Aufstand in Libyen Tripolis steht in Flammen

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Das Bild zeigt vermutlich Demonstranten in Benghasi in den letzten Tagen - es wurde der Nachrichtenagentur AP zugespielt. Quelle: dapd

Das Bild zeigt vermutlich Demonstranten in Benghasi in den letzten Tagen - es wurde der Nachrichtenagentur AP zugespielt.

(Foto: dapd)

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam räumte zwar Fehler der Sicherheitskräfte im Umgang mit den Massenprotesten ein, wies aber Berichte über Hunderte Todesopfer als falsch zurück. Für die Gewalt machte er wohlhabende Geschäftsleute verantwortlich, die im Ausland lebende Libyer zu den Unruhen angestiftet hätten. Es gebe eine "ausländische Verschwörung" gegen Libyen, sagte Saif al Islam weiter. Die Demonstranten hätten Armee-Lager angegriffen, Soldaten getötet und Waffen in ihren Besitz gebracht. Die Sicherheitskräfte würden sich aber bis zum letzten Mann zur Wehr setzen. Die Armee stehe hinter seinem Vater als dem "Anführer des Kampfes in Tripolis".

Zugleich warnte Gaddafis Sohn vor einem Auseinanderfallen Libyens. Auch stehe der Ölreichtum des Landes auf dem Spiel. Ein Stammesführer drohte bereits mit der Blockade von Ölexporten in den Westen. "Libyen ist nicht wie Tunesien oder Ägypten", sagte Saif al-Islam. "Hier gibt es Stämme, Clans und Allianzen. Libyen hat keine Zivilgesellschaft oder politische Parteien." Ermutigt durch die Umstürze in Tunesien und Ägypten hatten auch in anderen arabischen Ländern in den vergangenen Tagen Tausende Menschen für politische Reformen und mehr Freiheit demonstriert. Allein in der zweitgrößten libyschen Stadt Benghasi, dem dem Zentrum der bisherigen Proteste im Osten des Landes, sollen Ärzten zufolge am Sonntag mindestens 50 Menschen getötet worden sein.

Die US-Regierung hat sich tief besorgt gezeigt über die blutigen Zusammenstöße bei den Protesten in Libyen. Man habe deutliche Kritik am gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten geäußert, sagte Außenamtssprecher Philip Crowley am Sonntag in Washington. In Gesprächen mit libyschen Regierungsvertretern, darunter Außenminister Kusa, habe Washington "die Bedeutung der Grundrechte betont, darunter die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit".

Der Aufstand in Libyen dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach noch blutiger ausgehen als die Proteste in Tunesien und Ägypten. Anders als in Tunis und Kairo ist das Militär in Tripolis nicht unabhängig, sondern eher eine Art persönlich Miliz Gaddafis - und dürfte daher bis zum letzten Mann kämpfen. Denn die Sicherheitskräfte wissen: Fällt ihr Chef, müssen auch sie um ihr Leben fürchten - vor allem wegen des brutalen Vorgehens gegen die Demonstranten.

Der Erfolg der Revolte ist ungewiss: Zweifellos erlebt Gaddafi die schwersten Aufstände seiner 40-jährigen Amtszeit. Aber anders als in Ägypten und Tunesien hat die Armee offenbar keine Skrupel, auf das Volk zu schießen und steht damit fest an der Seite des Regimes.

  • rtr
  • dapd
  • dpa
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1 Kommentar zu "Aufstand in Libyen: Tripolis steht in Flammen"

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  • Guten Tag:..... Fast scheint es so als ob die Hoffnung (und Rechnung) der CIA endlich aufgeht. Die Revolution von Innen. Da Ich in arabischen Laendern kaum an eine Besserung glaube:-.... hoffe Ich dass Irgendwann in Nordkorea etwas aehnliches passiert und dieser Wicht endlich zu Kittekat verarbeitet wird. Besten Dank

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