Autopsie Früherer Putin-Berater Lessin starb gewaltsam

Der frühere Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Michail Lessin, ist laut einem US-Gutachten gewaltsam ums Leben gekommen. Russische Medien hatten einem Herzanfall als Ursache angegeben.
Putins früherer Medienberater Michail Lessin ist laut einer Autopsie gewaltsam gestorben - und nicht wie bisher angegeben an einer Herzschwäche. Quelle: Reuters
Wladimir Putin

Putins früherer Medienberater Michail Lessin ist laut einer Autopsie gewaltsam gestorben - und nicht wie bisher angegeben an einer Herzschwäche.

(Foto: Reuters)

WashingtonDer tot in einem Hotelzimmer in Washington aufgefundene Ex-Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Michail Lessin, starb gewaltsam. Dies hätten Ergebnisse einer Autopsie der Leiche von Lessin ergeben, bestätigte Polizeisprecher Hugh Carew am Donnerstag. Todesursache war demnach stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf. Außerdem führe der Bericht Verletzungen an Nacken, Oberkörper, Armen und Beinen an. Die Polizei werde in dem Fall jedoch weiter ermitteln, sagte Carew.

Nachdem Lessin im November im noblen Doyle Dupont Circle Hotel tot aufgefunden wurde, hatten russische Medien einen Herzinfarkt als Todesursache angegeben. Dabei beriefen sie sich auf seine Angehörigen. Lessin wurde 59 Jahre alt.

Putin hat den „Gang des Schützen“
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Der etwas steif wirkende rechte Arm des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Wissenschaftlern zufolge mitnichten ein erstes Anzeichen für Parkinson – vielmehr könnte er auf das intensive Schießtraining beim früheren Geheimdienst KGB zurückgehen. Eine Gruppe von Neurologen geht in der am Dienstag veröffentlichten ungewöhnlichen Studie der Frage nach, warum Putins linker Arm beim Laufen locker mitpendelt, der rechte Arm aber relativ steif am Körper anliegt.

Skurrile Thesen in der Weihnachtszeit
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Das „British Medical Journal“ veröffentlicht jedes Jahr um die Weihnachtszeit Studien mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und skurrilen Thesen. Studienleiter Bastiaan Bloem betonte aber gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Das ist eine ungewöhnliche Studie, aber sie hat eine sehr ernsthafte Botschaft.“ Denn es gebe bereits zahlreiche Spekulationen über den steifen Arm des russischen Präsidenten, unter anderem einen Schlaganfall oder eine Lähmung wegen einer Zangengeburt. „Wir stellen sehr vorsichtig neue Hypothesen in den Raum“, erklärte Bloem.

Der „Gang des Schützen“
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Die Forscher kamen deswegen auf eine andere Hypothese: Die Armbewegungen des Präsidenten gehen auf seine Zeit beim einstigen sowjetischen Geheimdienst KGB zurück, wo Agenten intensiv an der Waffe ausgebildet wurden. Die Neurologen besorgten sich ein „Ausbildungs-Handbuch von früheren KGB-Mitarbeitern“ und fanden dort Anweisungen, dass Agenten beim Laufen ihren Arm immer am Körper angelegt halten müssen - damit sie gegebenenfalls schnell ihre Waffe ziehen können. Die entsprechende Gangart bezeichneten die Wissenschaftler als „Gang des Schützen“.

Wie ein Cowboy
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„Wir haben andere Beispiele gefunden, bei denen ein minimalistisches Pendeln eines Arms mit dem Umgang mit Waffen zusammenhängt“, schrieben die Forscher. „Die Cowboys in Wildwest-Filmen bewegen ihren rechten Arm häufig nur wenig.“

Parkinson?
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„Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die Parkinsonkrankheit“, schreiben die Wissenschaftler aus Portugal, Italien und den Niederlanden, die eine Reihe von YouTube-Videos mit Putin auswerteten, in der im Fachmagazin „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichten Studie. Denn asymmetrische Armbewegungen seien eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung des zentralen Nervensystems. Allerdings gibt es bei Putin keinerlei andere Parkinson-Symptome, etwa zitternde Hände oder eine schlechte Koordination von Armen und Beinen. Die Neurologen betonten zudem das große Geschick des 63-Jährigen in der Kampfsportart Judo.

Nachahmer
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Mit der sehr ähnlichen Gangart von Putins Regierungschef Dmitri Medwedew befassten sich die Forscher übrigens auch. Hier liegt der Fall weniger klar, denn Medwedew erhielt keine militärische Ausbildung. Die Wissenschaftler mutmaßen: Womöglich will Medwedew einfach nur seinen Chef nachahmen.

Lessin war von 1999 bis 2004 Presseminister unter Präsident Putin und in den folgenden fünf Jahren sein Medienberater. Kritikern zufolge spielte er eine wesentliche Rolle bei der Knebelung unabhängiger Medien in Russland. Zudem wirkte Lessin an der Gründung des englischsprachigen Nachrichtendienstes „Russia Today“ mit.

  • ap
  • dpa
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