Bangladesch 17 Strafanzeigen wegen Rana-Plaza-Einsturz

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch vor mehr als einem Jahr hatte die Welt erschüttert. Mehr 1100 Menschen starben. Gegen Produzenten, Architekten und Ingenieure gibt es jetzt Strafanzeigen.
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Nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza im April 2013. Quelle: Reuters

Nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza im April 2013.

(Foto: Reuters)

DhakaMehr als ein Jahr nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 1100 Todesopfern haben Ermittler 17 Strafanzeigen gestellt. Die Anti-Korruptions-Behörde reichte am Sonntag Anzeigen gegen zwei Eigentümer des neunstöckigen Gebäudes nahe Dhaka sowie gegen drei Textilproduzenten, mehrere Architekten, Ingenieure und Verwaltungsbeamte ein. Ihnen wird vorgeworfen, den ursprünglich als Einkaufszentrum geplanten Gebäudekomplex illegal in ein Zentrum für Textilfabriken umgewandelt zu haben.

Rana Plaza sei von der Stadtverwaltung von Savar nahe Dhaka ursprünglich als sechsstöckiges Einkaufzentrum genehmigt worden, sagte ein Behördensprecher. Die Eigentümer hätten jedoch später auf illegale Weise die Genehmigung zur Umwandlung in ein zehnstöckiges Gebäude erlangt. Der Bürgermeister, Verwaltungsbeamte, Architekten und Eigentümer hätten sich "an keine der Bauvorschriften des Landes gehalten", indem sie das Gebäude aufgestockt und in einen Fabrikkomplex mit schweren Maschinen verwandelt hätten, sagte der Sprecher.

Am 24. April 2013 war der Rana-Plaza-Fabrikkomplex eingestürzt. 1138 Textilarbeiter kamen ums Leben, mehr als 2000 weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche westliche Firmen hatten in den fünf Fabriken in dem Gebäude Kleider nähen lassen. In Bangladesch werden Textilarbeitern nur geringe Löhne gezahlt. Ermittlungen zufolge stürzte das Gebäude unter dem Gewicht der ungenehmigten Stockwerke und schwerer Maschinen ein.

Sollten die 17 Beschuldigten wegen Verstoßes gegen das Baurecht sowie Korruption verurteilt werden, drohen ihnen bis zu sieben Jahre Gefängnis. Gegen Dutzende weitere Verdächtige laufen in dem Fall Ermittlungen wegen Mordes.

Die Näherinnen von Bangladesch
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Trauer um die Toten: Vor der Fabrik Rana Plaza demonstrieren die Angehörigen. Sie warten noch immer auf Entschädigung.

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„Rana Plaza, never again“: Ein Unglück wie das in der Rana-Plaza-Fabrik soll sich niemals wiederholen, fordert die Gewerkschaft.

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Stolz, ein Gewerkschaftsmitglied zu sein: Die Organisation hat die Anhebung des Mindestlohns durchgesetzt.

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Die Erinnerungen an das Unglück sind immer noch frisch – hier zeigen Demonstranten Fotos ihrer verstorbenen Angehörigen.

Einsturzstelle
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Hier stand die eingestürzte Fabrik.

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Ein Denkmal vor der Einsturzstelle in Savar erinnert an das Unglück.

Fabrik in Bangladesch
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Nähen für 49 Euro im Monat: Die Fabriken sind gerade für Frauen oft die einzige Gelegenheit, Arbeit zu finden.

  • afp
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