Atomwaffenprogramm Japan und die USA wollen sich in Nordkorea-Frage eng abstimmen

Beide Staaten wollen eine Abrüstung Nordkoreas. US-Außenminister Pompeo will ein weiteres Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un in die Wege leiten.
Update: 06.10.2018 - 20:02 Uhr Kommentieren
Die Außenminister beider Staaten, Mike Pompeo und Taro Kono, verständigen sich auf weitere Zusammenarbeit. Quelle: Reuters
Pompeo und Kono

Die Außenminister beider Staaten, Mike Pompeo und Taro Kono, verständigen sich auf weitere Zusammenarbeit.

(Foto: Reuters)

TokioJapan und seine Schutzmacht USA wollen sich im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm eng abstimmen. Darauf verständigten sich der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe und US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag in Tokio. Es sei wichtig die Haltung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu hören, „damit wir einen vollständig koordinierten und vereinten Blick haben“, sagte Pompeo am Samstag.

Abe sagte, die USA und Japan wollten der Welt demonstrieren, dass ihre Allianz so stark sei wie nie. In allen Aspekten der Nordkorea-Politik gebe es eine sorgfältige Zusammenarbeit.

Pompeo wird am Sonntag weiter nach Nordkorea reisen, um Gespräche mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un über eine atomare Abrüstung zu führen. In Pjöngjang will Pompeo über ein mögliches zweites Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un sprechen. Wir müssen sicherstellen, dass wir verstehen, was jede Seite wirklich versucht zu erreichen und wie wir unsere (in Singapur) gemachten Versprechen erfüllen können“, sagte Pompeo am Freitag auf dem Flug nach Asien.

Trump und Kim waren erstmals im Sommer in Singapur zu einem Treffen zusammengekommen. Dabei einigten sie sich in vagen Worten auf die nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Seither sind konkrete Schritte aber ausgeblieben. Japan versucht dabei immer wieder, seinen Interessen und Sorgen Gehör zu verschaffen.

Die USA und Japan fordern von Nordkorea einen genauen Überblick über dessen Nuklearanlagen. „Offenlegung aller nuklearen Bestände ist der erste Schritt in Richtung Entnuklearisierung“, sagte der japanische Außenminister Taro Kono. Es sei noch zu früh, um über die von Nordkorea geforderte Erklärung zum offiziellen Ende des Koreakrieges zu sprechen. Pompeo und er hätten dazu keine Einzelheiten erörtert.

„Wir reden noch nicht einmal darüber, ob wir es tun werden oder nicht“, sagte Kono. „Das ist kein Thema, über das wir überhaupt nachdenken.“ Japan selbst war am Koreakrieg von 1950 bis 1953 gar nicht beteiligt.

Am Mittwoch hatte sich Pompeo von seinem bisherigen Ziel distanziert, Nordkorea solle sein Atomwaffenprogramm bis zum Ende Trumps erster Amtszeit im Januar 2021 aufgegeben haben. Er wolle nicht beim „Zeitspiel“ mit machen, erklärte er. „Ob es zwei Jahre dauert, drei Jahre oder fünf Monate, das ist egal. Es gibt keine Atomtests und keine Raketentests.“

Nach seinem Besuch in Nordkorea trifft der US-Außenminister den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und dessen Außenminister Kang Kyung Wha in Seoul. Am Montag folgt ein weiterer Stopp in China.

  • dpa
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