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Atomstreit Teheran feiert Ausnahmen für amerikanische Öl-Sanktionen als Erfolg

Acht Staaten dürfen trotz der neuen US-Sanktionen weiterhin Erdöl vom Iran kaufen. Die Regierung in Teheran nimmt dies zufrieden zur Kenntnis.
Update: 02.11.2018 - 16:32 Uhr Kommentieren
In den ersten drei Oktoberwochen exportierte die Islamische Republik Schätzungen zufolge mindestens eine Million Barrel pro Tag. Manche Experten gehen sogar von bis zu 2,2 Millionen Fässern pro Tag aus.
Iranisches Öl

In den ersten drei Oktoberwochen exportierte die Islamische Republik Schätzungen zufolge mindestens eine Million Barrel pro Tag. Manche Experten gehen sogar von bis zu 2,2 Millionen Fässern pro Tag aus.

Singapur/Istanbul Die USA wollen acht Staaten erlauben, Erdöl aus dem Iran zu beziehen – auch nach der geplanten Verhängung weiterer US-Sanktionen gegen die islamische Republik in der kommenden Woche. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. US-Außenminister Mike Pompeo bestätigte die Meldung im Grundsatz am Freitagnachmittag, sagte aber, es sei „alles noch Verhandlungssache“. Er sei in der Sache aber optimistisch.

Unter den acht Ländern sollen sich auch Indien, Japan und Südkorea befinden. Der türkische Energieminister Fatih Dönmez teilte am Freitagnachmittag mit, dass sein Land von den US-Öl-Sanktionen gegen den Iran ausgenommen worden sei. Als wichtigster Rohölversorger der Türkei hatte der Iran 2017 rund 11,5 Millionen Tonnen Rohöl in das Land geliefert.

Der Iran wertet die Ausnahmen von den Öl-Sanktionen als Erfolg. „Die Ausnahmegenehmigungen für diese acht Länder zeigen, dass der Markt das iranische Öl braucht und es nicht vom Markt genommen werden kann“, sagte Vize-Ölminister Ali Kardor im Staatsfernsehen.

Er wisse aber nicht, ob es sich um dauerhafte Ausnahmen handele. Der Iran hatte zuletzt wiederholt erklärt, dass US-Präsident Donald Trump mit seinem Ziel scheitern werde, die Öl-Exporte des Landes zum Erliegen zu bringen.

China, Indien und die Türkei hatten sich zuletzt den US-Forderungen widersetzt, ihre Öl-Käufe aus dem Iran vollständig einzustellen. Weil die iranischen Öllieferungen für einige Länder so wichtig sind, dass sie ihre Importe nicht so rasch herunterfahren können, hatte die US-Regierung ihre Bereitschaft zu Ausnahmen signalisiert.

Schätzungen zufolge exportierte der Iran in den ersten drei Oktoberwochen mindestens eine Million Barrel Öl pro Tag. Das reicht aus, um den gesamten Bedarf der Türkei zu decken. Andere Experten gehen sogar von bis zu 2,2 Millionen Barrel pro Tag aus. Offizielle Zahlen gibt es aus Teheran nicht.

Zu den Staaten, für die Ausnahmen gelten könnten, zählen wohl auch die Türkei und China. Mit China laufen noch Gespräche über die Bedingungen. Im September importierte die Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 518.300 Barrel pro Tag rund 34 Prozent weniger aus dem Iran.

Lobende Worte fand US-Außenminister Pompeo in dieser Woche für die deutsche Wirtschaft. Die Bundesregierung wolle zwar am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. „Aber fast jedes deutsche Unternehmen - Leute, bei denen richtig Geld auf dem Spiel steht - haben die entgegengesetzte Entscheidung getroffen“, sagte er in einem Interview mit Fox News. „Sie sind geflohen“, sagte Pompeo. „Sie haben das Land verlassen.“ Die deutschen Unternehmen hätten damit auf die amerikanischen Iran-Sanktionen reagiert.

Die USA hatten sich im Mai aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran von 2015 zurückgezogen. Um Teheran zu neuen Verhandlungen über das iranische Atomabkommen zu zwingen, wurden im August erste Sanktionen in Kraft gesetzt. Diese sollen am Montag, den 5. November, erheblich verschärft werden.

Mit Agenturmaterial

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