Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autonome Insel Berater bestätigt Trumps Interesse an Grönland – Ministerpräsident Kielsen erteilt klare Absage

In Grönland und Dänemark löst das Interesse des US-Präsidenten an der Arktis-Insel Kopfschütteln aus. Doch Trump scheint tatsächlich an einem Kauf interessiert zu sein.
Update: 18.08.2019 - 23:15 Uhr Kommentieren
Auf das Gerücht aus den USA reagierte Kielsen diplomatisch. Quelle: imago/Ritzau Scanpix
Ministerpräsident Kim Kielsen (vorne links im Bild)

Auf das Gerücht aus den USA reagierte Kielsen diplomatisch.

(Foto: imago/Ritzau Scanpix)

Stockholm Kim Kielsen hatte sicher nicht damit gerechnet, das mal klarstellen zu müssen: „Selbstverständlich steht Grönland nicht zum Verkauf“, twitterte der grönländische Ministerpräsident am Wochenende.

Es war eine Reaktion auf Meldungen Ende vergangener Woche, dass US-Präsident Donald Trump angeblich an einem Kauf der größten Insel der Welt interessiert sei. Bodenschätze und die strategisch wichtige Lage der Insel hätten das Interesse von Trump geweckt, hieß es. Obwohl das Weiße Haus das Interesse der USA an Grönland zunächst nicht bestätigt hat, sah sich Kielsen genötigt zu reagieren: „Grönland ist offen für Handel und Zusammenarbeit mit anderen Ländern inklusive der USA“, sagte Kielsen.

Dass der 52-Jährige so diplomatisch blieb, ist nicht selbstverständlich. Kielsen ist bekannt dafür, dass er auch schon mal aufbrausen kann. Der Sozialdemokrat gilt als glühender Verfechter der vollständigen Autonomie. Bislang bestimmt der Inselstaat über grönländische Angelegenheiten, für die Verteidigungs- und Außenpolitik ist jedoch das Mutterland Dänemark verantwortlich. Auch Königin Margrethe II., die als dänische Monarchin auch Staatsoberhaupt Grönlands ist, sitzt in Kopenhagen.

Inzwischen hat ein Berater des US-Präsidenten offiziell bestätigt, dass Trumps Interesse an Grönland durchaus ernst gemeint sei. Der Präsident kenne sich mit Immobiliengeschäften aus, zudem habe bereits Präsident Truman während seiner Amtszeit Interesse an Grönland bekundet. „Dänemark besitzt Grönland. Dänemark ist ein Verbündeter, Grönland ein strategischer Ort. Und sie haben eine Menge wertvoller Mineralien“, sagte Wirtschaftsberater Larry Kudlow dem US-Sender Fox. Trump selbst sprach am Sonntag vor Journalisten von einem „strategischen Interesse“ an Grönland.

Bei dem seltsamen Angebot aus den USA sind sich das Mutterland und die ferne Region jedoch einig. Der ehemalige dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen bezeichnete das angebliche Interesse an einem Kauf Grönlands auf Twitter als „Aprilscherz“. Der Vorsitzende der dänischen Konservativen, Rasmus Jarlov, ließ keinen Zweifel an seiner Haltung: „Forget it.“

Seit Sonntag besucht Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen ihren grönländischen Amtskollegen Kielsen. Das Treffen in Grönland ist seit Langem geplant, Trumps Gedankenspiele werden bei den Gesprächen wohl keine Rolle spielen.

Es gibt andere Themen: Kielsen will eine größere Unabhängigkeit von Dänemark. Zu einem Treffen mit Trump wird es später im Jahr aber auch noch kommen. Am 2. und 3. September wird der US-Präsident in der dänischen Hauptstadt zu einem offiziellen Besuch erwartet. Zu den Gästen zählt auch Kielsen.

Mehr: Das Interesse an Grönland erinnert an das an der Arktis. Bei der Erschließung des hohen Nordens konkurrieren die USA mit Russland.

Startseite

Mehr zu: Autonome Insel - Berater bestätigt Trumps Interesse an Grönland – Ministerpräsident Kielsen erteilt klare Absage

0 Kommentare zu "Autonome Insel: Berater bestätigt Trumps Interesse an Grönland – Ministerpräsident Kielsen erteilt klare Absage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.