Balkan-Staat Serben für Auflösung von Bosnien-Herzegowina

„Die beste Reform für dieses Land wäre, wenn wir friedlich auseinandergingen“, sagt Milorad Dodik Präsident des serbischen Landesteils von Bosnien-Herzegowina. Eine Aussage mit Sprengkraft.
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Milorad Dodik: „Wir wollen nicht organisiert sein wie im heutigen Staat.“ Quelle: AFP

Milorad Dodik: „Wir wollen nicht organisiert sein wie im heutigen Staat.“

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SarajevoNach den gewaltsamen Demonstrationen in der letzten Woche in Bosnien-Herzegowina haben die Serben die Auflösung dieses Balkanstaates vorgeschlagen. „Die beste Reform für dieses Land wäre, wenn wir friedlich auseinandergingen“, sagte der Präsident des serbischen Landesteils, Milorad Dodik, nach übereinstimmenden Zeitungsberichten am Freitag: „Wir wollen nicht organisiert sein wie im heutigen Staat.“

Auch den Kroaten müsse erlaubt werden, einen eigenen Staat innerhalb Bosniens zu gründen, verlangte Dodik weiter. Am Ende werde es dann einen serbischen (Republika Srpska), einen kroatischen (Herceg-Bosna) und einen muslimischen Staat (Bosna) geben. Diese drei selbstständigen Länder könnten dann eine Konföderation bilden, schlug er vor. „Das wäre das Beste für Europa, für Bosnien und für jeden Menschen, der hier lebt.“

Bisher müssen sich die muslimischen Bosniaken, die knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung stellen, eine Landeshälfte mit den Kroaten (12 Prozent) teilen. Die Serben machen rund ein Drittel aller 3,8 Millionen Einwohner aus. Nach dem Bürgerkrieg (1992-1995) war mit dem Friedensvertrag von Dayton ein äußerst komplizierter Staatsaufbau geschaffen worden, der seit vielen Jahren wegen des Streits der drei Völker nicht funktioniert.

Neben den beiden Landesteilen gibt es noch elf fast autonome Kantone. Der Bundesstaat hat nichts, die regionalen und lokalen Politikfürsten alles zu sagen. Die bis ins Mark korrupte Verwaltung verschlingt fast das gesamte Staatsbudget. Durch kriminelle Privatisierung ist die Industrie zerstört, die Infrastruktur liegt am Boden. Je nachdem wie man rechnet, sind ein Drittel oder sogar noch mehr Menschen ohne Arbeit.

  • dpa
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