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Ausschreitungen in den USA China wirft USA Doppelmoral vor – Zynische Aufforderungen nach mehr Gewalt im Netz

Das Außenministerium wirft den USA „Doppelmoral“ vor. Die Ausschreitungen dienen den chinesischen Staatsmedien als Beleg für den Niedergang des Rivalen.
07.01.2021 - 13:48 Uhr 1 Kommentar
Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums hat den USA bei einer Pressekonferenz Doppelmoral vorgeworfen. Quelle: Reuters
Hua Chunying

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums hat den USA bei einer Pressekonferenz Doppelmoral vorgeworfen.

(Foto: Reuters)

Peking Chinas Staatsführung hat an diesem Donnerstag die Ausschreitungen in Washington zum Anlass genommen, den USA Doppelmoral vorzuwerfen. „Welche Worte haben sie über Hongkong benutzt? Welche Worte benutzen sie jetzt?“, fragte Hua Chunying, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, bei einer regulären Pressekonferenz am Donnerstag laut chinesischen Staatsmedien.

„Die Mainstream-Medien in den USA verurteilen den Vorfall und benutzen Worte wie ,Gewalt‘, ,Schläger‘, ,Extremisten‘ und ,Schande‘“, so Hua. „Welche Worte haben sie benutzt, um Hongkong zu beschreiben? ,Schöner Anblick‘ und ,Kämpfer der Demokratie‘“, sagte sie.

Hua spielte dabei auf eine Aussage der demokratischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, an. Sie hatte die Proteste in Hongkong im Juni 2019 als „schönen Anblick“ bezeichnet. Auch die US-Regierung von Donald Trump hatte die Demonstrationen in Hongkong unterstützt.

Die Protestierenden in Hongkong hatten sich in größtenteils friedlichen Demonstrationen gegen den zunehmenden Einfluss Pekings in der chinesischen Sonderverwaltungszone gewehrt.

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    Die Staatsführung in Peking reagiert stets heftig bei Kritik von außen. Ihr Vorgehen in Hongkong bezeichnet sie als „innere Angelegenheit“.

    Es ist nicht das erste Mal, dass Nationalisten in China, angetrieben von chinesischen Staatsmedien, den USA Doppelmoral vorwerfen. Auch im Zuge der Proteste gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gab es derartige Reaktionen.

    Kommunistische Partei will ihre Macht sichern

    Die Ausschreitungen in Washington waren am Donnerstag großes Thema in der Volksrepublik. Die Staatsmedien berichteten ausführlich, auch in den sozialen Netzwerken wurden die Ereignisse diskutiert.

    Mit den Bildern von Chaos und Gewalt in Washington füttert die chinesische Staatspropaganda das Narrativ, dass Demokratien instabil und unsicher sind. Damit sichert die Kommunistische Partei ihre Macht in dem autokratischen Staat.

    Trump-Unterstützer stürmen das Kapitol. Quelle: Reuters
    Chaos und Gewalt in Washington

    Trump-Unterstützer stürmen das Kapitol.

    (Foto: Reuters)

    Szenen der Stürmung des Kapitols in Washington wurden den ganzen Tag im chinesischen Staatsfernsehen gezeigt. Die staatliche „Global Times“ verglich Bilder von den Protesten in Hongkong mit den Ausschreitungen in Washington.

    Hu Xijin, der Chefredakteur der nationalistischen Zeitung, schrieb in einem Kommentar auf Chinesisch: „Einige sagen, dass die Vereinigten Staaten doch nicht die Ukraine sind und dass dieses Land in der Lage ist, die Loyalität seiner gesamten Bevölkerung gegenüber der Verfassung schnell wiederherzustellen“, heißt es darin. „Sie überschätzen die rechtliche Macht des amerikanischen politischen Systems“, so Hu. Es bestehe kein Zweifel, dass dieses System „degeneriert“ sei und „Anzeichen von Krebs zeigt“.

    Die Kommentare in den von nationalistischen Stimmen dominierten sozialen Medien in China waren überwiegend zynisch und forderten zu noch mehr Gewalt auf. Viele Internetnutzer sprangen auf das Narrativ der Staatsmedien und des Außenministeriums auf und verglichen die Ausschreitungen in Washington mit den Demokratieprotesten in Hongkong. „Das, was im Legislativrat von Hongkong geschah, geschieht nun im US-Kapitol, das ist tatsächlich ein unmittelbares Karma“, schrieb einer.

    Mehr: Egal ob Apple, J&J oder Goldman Sachs: Etliche CEOs drängen Trump zu einer friedlichen Machtübergabe und drohen den Republikanern, Spendengelder zu entziehen.

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    1 Kommentar zu "Ausschreitungen in den USA: China wirft USA Doppelmoral vor – Zynische Aufforderungen nach mehr Gewalt im Netz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Obschon China natürlich nicht selbstlos ist und aus den Ereignissen für sich Vorteile ziehen will: Ganz unrecht haben sie nicht. Wer Vorbild sein will, Leuchtturm der Demokratie und Menschenrechte, kann sich nicht so verhalten wie der Präsident der USA und viele seiner Anhänger und Parteifreunde. Von diesem Chaos werden China, Russland, Iran etc. profitieren. Das ist Donald Trump zwar egal, den USA und ihren Verbündeten, also auch uns, kann das nicht egal sein. Wir haben gestern ein Stück unserer Unschuld und moralischen Integrität verloren und die Welt wurde ein wenig weniger gut. Traurig und schade.

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