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Auslandskorrespondenten China geht gegen australische Journalisten vor – Korrespondenten verlassen fluchtartig das Land

Australische Journalisten haben aus Sorge um ihre Sicherheit in der Botschaft bis zu ihrer Ausreise ausgeharrt. Es ist eine weitere Eskalation im Umgang Pekings mit Auslandskorrespondenten.
08.09.2020 - 11:48 Uhr 1 Kommentar
Dem australischen TV-Journalisten wurde laut dpa von den chinesischen Behörden mitgeteilt, er sei „in einen Staatssicherheitsfall involviert“. Quelle: AFP
Bill Birtles

Dem australischen TV-Journalisten wurde laut dpa von den chinesischen Behörden mitgeteilt, er sei „in einen Staatssicherheitsfall involviert“.

(Foto: AFP)

Peking Die Lage für ausländische Journalisten in China verschärft sich weiter. Am Dienstag wurde bekannt, dass Bill Birtles, der TV-Korrespondent des australischen Fernsehsenders ABC in Peking, und Mike Smith, China-Korrespondent der Zeitung „Australian Financial Review“, am Montag fluchtartig das Land verlassen mussten. Vertreter der australischen Regierung hatten den Journalisten dazu geraten.

Vorangegangen waren mehrere Tage intensiver Verhandlungen über eine Ausreiseerlaubnis für die beiden Journalisten zwischen chinesischen und australischen Regierungsvertretern. Birtles und Smith hatten in dieser Zeit zu ihrem Schutz in der australischen Botschaft in Peking und dem australischen Konsulat in Schanghai ausgeharrt.

Das Vorgehen gegen die beiden Journalisten ist Ausdruck der sich weiter verschlechternden Beziehungen zwischen der chinesischen und der australischen Regierung und bedeutet eine weitere Eskalation im Umgang Pekings mit Vertretern ausländischer Medien.

Der Foreign Correspondents Club China (FCCC), die Vertretung der ausländischen Korrespondenten in der Volksrepublik, hatte sich bereits in den vergangenen Monaten zunehmend besorgt gezeigt über die immer weiter gehende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Auslandsberichterstatter in China.

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    Allein in diesem Jahr sei bereits die Rekordzahl von 17 ausländischen Journalisten ausgewiesen worden, hieß es. Jüngst haben die chinesischen Behörden die Verlängerung der Presseakkreditierung von fünf Mitarbeitern amerikanischer Medien verweigert und ihnen stattdessen lediglich Ersatzdokumente ausgehändigt. Deren Gültigkeit kann jedoch jederzeit widerrufen werden. Zudem berichten immer mehr Journalisten von massiven Behinderungen ihrer Arbeit und zunehmender Überwachung.

    Journalisten wurden verhört

    Der hastigen Ausreise der beiden australischen Journalisten waren massive Einschüchterungen vorangegangen. Der Nachrichtenagentur dpa berichtete TV-Korrespondent Birtles, dass Staatssicherheitsbeamte in der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche an seine Wohnungstür in Peking geklopft und ihm mitgeteilt hätten, dass er China nicht verlassen dürfe.

    Sie hätten ihm gesagt, er sei „in einen Staatssicherheitsfall involviert“, aber es seien keine Beschuldigungen erhoben worden, sagte der Australier laut dpa.

    Zuvor hatte es aber schon „Warnungen“ des australischen Außenministeriums gegeben, das beide Korrespondenten aufgefordert hatte, China zu verlassen. So sei Birtles auch gerade dabei gewesen, seine Sachen zu packen.

    Beide Journalisten hatten daraufhin auf Anraten von Diplomaten Schutz in den diplomatischen Vertretungen Australiens in Peking und Schanghai gesucht. Laut einem Bericht des Fernsehsenders ABC wurde Birtles am Sonntag von chinesischen Behörden im Beisein des australischen Botschafters in Peking verhört. Auch Smith wurde laut Medienberichten verhört.

    Zuvor war demnach die Vereinbarung zwischen australischen und chinesischen Regierungsvertretern getroffen worden, dass das Ausreiseverbot der Korrespondenten erst aufgehoben werden würde, wenn sie sich einem Gespräch stellen.

    Bei dem Gespräch waren mehrere Polizeibeamte anwesend, es wurde auf Video aufgezeichnet. Es sei dabei zwar um den Fall der Nachrichtenmoderatorin Cheng Lei gegangen, doch sei die Vernehmung „weitreichender als das gewesen“, berichtete Birtles.

    Cheng Lei ist eine australische Staatsbürgerin, die für den chinesischen Staatssender CGTN arbeitete. Im August war sie plötzlich verschwunden, wenig später wurde bekannt, dass sie verhaftet worden ist und an einem unbekannten Ort von chinesischen Behörden gefangen gehalten wird. Was ihr vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

    Mehr: Außenminister Wang Li wirbt in Italien für sein Land. Eine schwierige Mission, denn angesichts des chinesischen Vorgehens in Hongkong nimmt die Kritik an Peking zu.

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    1 Kommentar zu "Auslandskorrespondenten: China geht gegen australische Journalisten vor – Korrespondenten verlassen fluchtartig das Land"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "ausgehaart" 😂

      Es heißt ausharren, nicht aushaaren.

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