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Atomkraftwerk in Belgien „Klappriger Uraltmeiler“ soll vom Netz

Nach einem erneuten Zwischenfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange haben Umweltverbände und die Grünen gefordert, den umstrittenen Meiler abzuschalten. Zuvor hatte es im nicht-nuklearen Bereich der Anlage gebrannt.
19.12.2015 - 16:44 Uhr
Das älteste belgische Atomkraftwerk gibt immer wieder Anlass zur Sorge. Quelle: dpa
Atomkraftwerk Tihange

Das älteste belgische Atomkraftwerk gibt immer wieder Anlass zur Sorge.

(Foto: dpa)

Berlin/Brüssel Für Kritiker ist der Vorfall ein weiteres Kapitel in der "Skandalgeschichte" von Tihange. "Brände im Monats-Rhythmus, Risse im Reaktordruckbehälter, Funde von Weltkriegsbomben, ungeschultes Sicherheitspersonal, undichte Kühlwasserbehälter", empörte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. "Der Weiterbetrieb dieser Schrottreaktoren ist Russisch-Roulette."

Tihange bedrohe Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland, sagte Krischer. Er forderte die Bundesregierung auf, sich nicht länger hinter "diplomatischen Floskeln" zu verstecken, sondern gegenüber der belgischen Regierung auf eine sofortige Abschaltung zu drängen.

Der Reaktor 1 des Atomkraftwerks Tihange war am Freitagabend nach einem Brand in einem nicht-nuklearen Bereich der Anlage automatisch heruntergefahren worden. Das Feuer sei rasch durch die Feuerwehr gelöscht worden, teilte das Betreiberunternehmen Electrabel am Samstag mit. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf Beschäftigte, Bevölkerung und Umwelt.

Der 1975 in Betrieb genommene Tihange 1 ist der älteste der drei Reaktoren des Atomkraftwerks und sollte eigentlich in diesem Jahr vom Netz gehen. Im Jahr 2012 wurde jedoch entschieden, die Laufzeit bis 2025 zu verlängern.

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    Der Brand in der Anlage sei ein "drastischer Beweis, dass die Laufzeitverlängerung für diesen klapprigen Uraltmeiler eine miserable, gefährliche Idee ist", erklärte die atompolitische Sprecherin der Grünenfraktion, Sylvia Kotting-Uhl. "Der Reaktor muss endlich für immer stillgelegt werden." Den Weiterbetrieb nannte sie ein "fahrlässiges Spiel mit dem Atomrisiko". Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte "die sofortige und endgültige Stilllegung aller Reaktorblöcke".

    Das Atomkraftwerk Tihange mit seinen drei Reaktoren liegt etwa 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und steht seit langer Zeit in der Kritik. Der wegen Materialfehlern lange abgeschaltete Reaktorblock 2 war erst zu Beginn dieser Woche trotz Protesten aus Deutschland nach 21 Monaten wieder ans Netz gegangen.

    • afp
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