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Atomwaffenprogramm Nordkorea und die USA streben zweites Gipfeltreffen an

Nordkorea und die USA haben sich auf die Denuklearisierung geeinigt. Ein zweites Treffen der Staatschefs soll die stockenden Verhandlungen vorantreiben.
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Bereits im Juni hatten sich die beiden Staatschefs auf einem Gipfeltreffen auf Denuklearisierung verständigt. Quelle: AP
Kim Jong Un und Donald Trump

Bereits im Juni hatten sich die beiden Staatschefs auf einem Gipfeltreffen auf Denuklearisierung verständigt.

(Foto: AP)

SeoulUS-Außenminister Mike Pompeo und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben ein baldiges zweites Gipfeltreffen der beiden Länder vereinbart. Wie Südkorea am Sonntag nach einem Gespräch von Präsident Moon Jae In mit Pompeo über dessen Beratungen in Nordkorea mitteilte, soll ein erneutes Treffen von US-Präsident Donald Trump und Kim „so schnell wie möglich“ stattfinden. Zugleich seien mögliche US-Kontrollen von Atomanlagen in Nordkorea besprochen worden.

Zuvor hatte Pompeo nach einem mehr als dreistündigen Treffen mit Kim in Pjöngjang von Fortschritten bei der atomaren Abrüstung gesprochen. Aber es sei noch mehr nötig.

Pompeo veröffentlichte auf Twitter ein Foto von sich und Kim und sprach von einer guten Reise in Nordkoreas Hauptstadt. „Wir machen weiter Fortschritte bei den auf dem Gipfel in Singapur getroffenen Vereinbarungen.“ Auf seiner Asienreise flog Pompeo danach in die südkoreanische Hauptstadt Seoul, um mit Präsident Moon über das Treffen mit Kim zu sprechen.

Im Gegensatz zur ersten Verhandlungsrunde im Juli, nach der sich Nordkorea über „räuberische Forderungen“ der USA beklagte, zog auch die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA ein positives Fazit. Nordkoreas Führer Kim hat der KCNA zufolge Pompeo nicht nur warm begrüßt und ihn in den höchsten Tönen gepriesen.

Auch die Gespräche liefen offenbar gut. „Kim Jong Un äußerte sich befriedigt über die produktiven und wundervollen Gespräche mit Mike Pompeo, in denen die gegenseitigen Standpunkte vollständig verstanden und Meinungen ausgetauscht wurden.“

Auch Trump äußerte sich auf Twitter optimistisch. Pompeo habe ein gutes Treffen mit Kim gehabt. Ich freue mich darauf, „den Vorsitzenden Kim in naher Zukunft wiederzusehen“, twitterte der US-Präsident. Trump und Kim hatten sich bei dem ersten Gipfeltreffen beider Staaten in Singapur im Juni grundsätzlich auf eine Denuklearisierung Nordkoreas geeinigt. Jedoch stockten die Verhandlungen zuletzt. Konkrete Zusagen blieben aus.

Bei dem Treffen von Pompeo und Kim seien nun Schritte zur atomaren Abrüstung von Nordkorea sowie im Gegenzug Maßnahmen der USA besprochen worden, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten mit. Auch sei die von der US-Regierung geforderte Überprüfung der Abrüstungsschritte angesprochen worden.

Das US-Außenministerium erklärte, Kim habe angeboten, dass Inspektoren sich von dem unumkehrbaren Abriss der Atomtestanlage Punggye Ri vor Ort überzeugen könnten. Einzelheiten wurden nicht genannte. Pompeo und Kim hätten zudem Optionen für Ort und Zeitpunkt eines zweiten Gipfels sondiert.

Für Pompeo war es bereits die vierte Reise seit März in das isolierte Land. Ein Vertreter der US-Delegation sagte, Pompeos Besuch in Nordkorea sei „besser als der letzte“ verlaufen. Gleichzeitig betonte er, es sei noch ein langer Weg zu gehen.

Viele Details der Verhandlungen sind zwar Verschlusssache. Aber die wenigen Informationen über die Ergebnisse der Runde sorgten für unterschiedliche Reaktionen unter Experten. Der Atomwaffenexperte Vipin Narang vom Massachusetts Institute of Technology sah als das „wirkliche Lehre“ des Versprechens, das im Mai gesprengte Atomwaffentestzentrum nun durch Inspektoren untersuchen zulassen, „dass Kim die Kunst beherrscht, eine schlichte kosmetische Konzession für Monate zu melken“. Brillant verkauften die Nordkoreaner das gleiche Pferd zweimal.

Kelsey Davenport von der Organisation Arms Control Now hingegen sah in dem Versprechen einen Fortschritt. Der Wert der Reise werde zwar davon bestimmt, was die Inspektoren zu sehen bekommen, so die Abrüstungsexpertin. „Aber dies ist immer noch ein positiver Schritt in den Nordkorea-Verhandlungen.“

Eine wichtige offene Frage ist allerdings, wer die Inspektionen ausführen könnte. Lassina Zerbo, der Sekretär der Organisation für den Kernwaffenteststopp-Vertrag, brachte auf Twitter umgehend seine eigene Organisation ins Gespräch: „Wir haben bedeutende Kenntnisse in Bereichen der Beobachtung und Vor-Ort-Messungen, die bei der Überprüfung der Schließung von Belang sein könnten.“

Das Problem nur ist, dass derzeit weder die USA noch Nordkorea die Organisation unterstützen. Der US-Senat verweigerte 1999 die Ratifizierung des Atomwaffenteststopp-Vertrags, und die Republikaner wollen den Vertrag am liebsten ganz abschaffen. Und Nordkorea hat den Vertrag bisher nicht unterschrieben. Aber das könnte sich ändern. Im Mai hatte ein Vertreter Nordkoreas erklärt, dass der Staat internationalen Bemühungen für ein vollständiges Verbot von Atomtests beitreten könnte.

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