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Bank Melli Iran Telekom stellt iranischer Bank in Hamburg die Telefone ab

Obwohl Berlin und Brüssel die US-Sanktionen gegen den Iran ablehnen, handelt die Deutsche Telekom. „Wir sind fast lahmgelegt“, berichtet der Niederlassungsleiter der Bank Melli Iran.
Update: 22.11.2018 - 18:53 Uhr 1 Kommentar
Telekom stellt iranischer Bank in Hamburg die Telefone ab Quelle: picture-alliance/ dpa
Hamburger Niederlassung der Bank Melli Iran

Die Arbeit der Bank wird erheblich blockiert.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

BerlinObwohl EU und Bundesregierung die US-Sanktionen gegen den Iran ablehnen, befolgen deutsche Firmen diese. So stellte laut einem dem Handelsblatt vorliegenden Schreiben die teilstaatliche Deutsche Telekom der in Hamburg ansässigen Bank Melli Iran (BMI) die Telefon- und Internetleitungen ab. BMI hat eine deutsche Banklizenz und die Zahlungen an die Telekom bereits im Voraus geleistet.

Die Telekom begründet ihr Handeln damit, dass „wir davon ausgehen müssen, dass Sie keine Zahlungen mehr bewirken“ können. Die Arbeit der Bank, die zwar auf der US-Sanktionsliste steht, aber nicht in Deutschland und der EU sanktioniert wird, wird damit erheblich behindert.

Die allermeisten deutschen Banken nehmen kein Geld von der Bank Melli oder der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIH) in Hamburg mehr für ihre Kontokunden an – obwohl die Bundesbank gesetzlich zur Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs verpflichtet ist und die Banken keinen Sanktionen in Europa unterliegen.

„Wir sind mittlerweile fast lahmgelegt“, berichtete Helmut Gottlieb, Geschäftsleiter der Bank Melli Hamburg, dem Handelsblatt. Ein Schreiben an den Vorstand der Bundesbank, in dem das Institut darauf hinweist, dass es nach Inkrafttreten der US-Sanktionen am 5. November keine Gehälter, Sozialabgaben und Verwaltungsaufwendungen wie Telefon mehr überweisen könne, ließ die deutsche Notenbank unbeantwortet.

Die Deutsche Telekom teilte auf Anfrage mit, sich „mit Blick auf die Sensibilität in den Beziehungen zum Iran weltweit“ entschieden zu haben, „exponierte Geschäfte mit iranischen Unternehmungen in Deutschland zu beenden“.

Die Telekom, die zu 14,5 Prozent im Besitz der Bundesrepublik und zu 17,4 Prozent im Besitz der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist, hat mit T-Mobile ein starkes Geschäft in den USA. Der in Berlin sitzende US-Botschafter Richard Grenell zeigte sich „sehr zufrieden, dass die deutschen Unternehmen sich entschieden haben, die US-Sanktionen zu befolgen“. Das sagte Grenell in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Informationen des Handelsblatts aus deutschen Unternehmenskreisen müssen zahlreiche deutsche Firmen wöchentlich der US-Botschaft Bericht erstatten, wie sie die Iran-Sanktionen von US-Präsident Donald Trump umsetzen.

Bundesregierung und Europäische Union lehnen die US-Sanktionen und den amerikanischen Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran ab. Um den Handel mit dem Land weiter sicherzustellen will die EU eine Zweckgesellschaft aufbauen, die unter Umgehung des US-Finanzsystems eine Art Tauschhandel organisiert. Iran droht für den Fall, dass die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Nuklearabkommen nicht im Land ankommen, mit der Wiederaufnahme seines Atomprogramms.

Allerdings schwindet in Teheran gerade massiv das Vertrauen in Europas Initiative: „Wir sind überzeugt, dass Europa den Wunsch hat, gegen diesen neuen Akt illegalen Handelns der USA anzutreten. Aber ob die Europäer diesen Wunsch auch erfüllen, werden wir sehen“, sagte Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif dem Handelsblatt.

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1 Kommentar zu "Bank Melli Iran: Telekom stellt iranischer Bank in Hamburg die Telefone ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Irgendwie finde ich es für deutsche Firmen beschämend und erniedrigent, wenn es stimmt, das der amerikanischen Regierung wöchentlich berichtet werden muß. Ich kann es langsam durchaus nachvollziehen, das auch in Europa und auch in Deutschland die Populisten immer mehr Zusruch gewinnen.

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