Atomstreit USA warnen Nordkorea vor Raketentest

Für das neue Jahr zeichnen sich neue Spannungen im Atomstreit mit Nordkorea ab. Nach fünf Atomtests will das Land offenbar bald auch eine Interkontinentalrakete erproben. Das alarmiert nicht nur die Nachbarn.
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Trotz schärferer UN-Sanktionen will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in naher Zukunft eine atomar bestückbare Interkontinentalrakete testen lassen. Quelle: dpa
Spannungen im Atomstreit

Trotz schärferer UN-Sanktionen will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in naher Zukunft eine atomar bestückbare Interkontinentalrakete testen lassen.

(Foto: dpa)

Trotz schärferer UN-Sanktionen will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in naher Zukunft eine atomar bestückbare Interkontinentalrakete testen lassen. „Wir befinden uns in der Endphase der Vorbereitung zum Teststart einer Interkontinentalrakete“, sagte Kim in seiner Neujahrsansprache am Sonntag. Wann genau der Versuch erfolgen soll, blieb unklar.

Die Rede wurde nach Berichten südkoreanischer Sender im Staatsfernsehen übertragen. Nordkorea ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms international isoliert.

Kim hatte sich bereits im März des vergangenen Jahres damit gebrüstet, dass sein Land über die Technologie für den Wiedereintritt einer abgefeuerten Langstreckenrakete in die Erdatmosphäre verfüge. Militärs in Südkorea und den USA bezweifelten jedoch, dass Nordkorea die Wiedereintritts-Technologie bereits beherrsche.

Zuvor hatte Nordkorea im Februar eine weitere Weltraumrakete gestartet, um nach eigenen Angaben einen Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Die Weltgemeinschaft sieht solche Starts jedoch als verdeckte Tests einer Langstrecken-Atomrakete, die mit Alaska sogar US-Territorium erreichen könnte.

Pjöngjang – Tristesse in Grau
Bauklotz-Tristesse
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Wie unsortiert aufgestellte Bauklötze ragen die Hochhäuser in Pjöngjang in die Luft. Viele von ihnen sind trotz den frischen Anstrichen heruntergekommen, einige wirken gar verwahrlost.

Bunt und doch verwahrlost
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Knapp 2,9 Millionen Nordkoreaner leben in der Hauptstadt Pjöngjang, die zugleich auch die größte Stadt des Landes ist. Viele von ihnen leben unter der Armutsgrenze.

Ungepflegte Häuser sind normal
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Betrachtet man die Häuser aus der Nähe, sieht man, wie ungepflegt die Wohnblöcke aussehen. Umgerechnet gerade einmal 100 Euro verdient ein durchschnittlicher Arbeiter. Zu wenig, um das eigene Zuhause zu renovieren.

Besserung in kleinen Schritten
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Dabei sieht die Stadt heute moderner und oftmals gepflegter aus als noch vor zehn Jahren. In diesem Viertel etwa leben besser verdienende Schichten, wie etwa Wissenschaftler und Ingenieure. Vereinzelt sind auch Autos zu sehen. Ein Bild, das die Verantwortlichen vermutlich gerne nach außen dringen lassen.

Im Netz
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Seit einigen Jahren gibt es in der Diktatur sogar Zugänge zu Computern und auch dem Internet. Knapp 7.000 Menschen surfen regelmäßig, weniger als 50 Internetadressen sind verfügbar.

Prunk nach außen
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Besonders stolz ist die Regierung in Nordkorea auf die modernen sauberen Metrostationen in Pjöngjang. Die Metro gilt als eine der tiefsten der Welt.

Grau, Grauer, Pjöngjang
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Abseits der Propagandabilder von Metrostationen und moderner Technik bietet sich das wahre Bild von Pjöngjang: Graue Tristesse, eingehüllt in grau-weißen Smog, der sich über die Plattenbauten der Stadt legt. Im Mittelpunkt des Fotos: Das Monument der Parteigründung.

Nordkorea sei zu einer „Nuklear- und Militärmacht“ aufgestiegen, sagte Kim in seiner Neujahrsrede unter Verweis auf die beiden weltweit verurteilten Atomtests des Landes im vergangenen Jahr. Auch drohte er damit, Nordkorea werde seine militärische Schlagkraft einschließlich der Fähigkeit zum nuklearen Erstschlag ausbauen, sollten die USA und Südkorea nicht ihre gemeinsamen Militärmanöver stoppen. Das kommunistische Regime wirft den USA und Südkorea regelmäßig vor, mit ihren Übungen einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder jedoch bestreiten.

Südkoreas Vereinigungsministerium warnte das Nachbarland davor, an der Atomwaffenentwicklung festzuhalten. Es werde nur „stärkere Sanktionen und größeren Druck“ zu spüren bekommen, sagte ein Sprecher in Seoul.

Nordkorea steht kurz vor Test von Interkontinentalrakete

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende November 2016 die Sanktionen gegen Nordkorea wegen eines Atomtests im September - dem bisher fünften und größten des Landes - verschärft. Mit den Resolutionen will der Rat dem Regime die finanziellen Mittel entziehen, um sich Bauteile für Atomwaffen zu beschaffen. Die Sanktionen hatten jedoch bisher die gewünschte Wirkung verfehlt. Nordkorea hatte bereits im Januar einen Atomtest unternommen und im ganzen Jahr mehr als 20 Mal ballistische Raketen erprobt.

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