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Atomabkommen Iran gibt Europa 60 Tage Zeit zur Rettung des Atomabkommens

Nach dem US-Rückzug aus dem Atomdeal leidet der Iran unter den wirtschaftlichen Folgen. Mit Europa will der Staat nun weiter verhandeln – bis September.
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Atomabkommen: Iran gibt Europa 60 Tage Zeit zur Rettung Quelle: dpa
Hassan Ruhani

Die iranische Regierung zeigt sich gegenüber der EU verhandlungsbereit.

(Foto: dpa)

Teheran Der Iran hat den fünf verbliebenen Unterzeichnerstaaten des internationalen Atomabkommens eine nach eigenen Angaben letzte Frist gesetzt, den Vertrag zu retten. Der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussawi sagte am Montag, nach Ablauf von 60 Tagen im September werde Teheran keine weiteren Fristen mehr setzen.

Der Iran sei zu Verhandlungen mit den europäischen Partnern bereit und hoffe, dass sie „Schritte nach vorne machen“, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, sagte Mussawi. Die iranische Wirtschaft leidet unter den von US-Präsident Donald Trump nach dem Rückzug der USA aus dem Abkommen verhängten Sanktionen. Insbesondere die Ölindustrie und der internationale Zahlungsverkehr des Irans werden hart getroffen. Die Lockerung und Aufhebung von Sanktionen war aber die Gegenleistung, die Teheran für die Beschneidung seines Atomprogramms zugesagt wurde.

Ein Jahr nach dem amerikanischen Rückzug aus dem Abkommen hatte Teheran im Mai angekündigt, zentrale Punkte des Abkommens nicht mehr einzuhalten, wenn es den Europäern nicht gelingt, die versprochenen wirtschaftlichen Erleichterungen für den Iran zu bewirken. Anfang Juni wurde mitgeteilt, dass im Iran nun wieder mehr als die im Abkommen festgelegten 300 Kilogramm schwach angereichertes Uran gelagert werden. Am Sonntag folgte der nächste Schritt, die Anreicherung von Uran über den Grenzwert von 3,67 Prozent hinaus.

Vorerst werde der Iran Uran aber nur bis zu einem Wert von 4,5 Prozent anreichern. „Unsere Anlagen brauchen einen Anreicherungsgrad von 1,1 bis 4,5 Prozent, daher wird ein Wert unter 5 Prozent vorerst ausreichen“, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation, Behrus Kamalwandi, am Montag.

Bis zu 5 Prozent werde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht als gefährlicher Anreicherungsgrad eingestuft, sagte der Sprecher. Das könnte sich jedoch langfristig je nach Bedarf ändern, gab die Nachrichtenagentur Isna den Sprecher wieder. Langfristig solle der Anreicherungsgrad maximal 20 Prozent betragen. Für den Bau von Atombomben müsste Uran auf 90 Prozent angereichert werden.

Das Atomabkommen mit Teheran wurde 2015 von den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland geschlossen.

Mehr: Das Atomabkommen mit dem Iran scheint endgültig zum Scheitern verurteilt. Die Europäer hoffen jedoch, den Iran noch zum Einlenken bewegen zu können.

  • ap
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1 Kommentar zu "Atomabkommen: Iran gibt Europa 60 Tage Zeit zur Rettung des Atomabkommens"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer glaubt, dass die Iraner die Atombombe, so sie denn eine haetten, tatsaechlich einsetzen ausser um sich gegen eine uebermaechtigen Angriff zu wehren? Ich sehe schon
    die Kommentare: um Israel auszuloeschen. Ein Atomanschlag gegen Israel wuerde genauso-
    viele Palaestinenser, Syrier, Jordanier etc umbringen. Ist absolut auszuschliessen, ganz ab-
    gesehen von der Reaktion der Westmaechte. Warum also die ganze Hype? Schliesslich haben die Nordkoreaner, Pakistanis, Inder, Israelis etc auch A-Waffen. Der Grund ist nur
    einer: Von den Amerikaner geplanter Regime-Wechsel im Iran. Wird aber nicht klappen.