Atomendlager-Suche Wohin mit dem atomaren Müll?

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Frankreich

In Frankreich ist Atomkraft viel akzeptierter als in Deutschland. Deshalb stellte sich die Suche nach einem Endlager etwas leichter dar. Der Müll soll ins Atomendlager-Projekt „Cigéo“ in Bure bei Nancy in Lothringen, nur 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Bure ist übrig geblieben, nachdem an anderen möglichen Orten die Proteste von Anwohnern, Bauern und Winzern das Vorhaben im Keim erstickten. In Lothringen ist die Arbeitslosigkeit hoch, das sorgte für eine höhere Akzeptanz.

Schon seit den 1980er Jahren wurde nach einem Standort gesucht, vier standen in Frankreich zur Auswahl. Für Bure sprach die geringe Bevölkerungsdichte in der Region und wenig Protest. Um die Proteste, die sich dagegen doch regten zu ersticken, bekommt die Region hohe Förderungsgelder. Nicht weit entfernt von Bure gibt es auch schon zwei oberirdische Endlager für kurzlebige radioaktive Abfälle. Die Grundlage für ein Endlager-Projekt wurde schon mit einem Gesetz von 2006 gelegt.

Alternativen zu Bure sind nicht im Gespräch. Schon seit Jahren wird dort 500 Meter unter der Erde im Tongestein geforscht. Das Lager ist vorgesehen für 10.000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle und 70.000 Kubikmeter mittelradioaktiven Müll. Die Kosten wurden auf rund 35 Milliarden Euro geschätzt, die Schätzungen sind aber noch sehr vage. Ursprünglich war geplant, dass die staatliche Agentur für Atommüllverwaltung Andara schon 2015 einen Antrag auf Baugenehmigung vorlegt, doch nun ist das erst 2018 geplant, die Forschungen ziehen sich länger hin als geplant Die Anlage könnte möglicherweise dann 2025 eröffnen. Bis dahin wird der strahlende Abfall in der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague gelagert.

Die Anlage in Bure soll nicht mehr wie ursprünglich geplant nur für 100 Jahre, sondern für 140 Jahre in Betrieb gehen. Die ersten 50 Jahre soll hier allerdings nur mittelstark verstrahlter Müll eingelagert werden. Unklarheiten gibt es vor allem noch bei der Umkehrbarkeit der Anlage und der Rückholbarkeit des Mülls.

Auch wenn die Anwohner kaum protestierten, gibt es doch Kritiker, die Umweltministern Ségolène Royal aufforderten, das Projekt aufzugeben. Die Grünen fordern eine Alternative zur unterirdischen Lagerung. Aber auch außerhalb von Frankreich regt sich Protest. Luxemburg und Rheinland-Pfalz sehen das grenznahe Projekt äußerst kritisch.

Tanja Kuchenbecker, Paris

Schweden
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28 Kommentare zu "Atomendlager-Suche: Wohin mit dem atomaren Müll?"

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  • Ja, Facharbeiter haben wir unzählbare und "die verstehen etwas von ihrem Fach".

  • Hatte ich doch wirklich "Krieger" geschrieben? Na sowas! Ich meinte selbstverständlich Facharbeiter aus den Krisenregionen.

  • @Rainer von Horn

    Ob Geld da ist?
    Steuergeld ist für jeden Unsinn da, man schadet nur seiner Gesundheit, wenn man sich darüber intensiv Gedanken macht.

  • http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zwischenlager-ahaus-regierung-will-atommuell-nach-russland-schicken-a-728016.html

  • Herrn Hofmann fehlt dieser Glaube jedenfalls nicht. Er behauptet sogar, dass mit dem russischen Reaktor BN-800 dies heute schon möglich ist. Was natürlich dummes Zeug ist, aber wir "Blödwafer" (was immer das sein mag) hören es gerne.

  • @Bernd Ramseyer

    Dann muss die Regierung die rostigen Behälter aber mal neu "konservieren". Aber ob für neue Konservevn wohl Geld da ist?
    http://www.badische-zeitung.de/karlsruhe-x1x/in-karlsruhe-lagert-atommuell-in-1700-rostigen-faessern--94867171.html

    2010 gab es zur Infomation schon mal ein deutsch-russisches Abkommen zur Entsorgung von Atommmüll. Heut ist das natürlich UNDENKBAR. Undenkbar aber nur, wegen der politisch verordneten DENKVERBOTE von Oben. Aer auch schon vor sechs Jahren gab es politischen Widerstand gegen diese Form des atomaren Müllexports. Die Grünen hielten die Lagerung für zu unsicher. Da scheint es mir nach langen Nachdenken, sicherer, den Atommüll, quasi AUF DER Oberfläche -natrülich kaum gesichert gegen Flugzeugabstürze oder Terrorakte- in rostenden Fässern dahinmodern zu lassen.

  • Gibt es bei uns Allah-Krieger?
    Die Gefährder sind doch den Diensten namentlich bekannt.

    Alle Anderen sind vielleicht islamische männliche Einzelreisende, die auch manchmal in Gruppen auftreten, aber Krieger?

  • << ..... ist leicht zugänglich ..... >>

    Das wäre sicher der größte Vorteil. Die Allah-Krieger werden sich über so viel Entgegenkommen freuen.

  • Man wartet immer noch auf den wissenschaftlichen Quantensprung, der es ermöglicht, den Müll zu neutralisieren (oder vielleicht zum Jupiter zu schießen). Das war doch tatsächlich die damalige Meinung der Politiker, die Wissenschaft wird’s schon in der Zukunft richten. Allein mir fehlt der Glaube.

  • Habe eben erfahren, es wird noch 101 Jahre benötigen bis in Deutschland ein "Endlager" zur Verfügung steht:

    "Deutschland wird seinen hochradioaktiven Atommüll vermutlich erst um das Jahr 2117 herum unter die Erde gebracht haben. Ein ganzes Jahrhundert lang werden die Castorbehälter mit den abgebrannten Kernbrennstäben damit wohl noch überirdisch in Hallen neben den Kernkraftwerken oder den zentralen Zwischenlagern untergebracht bleiben." (welt-online)

    Der Vorteil liegt natürlich auf derHand, der Atommüll liegt nicht in irgendwelchen Schächten, ist leicht zugänglich, dadurch schneller Zugriff und vergiftet kein Grundwasser.

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