reden wie über Rente, Urlaub und Mindestlohn."

"Merkels Vorstoß provoziert antideutsche Stimmungsmache in Europa und antieuropäische Ressentiments in Deutschland", sagte auch Linksparteichef Klaus Ernst. "Wenn die Menschen Europa mit Schrumpflöhnen, Schrumpfrenten und längeren Arbeitszeiten identifizieren, dann hat die europäische Idee keine Zukunft." So gewöhne man den Menschen Europa ab. "Das ist Politik unterhalb des Stammtischniveaus", empörte sich der Linksparteichef. "In Europa leben Europäer und keine Euros."

Ernst forderte die Kanzlerin auf, in der kommenden Woche im Bundestag Stellung dazu nehmen, ob sie Europa weiter über die Stammtische regieren, oder ob sie selbst Verantwortung für ein Europa übernehmen wolle, in dem die Lebensqualität auf breiter Front steigt und nicht sinkt. "In Griechenland und Portugal müssen die Banken und die Millionäre zur Kasse gebeten werden, und nicht die kleinen Leute", sagte Ernst.

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78 Kommentare zu "Athen unter Druck: Merkel wettert gegen Vorteile für griechische Rentner"

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  • German citizens call for a new class action law suit under RICO against the current US government under Obama, the US Federal Reserve, the US Treasury Department, the 3 major rating agencies (S&P, Moodys, Fitch) and these american banks: BoA, JPMC, Citi, Morgan Stanley


    Focus on
    - criminal collusion
    - deceipt of the general public and allied countries
    - ongoing manipulation in the bond markets, precious metal markets & currencies
    - theft and financial crimes against mankind
    - market manipulation & surpression of oil producing countries world wide
    - manipulation in the futures markets in the US & UK


    https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Racketeer_Influenced_and_Corrupt_Organizations_Act

    https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Sammelklage

  • Merkel hat leider Recht! Viele "Gutmenschen" ignorieren die Fakten, dass sich bei den Definzitsündern eine "Überversorgung" etabliert hat. Dieses gilt für Arbeitslöhne, Altersversorgung und Privilegien von Arbeitnehmern, von denen wir hier nur träumen können.
    Stickworte: Rentenniveau (90 Prozent der letzten Arbeitsjahre,Rentenansprüche für unverheiratete Töchter, bis zu 15 !! Monatsgehältern jährlich, faktisch keine Steuereintreibung, nicht funktionierende Verwaltung-Rentenweiterzahlung für Tote, die fünffache Anzahl von Staatsangestellten pp.) Derartige "Privilegien" sind hier undenkbar und gehören korrigiert!

  • Das Rentensystem der westlichen Welt wird so oder so in diesem Jahrzehnt einbrechen. Beinahe überall in Europa, aber auch in den USA, wahrscheinlich auch in Kanada, vielleicht sogar in der Schweiz. Es geht mit Griechenland los, aber es dauert nicht länger als ein Jahrzehnt bis es Deutschland erwischt. Egal was und wie man sich erarbeitet hat. Die Chinesen , die Inder, die Koreaner und die anderen Kontinentalasiaten sind nun mal bereit mehr für weniger zu leisten. Irgendeine Hartz 13 Krümmel werden die Bedürftigen vielleicht noch bekommen. LG aus Athen.

  • Da haben Sie Merkel aber falsch verstanden. Denn gerade sie hält an diesem Euro fest wie eine Ertrinkende am Rettungsring. Vor kurzem sagte sie noch, der Euro entscheide über Krieg und Frieden. Noch blöder geht es wirklich nicht mehr.
    Wir hatten schon eine gut funktionierende EU als an Merkel noch gar nicht zu denken war.
    Diese Frau hat komplett den Überblick verloren, falls sie den je hatte.
    Das schlimme ist, dass sie sich aufführt, wie Honecker, für den gab es ja auch kein Volk, kein Parlament etc.
    Und das noch schlimmere ist, dass sie Deutschland wieder unbeliebt macht. Sie geht doch nach dem Motte ganz Europa hat gefälligst das zu tun, was Merkel sagt. Am Deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen.
    Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten nach dem Krieg gut daran getan uns nicht so zu benehmen und haben mit allen europ. Nachbarn in Frieden gelebt.
    Genau das was De Gaulle und Adnenauer wollten. Die einst schöne Idee von Europa haben hauptsächlich Merkel und auch Sarkozy mit ihrem Machtgehabe zerstört
    Ich mache mir große Sorgen, das gebe ich offen zu.
    Wir brauchen keien DDR- udn FDJ-Trulla, die unser Land zerstört. Wir hatten Jahre ein gutes Leben mit allen
    Es wird Zeit, dass die CDU endlich aufteht und diese Frau weg jagt

  • Ihr Beitrag it sehr gut und dem kann ich voll und ganz zustimmen.

  • Volle Zustimmung, allerdings, wenn das Vermögen ehrlich erarbeitet ist.
    Und das mit dem Schulden machen sollten Sie mal zuerst diesen Volksverrätern, den Grünen sagen mit ihrer MultiKulti-Träumerei.
    Wir leisten uns den Luxus Millionen falsche Zuwanderer in den Sozialsystemen zu hätscheln und dürfen uns als Dankeschön noch beschimpfen und verprügeln lassen.
    Kein Land kann sich so etwas leisten und auch dies wird eines Tages bei uns zusammen brechen.

  • diese meinige Antwort war für Kensfield gedacht

  • Bevor Sie so etwas schreiben, sollten Sie sich aber besser informieren.
    Lesen Sie dazu den OECD-Bericht oder sonstiges. Diese Länder gehen keineswegs früher in Rente als die Deutschen. Ein Trauerspiel, dass selbst die Kanzlerin offenkundig zu blöde ist, sich zu informieren
    Das ist mal Punkt 1.
    Und einen andren Punkt, haben offenbar viele vergessen.
    Merkel führt sich auf a.) wie eine Staatsratsvorsitzende und b:) geht sie schon seit längerem nach dem Motto Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen" und das ist ganz fatal
    Sie schadet unsrem Land immer mehr
    Die Aversionen in anderen europ. Ländern gegen die Deutschen nehmen extrem zu.
    Wie kommt diese Trulla dazu den Griechen, Portugiesen usw. vorzuschreiben, wie die zu leben und zu wirtschaften haben.
    Das eigentlich Verwerfliche an dieser ganzen Geschichte ist, dass die Politiker und z. T. die Ökonomen lügen und zwar aus Eigennutz.
    Der Untergang genau dieser Südstaaten war der Euro.
    Mit dem Euro wurde quasi die Wirtschaftsleistung mit der starker Länder wie uns und Frankreich gleich gestellt.
    Früher hatten diese Länder die Möglichkeit der Auf- oder Abwertung, die fällt beim Euro weg. Der Euro ist also überall gleich stark und das ist der Kardinalfehler. Man hat also keine Gestaltungsmöglicvhkeiten mehr
    Anstatt nun die völlige Unsinnigkeit des Euro zuzugeben, lügen diese 3.klassigen Typen weiter was das Zeug hält.
    Die machen so lange, bis es in Europa Unruhen gibt
    Oder sit das gar gewollt? Die Frage muß man langsam stellen

  • Nicht aufregen, das ist dochnur ganz stramm sozialistisch, in der DDR. waren auch alle gleich, ein paar waren aber gleicher.
    Udn dass wir mehr und merh in eine 2. DDR schlittern, scheint die Presse auch noch nicht gemerkt zu haben.

  • Merkel versucht nur ihre Inkompetenz bei der Bewältigung der Euro-Krise mit populären Irrtümern zu unterstreichen. Man wünscht sich ja, dass sie uns endlich sagt, was beim Euro schief gelaufen ist, wer 10 Jahre gepennt hat und Verantwortung für das Desaster übernimmt und wie man da mit 'nem blauen Auge wieder heraus kommt. Wenn sie mit solchen leichtfertigen, durch Fakten nicht ausreichend gedeckten Äußerungen auch noch die Wut ungerechtfertigterweise auf Deutschland lenkt, leistet sie uns einen weiteren Bärendienst.

    Zu den Renten: Wenn wir in Deutschland auch immer mehr Party und "Selbstverwirklichung" machen, statt Kinder in die Welt zu setzen und gleichzeitig immer älter werden, gibt es nur 2 Möglichkeiten, die Renten weiter zu finanzieren: Rentenkürzung (bzw. Verlängerung des Eintrittsalters) oder Erhöhung der Rentenbeiträge. Ich bin dafür, dass wir unseren Schwerpunkt von einem exportfreundlichen zu einem kinderfreundlichen Land verlegen, da löst sich auch die Rentenfrage auf natürliche Weise. Bis dahin bin ich dafür, die Rentenbeiträge stabil zu halten, da die Wahrscheinlichkeit, dass diese von den Beitragszahlern toleriert werden, desto mehr sinkt, je wahrscheinlicher sie wegen der Demografie selbst nur eine Mini-Rente bekommen.

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