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Atomkonflikt Trump will Kim Jong Un erneut treffen – was von dem Gipfel zu erwarten ist

Nach dem historischen Gipfel im Juni 2018 treffen sich Trump und Nordkoreas Machthaber Ende Februar erneut. Doch ein Durchbruch im Atomkonflikt ist weiter fraglich.
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Donald Trump und Kim Jong Un vereinbaren Gipfel im Februar Quelle: dpa
Kim Jong Un (l.) und Donald Trump (r.)

Die Beziehung mit dem nordkoreanischen Machthaber bezeichnet Donald Trump als gut.

(Foto: dpa)

Tokio US-Präsident Donald Trump liebt Dramatik. Für die Ankündigung des zweiten Gipfeltreffens mit Nordkoreas Führer Kim Jong Un wählte er daher die größte Bühne, die die USA zu bieten haben: seine Rede zur Nation vor dem US-Kongress. „Es bleibt noch viel zu tun“, sagte er. „Aber meine Beziehung mit Kim Jong Un ist gut.“ Dann enthüllte er, dass er Kim am 27. und 28. Februar in Vietnam treffen wird.

Trumps Bekenntnis, dass noch viel zu tun sei, deutet auf die Krux des historisch ersten US-nordkoreanischen Gipfeltreffens hin. Im Juni 2018 hatte Trump sein kurzes Tete-à-tete mit Nordkoreas Führer als Durchbruch für die Denuklearisierung Nordkoreas verkauft. Doch in den folgenden Monaten schienen die konkreten Verhandlungen zu erlahmen.

Offenkundig machte dies Nordkorea im Dezember. Das Regime definierte damals klar, was Experten schon lange sagten. In der Gipfelerklärung hatten die USA Nordkoreas langjährige Floskel von der „Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ aufgenommen. Und das bedeutet für Nordkorea, dass man zu einer Denuklearisierung bereit ist, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden: ein Rückzug der USA aus Südkorea, am besten noch aus Japan, und am allerbesten ein Verzicht der Großmächte auf Atomwaffen.

Oder anders gesagt: Eine schnelle, unwiderrufliche und überprüfbare Aufgabe des Nuklearprogramms – wie die USA es offiziell fordern – wird Nordkorea nicht akzeptieren. Allerdings zeigte sich Kim offen für ein zweites Treffen. Und Trump will und kann dem direkten Gespräch nicht widerstehen.

Denn erstens setzt er selbst auf persönliche Spitzendiplomatie. Und zweitens kann er in diesem Fall nur so seine größte außenpolitische Initiative retten, die ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern einbringen würde: einen Friedensschluss mit der stolzen ostasiatischen Diktatur.

Der US-Nuklearbeauftragte Stephen Biegun jettete daher in den vergangenen Wochen immer wieder über den Pazifik, um die Gespräche vorzubereiten. Gerade dieser Tage trifft er Nordkoreas Unterhändler in deren Hauptstadt Pjöngjang. Nur rätseln die Experten, wozu beide Seiten dieses Mal bereit sind.

Am berechenbarsten sind da noch die Nordkoreaner. Sie erwarten nach wie vor, dass ihre ersten Schritte wie die Sprengung ihres bisherigen Atomtestzentrums von den USA mit Gegenleistungen belohnt werden. Eine Erklärung des Kriegsendes ist eine Möglichkeit, Erleichterung des Sanktionsdrucks eine andere.

Trump trauen die Experten hingegen alles Mögliche zu. „Trumps Wunsch nach einem wichtigen diplomatischen Erfolg könnte zu unvorhergesehenen Ergebnissen auf dem Gipfel führen“, meint Victor Cha, Korea-Chair des Thinktanks CSIS und Berater beim Sicherheitsberater Teneo Intelligence. Einem unwahrscheinlichen positiven Ergebnis – Nordkoreas Einschwenken auf eine rasche Abrüstung – stehen dabei für ihn zwei negative gegenüber.

Eines ist der Zusammenbruch der Annäherung. Dann könnten Trump und Kim sich wieder wie 2017 mit Krieg drohen. Ein anderes ist für Cha, dass Trump ein Versprechen Nordkoreas, dessen Arsenal und sein Langstreckenraketenprogramm nicht weiter auszubauen, mit weitreichenden Konzessionen belohnt.

Die Sorgenliste des Korea-Experten, der zu Beginn von Trumps Regierungszeit als Botschafter für Südkorea gehandelt wurde, wird von einer Lockerung der Sanktionen angeführt. Danach folgen ein Friedensvertrag ohne wirkliche Abrüstung, ein Aussetzen von Manövern mit dem Verbündeten Südkorea oder gar eine Reduzierung der US-Truppen auf der Halbinsel.

Die letzte Möglichkeit ist das Horrorszenario für die Militärstrategen nicht nur in Washington, sondern auch in Südkorea und in Japan. Denn gerade die asiatischen US-Alliierten haben ihre Strategie auf dem Verteidigungsversprechen der USA aufgebaut.

Die gute Nachricht: Dieses Szenario ist möglicherweise vom Tisch. Denn Südkorea hat in einem Streit über den Kostenteilung für die US-Truppen gerade klein beigegeben.

Trump hatte eine 50-prozentige Erhöhung von Südkoreas Zahlungen gefordert. Anfang der Woche kamen beide Seiten nun grundsätzlich überein, dass Südkorea seinen jährlichen Beitrag um 40 Prozent auf bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Allerdings wird der Vertrag nicht mehr über fünf, sondern nur noch über ein Jahr laufen. Für Gipfelspannung in Vietnam ist daher gesorgt.

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