Autofahrerland Amerika Teure Fahrt für freie Bürger

Das Autofahrerland Amerika debattiert über ein Tabu: eine Autobahnmaut. Dem Staat wird der Unterhalt der nach deutschem Vorbild gebauten „Freeways“ zu teuer.
  • Katja Ridderbusch
Auf vielen Interstate-Straßen herrscht täglich Stau. Foto: AP

Auf vielen Interstate-Straßen herrscht täglich Stau. Foto: AP

ATLANTA. Die lokale Zeitung von Atlanta empfahl Zugereisten jüngst ein Freizeitvergnügen der besonderen Art: mit 90 Kilometer pro Stunde die Rampe zur „Spaghetti-Junction“ hinaufzubrettern und von oben einen Blick in den Abgrund zu werfen – auf das Autobahnkreuz mit seinen 14 Brücken, das aus der Vogelperspektive wie ein futuristisches Gewirr aus verschlungenen Betonspuren aussieht.

Der Tipp der Lokalpresse mag eine Boshaftigkeit gegenüber Gästen sein – denn die gepriesene Attraktion ist eigentlich nur nachts zu genießen, in den wenigen Stunden, in denen die Stadt zur Ruhe kommt. Ansonsten geht es „stop and go“: 232  000 Autos fahren am Tag über die „Spaghetti-Junction“, den Ort mit der größten Verkehrsdichte in Atlanta.

Geht es nach amerikanischen Politikern, könnte sich der Verkehr bald merklich reduzieren. Die „Spaghetti-Junction“ gehört zum bundeseigenen Autobahnnetz. Bislang war die Benutzung der „Interstates“ fast überall kostenlos. Nun soll eine Maut her – ein bislang undenkbarer Vorgang.

Bis heute gilt das Autobahnnetz als das größte Bauprojekt, das in Amerika je mit Bundesmitteln realisiert wurde: 130 Milliarden Dollar gab der Kongress über die Jahre frei, um die USA mit 75  200 Kilometer Schnellstraßen zu überziehen.

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