Ausschreitungen zur EZB-Eröffnung Wie Fort Knox geschützt

Ein Wassergraben, Poller, Nato-Draht und Tausende Polizisten schützen den EZB-Neubau vor Ausschreitungen – mit beispiellosem Sicherheitskonzept. Vor der Tür der EZB greift der Schutz nur bedingt.
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Frankfurt im Ausnahmezustand

DüsseldorfGanze 4.300 Tonnen schwer ist der spiegelverglaste Stahlkorpus, der mehr als 200 Meter hoch aus einer historischen Backsteinhalle emporwächst. Und trotzdem gehört der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB), immerhin das siebthöchste Gebäude Frankfurts, nicht so richtig zur Skyline der Stadt.

Zu der Finanzstadt mit ihren 190 Banken passt auch nicht, was sich derzeit dort abspielt: Es fliegen Steine und Autos brennen. Frankfurt erlebt die heftigsten Ausschreitungen seit Jahren. Mittendrin das Ziel der Eskalation: das neue EZB-Gebäude.

Deren Turm steht abseitig, irgendwie nicht dazugehörig – und ist im Frankfurter Ostend mehr als zwei Kilometer entfernt von all den anderen ikonenhaften Hochbauten, die sich zusammen vielleicht einen Quadratkilometer beste Innenstadtlage teilen.

Aber: Genau so soll es auch sein.

Denn die neue Zentrale der EZB, entworfen vom Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au, ist nicht bloß eine Dependance. Sie ist das Herzstück der europäischen Finanzwelt: der Ort, an dem über Staatsanleihekäufe entschieden wird und über den Leitzins. Der Ort, an dem das Wohl und Wehe der Euro-Zone hängt.

Und den hat sich die EZB einiges kosten lassen: 850 Millionen Euro waren ursprünglich geplant, rund 1,3 Milliarden sind es letztlich geworden. Angesichts der Debakel um den Berliner Flughafen und die Hamburger Elbphilharmonie eine moderate Steigerung.

Dennoch: Der Bau des höchsten Gebäudes in Deutschland, des Commerzbank Towers in Frankfurt, kostete 1994 nicht einmal ein Viertel davon. Bezahlt hat die EZB den Bau aus eigenen Gewinnen, die damit jedoch nicht – wie sonst – an die nationalen Notenbanken der Euro-Zone ausgeschüttet werden konnten.

Freilich, die Anforderungen an ein Zentralbankgebäude sind ungleich höher, als jene an die Bauten der übrigen Geldinstitute. Das zeigte sich schon zuletzt bei den Eröffnungsfeierlichkeiten. Statt Häppchen und Luftballons, offenen Türen und kommentierten Führungen gibt es hier: Polizei, Barrieren und Nato-Draht.

Heftige Ausschreitungen bei Protesten gegen die EZB

Bereits am vergangenen Sonntag haben Beamte begonnen, das Gelände weiträumig abzusperren. Heute sind 8000 Polizeikräfte im Einsatz, um die Feierlichkeiten zu sichern.

Denn Tausende Linksdemonstranten aus ganz Europa sind nach Frankfurt gekommen. Viele demonstrieren friedlich, doch einige zünden Polizeiautos an, werfen Steine – und klettern die Fassade eines nahegelegenen Bankenturms hoch mit einem Transparent mit der Aufschrift „Kapitalismus tötet“. 88 Polizisten wurden bislang verletzt.

Das kapitalismuskritische Bündnis Blockupy hatte, wie schon bei der Fertigstellung des Gebäudes im November, zum Protest gegen die Troika-Politik aufgerufen. Als Redner haben sich unter anderem Sahra Wagenknecht (Linke) sowie Vertreter der griechischen und spanischen Linksparteien Syriza und Podemos angekündigt.

„Absurdes Bürgerkriegsszenario“
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9 Kommentare zu "Ausschreitungen zur EZB-Eröffnung: Wie Fort Knox geschützt"

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  • "Friedensprojekt" EUR, lol

  • Dieser Staat ist durch die Abnicker abgeschafft.

  • Offensichtlich ist das die neue Regirung von Europa?
    Wie kann unser Staat so etwas zulassen? Wie kann es sein, dass sich ein Bank drart benimmt

  • Das haben die anno 1789 in Frankreich auch gedacht.

  • Dieses EU-System geht wie alle Diktaturen vorher auch unter, Widerstand ist
    Demokraten-Plicht.

  • Die sogenannten "Eliten" werden immer am längeren Hebel sitzen!

    Egal was kommt!

  • Ein Schelm, wer gedacht hat, das da nur Blumen vorbeigebracht werden ...

  • Hat denn niemand ein Sportflugzeug,mit dem er sich in den EZB.Tower stürzen kann?

  • Die "Eliten" Europas sollten sich genau anschauen, was sich da in Frankfurt abspielt.
    Glaube, das ist nur ein "Vorgeblänkel".

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