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Autohersteller Für GM-Chefin Barra ist die Wahl von Biden zum US-Präsidenten besonders wichtig

GM-Chefin Mary Barra hatte unter Trump eine besonders schwierige Beziehung zum US-Präsidenten. Mit Biden trifft sie im Weißen Haus auf einen alten Bekannten.
09.11.2020 - 14:06 Uhr 1 Kommentar
Die GM-Chefin hat besonders 2018 mit ihren Plänen, gleich mehrere GM-Werke in den USA schließen und 14.000 Stellen streichen zu wollen, den Unmut von Donald Trump auf sich gezogen. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Mary Barra

Die GM-Chefin hat besonders 2018 mit ihren Plänen, gleich mehrere GM-Werke in den USA schließen und 14.000 Stellen streichen zu wollen, den Unmut von Donald Trump auf sich gezogen.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

New York Der Blick von GM-Chefin Mary Barra ist in diesen Tagen weniger auf Detroit als auf Washington gerichtet. Die 58-Jährige wird sich bald auf einen neuen Präsidenten einstellen müssen. Mit Joe Biden trifft die Auto-Managerin einen alten Bekannten, der sich trotz drohender Steuererhöhungen als Alliierter erweisen könnte.

Für fast alle CEOs ist es wichtig, wer im Weißen Haus sitzt. Aber Mary Barra hatte gerade unter Donald Trump eine ganz besonders schwierige Beziehung zum US-Präsidenten. Ob es um den Abbau von Arbeitsplätzen ging, den Umweltschutz oder um Beatmungsgeräte für die Coronakrise: Barra schaffte es, bei Trump innerhalb kürzester Zeit ein Wechselbad der Gefühle auszulösen.

Dieser reagierte mal mit überschwänglichem Lob, mal mit größter Abneigung. Mal war Barra für ihn die Retterin der Stunde, dann wieder die Buhfrau der Nation. Als Trump antrat, saß sie in seinem Expertenrat. Später brachte sie ihn mit Jobabbau in Rage. Nun muss sich Barra mit Biden auf einen neuen, alten Bekannten einstellen, der GM gut kennt, dessen Politik ihr allerdings sowohl schaden als auch nützen könnte.

Joe Biden hat nach der Finanzkrise als Vizepräsident die staatliche Rettung von GM begleitet. Als Barra 2014 zur Vorstandsvorsitzenden des Autokonzerns aufgestiegen war, besuchte er sie auf der Automesse in Detroit und tourte mit ihr durch das GM-Werk.

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    In seinem Wahlkampf in Michigan betonte Biden immer wieder seine Rolle bei der GM-Rettung: „Präsident Obama und ich haben die Autoindustrie gerettet und Michigans Wirtschaft geholfen, sich zu erholen“, tönte er dort. Mit einem knappen Vorsprung sicherte er sich den Bundesstaat in der jüngsten Wahl vor allem dank der Stimmen aus Detroit.

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    „Biden hat GM ebenso wenig gerettet wie irgendeinen anderen Hersteller“, sagt dazu die langjährige Auto-Beraterin und Detroit-Kennerin Rebecca Lindland. Die Rettung sei bereits von der Bush-Administration eingeleitet worden. Lindland mahnt, dass zu Bidens Wahlversprechen auch höhere Steuern und mehr Regulierung gehören, die GM treffen könnten. „Barra wird ihr Bestes tun, um mit der Biden-Administration zu verhandeln, damit der Schaden durch höhere Steuern und mehr Regulierung für die Gewinne gering gehalten wird“, schätzt Lindland.

    Zu Bidens Programm gehören auch massive Investitionen in erneuerbare Energien und batteriebetriebene Autos. Er will nicht nur das Limit für Steueranreize kappen, das GM schon überschritten hat. Er will auch ein landesweites Netz an E-Tankstellen aufbauen. All das dürfte Barra entgegenkommen. Immerhin hat sie bereits 2018 die komplette Umstellung der Palette auf E-Autos angekündigt.

    Damit war die Frau an der Spitze eines der größten Autokonzerne der Welt wieder einmal eine Ausnahmeerscheinung. Zuletzt war sie auch ein vorläufiges Abkommen mit dem E-Laster-Start-up Nikola eingegangen, in den auch Bosch investiert ist. Das liegt zwar derzeit auf Eis, nachdem Investoren dem Nikola-Management schwere Vorwürfe gemacht haben. Aber Barra sagte am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer überraschend guten Quartalszahlen, dass die Verhandlungen weiterlaufen.

    Unter Trump hatte sich Mary Barra an ein ständiges Hin und Her gewöhnt. Als Trump 2017 zum US-Präsidenten gewählt wurde, trat sie noch vor Amtsantritt seinem Beratergremium für Wirtschaftsfragen bei. Den Stab verließ sie jedoch wie viele andere Unternehmenslenker aus Protest gegen Trumps schwache Antwort auf die rassistischen Demonstrationen in Charlottesville schnell wieder.

    Trump mache sie mit Jobabbau wütend

    Richtig wütend machte Barra den Präsidenten allerdings erst mit ihren Plänen im Jahr 2018. Da hatte sie angekündigt, gleich mehrere GM-Werke in den USA schließen und 14.000 Stellen streichen zu wollen. Dabei ging es ihr vor allem um Fabriken, die die kaum mehr gefragten Mittelklasseautos herstellen.

    Doch das passte Trump überhaupt nicht. Schließlich war er mit dem Versprechen angetreten, Arbeitsplätze zu schaffen. „Ich habe gesagt, sie spielt mit der falschen Person“, gab der Präsident damals seine Drohung gegenüber Barra wieder. Sie ließ sich aber nicht von ihrer Strategie abbringen, die auf Elektroautos und SUVs setzt.

    Einen kurzen Lichtblick in ihrem Verhältnis zu Trump gab es im Oktober 2019, als Barra – anders als ihre Kollegen von Ford, Honda und Volkswagen – Trumps lockerere Abgasstandards unterstützte. Trump hatte die strikteren Vorschriften seines Vorgängers Barack Obama rückgängig gemacht. Auch als sie im Frühjahr mit der Produktion von Beatmungsgeräten für Covid-Patienten begann, konnte sie noch einmal punkten.

    Mit Biden dürfte das Verhältnis vielleicht nicht immer einfacher, aber dafür beständiger sein.

    Mehr: General Motors und Nikola: Warum die neue Elektro-Allianz Tesla gefährlich werden könnte

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    1 Kommentar zu "Autohersteller: Für GM-Chefin Barra ist die Wahl von Biden zum US-Präsidenten besonders wichtig"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Besonders wichtig? Das kann schon sein. Barra und die anderen Führer der Autoindustrie verlieren ein engagierten Fürsprecher und müssen sich völlig unwirtschaftlichen Umweltforderungen beugen und ruinöse Importe zulassen. Die US-Automobilindustrie gehört neben der Ölindustrie zu den ganz großen Verlierern dieser Wahl. Und das wird auch letztlich auch Barra ihren Job kosten.

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