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Autobauer Kritik aus Bulgarien nach Gründung von VW-Tochter in der Türkei

Die Tochtergesellschaft macht den Bau eines VW-Werks in der Türkei wahrscheinlicher. Die Produktionsstätte ist nicht nur in Bulgarien umstritten.
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Da die deutschen Werke auf die Produktion von E-Autos umgestellt werden, plant der Konzern eine Produktionsstätte in der Türkei. Quelle: dpa
Volkswagen

Da die deutschen Werke auf die Produktion von E-Autos umgestellt werden, plant der Konzern eine Produktionsstätte in der Türkei.

(Foto: dpa)

Plowdiw Das EU-Land Bulgarien hat mit Enttäuschung und Kritik auf die Gründung einer Tochtergesellschaft von Volkswagen in der Türkei reagiert, die als weiterer Schritt in Richtung des Bau eines VW-Werkes gilt. „Es war ein außerordentlich ungleicher Kampf mit der Türkei“, sagte Bulgariens Ex-Präsident Rossen Plewneliew, der jetzt Ehrenvorsitzender eines nationalen Verbands in der Autobranche ist, am Donnerstag.

Die Türkei halte sich „in keiner Weise“ an die Regeln des gemeinsamen Marktes, bemängelte Plewneliew einem Bericht des bulgarischen Staatsradios zufolge. Bulgarien habe Volkswagen alles zugesagt, was der Hersteller nach den EU-Regeln erhalten könnte, sagte Plewneliew bei einem Industrieforum in Plowdiw. Auch Bulgarien, das an die Türkei grenzt, soll für den Standort des neuen VW-Werks im Rennen gewesen sein.

Statt Volkswagen werde binnen zwei bis drei Jahren ein anderer großer Autohersteller nach Bulgarien kommen, kündigte Vizepräsident Tomislaw Dontschew an. Bei einem Besuch in Südkorea hatte Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow im September um Investitionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai in dem südosteuropäischen Land geworben.

Bei VW heißt es seit Wochen, der Konzern sei in „finalen Gesprächen“ wegen einer möglichen Fabrik in der Nähe der türkischen Stadt Izmir. Die dort geplanten Modelle wären der neue Passat, der bisher im Werk Emden gefertigt wurde, und der Skoda Superb. Nötig wird das Werk unter anderem, weil VW den Umstieg in die E-Mobilität an deutschen Standorten beschlossen hat.

Kritiker hatten moniert, eine Vergabe des Werks an die Türkei sei nicht mit der Menschenrechtslage in dem Land vereinbar. Auch der EVP-Fraktionschef im Europarlament Manfred Weber (CSU), kritisierte die Pläne von VW. Der Konzern trage „auch eine gesellschaftliche Verantwortung, und gerade angesichts der Einschränkungen der Pressefreiheit muss man sich fragen, ob ein Investment in der Türkei jetzt richtig ist“, sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Mehr: Die anstehende Entscheidung für ein neues VW-Werk löst in der Türkei Begeisterung aus. Das Investment dürfte sich lohnen – trotz der instabilen Lage.

  • dpa
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