Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ausschreitungen Demonstranten in Hongkong greifen Büro von chinesischer Nachrichtenagentur an

Es ist das 22. Wochenende in Folge, an dem in Hongkong gegen den chinesischen Einfluss demonstriert wird. Erneut sind dutzende Personen festgenommen worden.
Kommentieren
Am Samstag wurde das Büro der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua angegriffen. Quelle: dpa
Proteste in Hongkong

Am Samstag wurde das Büro der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua angegriffen.

(Foto: dpa)

Hongkong In Hongkong haben offenbar Demonstranten das Büro der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua verwüstet. Örtliche Medien zeigten am Samstag Szenen, in denen zertrümmerte Fenster und mit Graffitis besprühte Wände zu sehen waren. In der Lobby brannte es. Ob noch Menschen in dem Gebäude waren, blieb zunächst unklar.

Bei den anhaltenden Protesten in Hongkong kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen – so auch am Samstag. Dutzende Menschen wurden festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse, Pfefferspray und einen Wasserwerfer ein. Radikale Aktivisten warfen Brandbomben, bauten Straßensperren und attackierten Geschäfte mit vermuteten Beziehungen zu China.

Es war das 22. Wochenende in Folge, an dem in der chinesischen Sonderverwaltungsregion demonstriert wurde. Die Proteste richten sich gegen die Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.

Nachdem die Polizei eine ursprünglich im Victoria Park geplante Demonstration im Vorfeld nicht genehmigt hatte, versammelten sich dort Kandidaten für die Bezirksratswahl spontan zu Wahlkampfauftritten, die nicht eigens genehmigt werden müssen, solange die Gruppen jeweils klein bleiben. Trotzdem löste die Polizei die Versammlungen schon früh mit Tränengas auf.

Die folgenden Zusammenstöße in den Straßen in der Nachbarschaft setzten auch zwei genehmigten Demonstrationen im Chater Garden und Edinburgh Place ein schnelles Ende. Die Ausschreitungen dauerten bis in den Abend. Der U-Bahnhof Hongkong Central wurde geschlossen und nicht mehr angefahren, nachdem Demonstranten nach Angaben der Verkehrsbetriebe an einem Eingang Feuer gelegt hatten, wie die „South China Morning Post“ berichtete.

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt, nachdem diese Woche der Anführer der Demokratiebewegung, Joshua Wong, als Kandidat für die Wahl der Bezirksräte disqualifiziert worden war. Ihm wurde unterstellt, mit dem Aufruf zur Selbstbestimmung Hongkong die Unabhängigkeit zu propagieren. Die kommunistische Führung in Peking kündigte auch an, eine härtere Gangart in Hongkong einzuschlagen.

Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 2000 Festgenommenen. Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger Meinungs- und Versammlungsfreiheit, fürchten aber zunehmend um ihre Freiheitsrechte.

Mehr: Die Hongkonger Regierung will eine von fünf Forderungen der Protestierenden erfüllen: Das Auslieferungsgesetz an China soll formell zurückgezogen werden.

Der Handelsblatt Expertencall
  • ap
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Ausschreitungen - Demonstranten in Hongkong greifen Büro von chinesischer Nachrichtenagentur an

0 Kommentare zu "Ausschreitungen: Demonstranten in Hongkong greifen Büro von chinesischer Nachrichtenagentur an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.