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Autoindustrie Grüne fordern Viertagewoche für kriselnde Autobranche

Politik und Wirtschaft wollen heute mit Kanzlerin Merkel über mögliche neue Hilfen für die angeschlagene Autobranche beraten. Die Grünen schlagen eine Verkürzung der Arbeitszeit vor.
08.09.2020 - 05:00 Uhr Kommentieren
Autoindustrie in der Krise: Laut einer aktuellen Umfrage planen 60 Prozent der Zulieferer einen Personalabbau infolge der Coronakrise. Quelle: dpa
Autoproduktion

Autoindustrie in der Krise: Laut einer aktuellen Umfrage planen 60 Prozent der Zulieferer einen Personalabbau infolge der Coronakrise.

(Foto: dpa)

Berlin Der Vizechef der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, hat mit Blick auf die angeschlagene Autoindustrie eine Absenkung der Arbeitszeit für Beschäftigte in der Branche gefordert. „Die Frage ist doch, wie wir es schaffen, dass möglichst wenig Menschen in der Branche entlassen werden, gerade auch bei den Zulieferern“, sagte Krischer dem Handelsblatt. „Ein Weg wäre die Einführung der Viertagewoche bei einem teilweisen Lohnausgleich, damit die Firmen die Zeit haben, sich für die Elektromobilität neu aufzustellen und die Mitarbeiter entsprechend weiter zu qualifizieren.“

Für den Staat wäre nach Einschätzung Krischers ein über zwei bis drei Jahre befristeter Lohnzuschuss „deutlich billiger“, als wenn es mit den angekündigten Entlassungen in der Branche so weitergehe. „Das kann nur eine Übergangslösung sein, es wäre aber ein starkes Zeichen, wenn die Tarifpartner in größerem Umfang diesen Weg beschreiten würden“, sagte der Grünen-Politiker.

Am heutigen Dienstagabend wollen im Kanzleramt Vertreter aus Bund, Ländern und Wirtschaft über mögliche neue Hilfen reden. Bei der Videoschalte soll es dem Vernehmen nach um die Verteilung der im Zukunftspakt vorgesehenen Milliarden gehen, die für den Umbau der Zulieferbranche etwa auf E-Mobilität eingeplant sind.

Weitere Themen des Mobilitätsgipfels sollen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen die Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos und das autonome Fahren sein. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann warnte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass jedes achte Unternehmen in der Branche in der Existenz gefährdet sei.

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    In der Coronakrise und zuletzt im August war der Autoabsatz eingebrochen. Hinzu kommt der Umbau der Autoindustrie auf Elektroautos, was etlichen Zulieferern zu schaffen macht. Hofmann fordert deshalb staatliche Finanzhilfen, die mit privaten Investitionen in Fonds kombiniert werden könnten.

    Streit über Kfz-Kaufprämie

    Der ebenfalls an der Runde beteiligte Verband der Automobilindustrie (VDA) verwies auf eine aktuelle Umfrage, nach der 60 Prozent der Zulieferer einen Personalabbau infolge der Coronakrise planten. Rund die Hälfte dieser Firmen wolle fünf bis zehn Prozent der Stellen streichen. Etwa ein Drittel aller befragten Unternehmen hätten sogar vor, mehr als zehn Prozent des Personals abzubauen.

    CSU-Chef Markus Söder brachte deshalb – ebenso wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und die Gewerkschaften – erneut eine Kaufprämie auch für emissionsarme Verbrennerautos ins Gespräch.

    Der Grünen-Politiker Krischer hält eine solche Kaufprämie für wenig zielführend. Wer jetzt neue Prämien für Verbrenner fordere, widerhole die Fehler aus der Vergangenheit und verhindere den ohnehin anstehenden Wandel der Branche hin zu mehr Elektromobilität. „Ich bezweifele auch, dass viele Kunden sich in der aktuellen Situation einen Neuwagen kaufen würden“, sagte er.

    CDU-Wirtschaftspolitiker wandten sich sowohl gegen Kaufprämien für Kfz mit Verbrennermotoren als auch gegen staatliche Beteiligungen an angeschlagenen Unternehmen. „Sonderprämien für einzelne Branchen lehne ich ab“, sagte der Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU). Wichtiger seien strukturelle Reformen im Steuer- und Arbeitsrecht und ein „Belastungsmoratorium“, damit man es den in der Krise ohnehin leidenden Unternehmen nicht noch schwerer mache, im Wettbewerb zu bestehen.

    „Wir sollten uns intelligentere Wege einfallen lassen, der Branche zu helfen“, sagte auch der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer (CDU), zur Forderung nach neuen Kaufprämien.

    Dagegen forderte CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach neue Kaufanreize: „Ich befürworte eine Klimaprämie für neue Verbrennerfahrzeuge mit modernster umweltschonender Technologie als Teil eines Transformationspaketes, das den industriellen Wandel in Deutschland unterstützt und fördert“, sagte er.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum Forderungen nach neuen staatlichen Autohilfen bei Ökonomen auf Ablehnung stoßen.

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