Auswüchse der Griechenland-Krise Die Stunde der Diebe

Griechenland im Ausnahmezustand: Seit Montag sind die Banken zu - ein tiefer Einschnitt. Der Zahlungsverkehr läuft nun ganz anders und keineswegs reibungslos. Und wer Bargeld hortet, lebt gefährlich.
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Sturm der griechischen Rentner und die große Kapitalflucht

AthenDie griechische Boulevardzeitung „Ethnos“ kam gestern mit der Titelschlagzeile „Stunde null“ an die Kioske. Aber es ist auch die Stunde der Diebe. Seit Wochen hören die Griechen in den Fernsehnachrichten allabendlich von Einbrüchen und Raubüberfällen. Die Täter haben es auf Banknotenpakete abgesehen, die in Wohnungen gebunkert werden – und jetzt auch auf Bares, das bei Firmen und Händlern lagert, weil die Banken geschlossen sind.

Diese Woche traf es zum Beispiel ein Ehepaar im Athener Villenvorort Kefalari: Am helllichten Tag verschaffte sich ein Mann mit Motorradhelm unter dem Vorwand, er habe eine Kuriersendung auszuliefern, Zutritt zum Einfamilienhaus der Eheleute.

Durch die geöffnete Tür schlüpfte ein zweiter Mann ins Haus, ebenfalls mit Motorradhelm. Die beiden zogen abgesägte Schrotflinten unter ihren Lederjacken hervor und wollten wissen: „Wo ist das Geld?“ Die Beute: 33.000 Euro.

Aus Angst vor einem drohenden Zusammenbruch des Bankensystems und der Rückkehr zur Drachme haben die Griechen in den vergangenen Monaten ihre Bankkonten um zweistellige Milliardenbeträge erleichtert. Etwa ein Fünftel der abgehobenen Gelder dürfte nach Schätzungen aus Bankenkreisen ins Ausland geflossen sein. Um den Aderlass auszugleichen, hat die Europäische Zentralbank in den vergangenen Monaten immer neue Banknotenpakete nach Griechenland fliegen lassen.

Aber nicht alle Gelder fanden den Weg ins Ausland. Die Flucht von den Konten hat vor allem dazu geführt, dass sich der Bargeldbestand in Griechenland erheblich erhöht hat. Und zwar von 30,1 Milliarden Euro im November 2014 auf 43 Milliarden im April 2015.

Das entspricht rund 25 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). In anderen Euro-Ländern machen die Bargeldbestände nur etwa fünf bis zehn Prozent des BIP aus. Dass diese Milliarden „im Umlauf“ sind, kann man allerdings nicht behaupten. Geschätzte 15 bis 20 Milliarden Euro bunkern die Griechen in ihren Wohnungen – in Truhen und Schubladen, unter dem Parkett, zwischen der Wäsche oder in sonstigen Verstecken. Auf diese Banknotenbündel haben es die Diebe abgesehen.

Bargeldbündel locken Diebe und Räuber
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41 Kommentare zu "Auswüchse der Griechenland-Krise: Die Stunde der Diebe"

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  • wenn Sie am Montag "hart aber Fair" gesehen hätten wüssten Sie, das es keine Volksabstimmungen in Deutschlang geben kann, weil der Kleinbürger (netto Steuerzahler) die komplexen Zusammenhänge nicht überschauen und richtig bewerten kann.
    Diese Meinung vertraten jedenfalls der Herr Altmeier von der CDU und der Herr Lambsdorff von der FDP.
    Eine teilnehmende Dame (Name habe ich mir nicht gemerkt /war mir unbekannt, sitzt in Brüssel bei der EU) von den Grünen konnte sich wenigstens für Bürgerbeteiligung "auf Lokaler Ebene" erwärmen

    Fundierte Entscheidungen treffen können in Deutschland nur Politiker, wie z.B. die Grüne Göring-Eckardt, die als Beruf "Politiker" (stimmt wirklich) angibt und wahrscheinlich im ganzen Leben noch nicht abseits einer staatlichen/öffentlichen Stelle beschäftigt war.
    Weiterhin gibt es bei den Abgeordneten so volkswirtschaftlich wichtige Berufe wie z.B. "Islamwissenschafteler" u.ä.

    Nachsehen kann man unter: abgeordnetenwatch.de. Hier kann man z.B. auch das Abstimmungsverhalten einsehen - evtl. ist das irgenwann mal noch von Bedeutung?

    Fazit: also, wenn diese Leute nicht wissen was gut für uns ist. Wer soll es dann wissen?

  • Ganz wichtig > Direkte Demokratie und Mitbestimmung bei politischen Grundsatzfragen wie Eurorettung, Großprojekten, Sozialsystem, grundlegende gesellschaftliche Fragen usw.
    Ich wünsche mir Transparenz bei unseren parlamentarisch gewählten Abgeordneten in Bezug auf Ihre Lobbyistentätigkeiten und Nebeneinkünfte/-beschäftigungen und zusätzlichen Bezüge/Honorare/Vergütungen, damit ich weiss, wer wen bezahlt und welche Interessen und Ziele diese Volksvertreter dann „agendamässig“ verfolgen.
    Ebenso wünsche ich mir eine freie von Wirtschaftsinteressen unabhängige deutsche Medienlandschaft und Medienvertreter mit Anstand und Rückgrat, die sich Ihrer Verantwortung für die gesamte Gesellschaft und ein Europa des friedvollen Zusammenlebens unter fairen Bedingungen bewusst sind. Die sich nicht mit ihrer politischen Führung und Wirtschafts- oder Ideologieinteressen gemein machen und den Bürger nun schon seit Jahren durch einseitige Berichterstattung hinters Licht führen @ BILD!

  • Die Stunde der Diebe!!!
    "vor allem Albaner, Georgier, Ukrainer, Russen, Rumänen und Bulgaren"

    Liberale Einreisepolitik und Schengen lassen grüssen!! Hier in D sieht es ja nicht anders aus. DK und GB sind auf dem richtigen Weg!

  • Lieber Herr Klima,
    innere Aufwertung durch starke Reallohnsteigerungen/Lohnstückkosten in Abhängigkeit von der Produktivität und Einhaltung des in der Währungsunion vereinbarten Inflationsziels.
    Anpassung der Beamtenversorgung in Höhe an die staatlich umlagefinanzierte Rente. Reformierung des Steuerrechts und Streichung der ganzen Ausnahmemöglichkeiten. Einheitlich gesetzlich umlagefinanziertes Kranken- und Rentensystem, in welche alle Bundesbürger prozentual abhängig von ihrem Vermögen (ink. Sachvermögen) und ihren Einnahmen/Einkünften einbezahlen. Erhöhung des Spitzensteuersatzes, Wiedereinführung der Vermögenssteuer (ab 500.000 € bar oder Sachvermögen) auf alle Vermögenswerte im In- und Ausland und an die Staatsbürgerschaft gekoppelt, nicht an den Wohnsitz. Investitionsprogramm des Staates, um die marode Infrastruktur wieder in Schuss zu bringen. Zölle auf Einfuhren, um Unternehmen dazu zu zwingen, wieder verstärkt im Inland zu investieren.
    Abbau der hohen deutschen Importdefizite.
    Verschlankung der Arbeitsagenturen/Jobscenter und Rückbau des Molochs Bundesanstalt für Arbeit, sinnvolle Förder- und Qualifizierungsprogramme für Arbeitslose.
    Beschränkung von Leiharbeit und Anpassung der Entlohnung an tarifvertraglich Beschäftigte.
    Fairer Umgang der Arbeitgeber und Industrieverbände mit ihren Beschäftigten in Bezug auf Arbeitsplatz und Entlohnung. Beschränkung der Spekulation durch Einführung einer Finanztransaktionssteuer und Verbot des Hochfrequenz-Handels der Banken. Verbot von Derivaten, die nicht der Absicherung von realwirtschaftlichen Geschäften dienen. Der Banken- und Finanzmarkt hat rein der Realwirtschaft zu dienen. Ich wünsche mir ein Geldsystem, dass den Wert der geleisteteten Arbeit widerspiegelt und sich Geld nicht mehr nur durch mehr Geld “vermehrt“. Vermögensaufbau muss durch geleistete Arbeit stattfinden, nicht durch Spekulation, Zinseszins und diese Arbeit muss in der Höhe der Entlohnung abhängig vom gesellschaftlichen Nutzen fair bezahlt werden!

  • Zu früh gefreut.

    Das Auslassungszeichen ist der Bösewicht.

  • Ja Donnerwetter, kaum geschrieben, schon funktioniert's.

    Jetzt sind da tatsächlich "", statt dem sonst üblichen apos apos...

  • Diebe sind diejenigen, die als politisch Verantwortliche das Geld der Steuerzahlenden aus der Eurozone in Griechenland verbrennen lassen.

  • Liebe Handelsblättler,
    ich habe einen technischen Verbesserungsvorschlag für Euer Gästebuch:

    Wie wäre es, wenn Ihr es text-technisch zumindest mal auf den Stand eine Commodore C64 bringen würdet, damit man bei Anführungszeichen nicht ständig das nervende "" lesen muss?

  • Sehr geehrter Herr Zinka-Niske,

    wenn man auf einem Erdball ganz weit nach links läuft, dann kommt man rechts wieder raus.

    Ihre Wahrheit basiert auf dem auch von Tsipras und Varoufakis seit Monaten gemachten Versuch, Schuldige zu finden und Feindbilder aufzubauen, wo es keine Feinde gibt.

    Tatsache ist, dass wir seit Jahren wirtschaftliche Effekte verzeichnen müssen, die man Kaufkraftverlust nennt. Es ist vollkommen richtig wie Sie schreiben, dass gerade ärmere Bevölkerungsschichten unter diesen Kaufkraftverlusten zu leiden haben.

    Es hat mich deshalb sehr glücklich gemacht, dass es in unserem Land auch Menschen wie Zierke gibt, die durch signifikante Lohnsteigerungen dafür sorgen, dass in Deutschland die Löhne und Gehälter steigen. Solchen Leuten haben wir zu verdanken, dass unsere Kaufkraft in Deutschland wieder wächst.

    Was mich aber bei vielen "Genossen" doch etwas auf die Palme treibt, ist die Kritiklosigkeit, die man einer Partei wie Syriza entgegenbringt. Es ist mir gestern extrem sauer aufgestoßen, was ich von Gysi hören musste. Kritikloser kann man in den eigenen sehr bedenklichen Ereignisse in Griechenland nicht kommentieren, wie es Gysi tat.

    Unsere Probleme bestehen darin, dass weltweit sehr viele Länder mit niedrigen Löhnen Arbeitsplätze in Europa abziehen, weil sie für einen Bruchteil des Geldes arbeiten.

    Wie wollen Sie das lösen?

    1. Wir können die zweite Runde einläuten und die Sozialsysteme einschränken.
    2. Wir können Einfuhrzölle auf Waren in Asien erheben.
    3. Wir könnten TTIP wahr machen.

    Ich denke Herr Zinka-Nister, dass ich keinen Vorschlag habe, der Ihnen gefallen würde.

    Machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie Sie diese Probleme beheben würden?

  • Im Grunde kann man das alles nicht mehr hören. Verursacher der Griechenlandkrise ist die EU selbst. Warum nun die neue Regierung seit Amtsantritt noch nicht mit entsprechenden Maßnahmen durchgegriffen hat, ist wirklich schleierhaft. Man weiß auch nicht genau, inwieweit uns die Medien belügen. Wenn aber gestern im Bundestag Gisy davon spricht, dass weder Rüstung noch die Reiche4n belangt werden dürfen und der SPD-Chef genau das Gegenteil behauptet, da fragt man sich doch schon, wer lügt denn nun ? Und mit der Demokratie ist es wahrhaftig nicht weit her, wenn bei Plassberg der Journalist Krause sagt, die Regierung Griechenlands sollte man zum Teufel jagen. Was ist das für eine primitive Haltung? Wenn man nicht nach der Pfeife des Systems mehr tanzt, ist alles Demokratie pasee. Das soll das Europa sein von dem immer gefaselt wird ? Das Gelüge, nicht nur um Griechenland, sondern auch in anderen Angelegenheiten, z.B. NSA Spionage, kann man nbicht mehr hören. Insofern wird es allerhöchste Zeit, dass mal einer (Tsipras) kommt, und den Laden aufmischt. Hoffentlich erkennen das auch die Menschen endlich mal.

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