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Banken-Sanktionen Angst vor dem russischen Bumerang

Die USA überlegen, alle russische Banken auf eine schwarze Liste zu setzen. In der EU stoßen die Pläne auf Sympathie. Doch Ökonomen warnen: Eine solche Maßnahme könnte dramatische Folgen für die Märkte nach sich ziehen.
12 Kommentare
Russische Flagge: Banken-Sanktionen gegen alle russischen Institute, könnten wie ein Bumerang auch die europäischen Finanzmärkte treffen, meinen Ökonomen. Quelle: AFP

Russische Flagge: Banken-Sanktionen gegen alle russischen Institute, könnten wie ein Bumerang auch die europäischen Finanzmärkte treffen, meinen Ökonomen.

(Foto: AFP)

Berlin Ökonomen in Deutschland fürchten „dramatische Folgen“ für die europäischen Finanzmärkte, sollte die EU im Zuge weiterer Sanktionen alle russischen Banken auf eine schwarze Liste setzen. „Kommt es  zur Kappung der Finanzierungs- und die Finanzflüsse zwischen Russland und den Ländern der Europäischen Union, möglicherweise auch den USA, müssten die Zentralbanken in jedem Fall sehr wachsam sein“, sagte die Forschungsdirektorin Finanzmärkte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Dorothea Schäfer, Handelsblatt Online. „Die Gefahr liegt  insbesondere darin, dass die Geldflüsse abrupt gestoppt werden könnten, und zwar sowohl der Fluss von EU-Geldern nach Russland, als auch der Fluss von russischem Geld in die EU.“

Denn hinter den Geldflüssen steckten häufig Finanzierungen oder Investitionen, die in der Regel bereits vertragsmäßig vereinbart seien, sagte Schäfer weiter. „Die Banken in der EU müssten also sehr schnell nach Ersatzgeldgebern suchen, was wegen dem immer noch nicht gut funktionierenden Interbankenmarkt nicht ganz einfach sein dürfte.“ Für die russischen Banken gelte das „sicherlich“ verschärft.

Nach Einschätzung von Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums (BFZ) entstehe der Schaden immer auf beiden Seiten und sei langfristiger Natur. „Die Russen werden sich in Zukunft sehr genau überlegen, wo sie ihr Geld anlegen, ob es weltweit nicht auch Banken gibt, wo es vor Europäern und Amerikanern sicher ist“, sagte Gerke Handelsblatt Online. Vielleicht sei Russland der Hauptgeschädigte. „Unterm Strich hat davon keiner einen Nutzen.“ Politische Fragen dieser Art löse man nicht durch „Verlegenheitsaktionen“, mit denen man den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht direkt treffe. Putin habe seine Position sogar stabilisiert. „Die westliche Welt unterschätzt den Stolz der Russen und auch das Gefühl der Russen, dass die Krim eigentlich urrussisch ist“, so Gerke.

Hintergrund sind Äußerungen des Spitzenkandidaten der konservativen Parteien bei der Wahl zum Europaparlament, Jean-Claude Juncker. „Wenn wir die Finanzierungs- und die Finanzflüsse zwischen Russland und den Ländern der Europäischen Union, möglicherweise auch der USA kappen, dann wird dies Wirkung zeigen“, hatte Juncker im Deutschlandfunk gesagt. Vor allem die russischen Oligarchen hätten jedes Interesse daran, dass diese Finanzflüsse bestehen bleiben, sagte Juncker weiter. „Ich hielte Sanktionen im Finanzbereich für die geeigneteren, wenn es denn dazu kommen müsste, dass wir in Stufe drei der Sanktionen eintreten müssen.“ 

Der Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte hält ein solches Vorgehen für fatal. „Insgesamt wären die Folgen der Maßnahme dramatisch“, sagte Otte Handelsblatt Online. Mit Blick auf Juncker fügte er hinzu, dieser sei „immer schnell bei der Hand, mit moralischen Obertönen Maßnahmen zu fordern, die vielleicht auch versteckte Industriepolitik für Luxemburg“ seien. Banken-Sanktionen gegen Russland würden Deutschland, „das auch einen ausgeprägten Handel mit Russland hat und diesen ausbauen sollte, und die Schweiz wahrscheinlich härter treffen als Luxemburg“.  Damit hätte Luxemburg einen Wettbewerbsvorteil.

Der Handelsblatt Expertencall
USA prüfen „weite Bandbreite“ von Maßnahmen
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12 Kommentare zu "Banken-Sanktionen: Angst vor dem russischen Bumerang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Am Freitag stoppten zudem Visa und Mastercard Zahlungsdienste für die Kunden einiger russischer Banken. "

    Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob diese "großen" Kreditkartenunternehmen nicht ebenfalls als systemrelevant zu kennzeichnen und der EZB-Aufsicht zu unterwerfen sind?

    Geht man von der Annahme aus, dass die Zentralbanken den Bargeldumlauf immer mehr zurückdrängen, steigt die Abhängigkeit von solchen Kreditkartenunternehmen stark an. Derartige Unternehmen dann einzig der "Dienstaufsicht" der USA zu überlassen, kann wohl für ein Land "tödlich" sein.

    Ungeachtet dessen darf man wohl feststellen, dass der Zusammenbruch eines derartigen Unternehmens aus Sicht eines betroffenen Landes von der Bedeutung weit aus größer aus der Zusammenbruch einer Raiffeisen-Volksbank in Hintertupfingen einzuschätzen ist.

    Das Beispiel beschreibt nichts anderes als die Unfähigkeit der politisch Verantwortlichen in Sachen Finanzstabilität. Für Ausnahmen (Bundesbank) entschuldige ich mich im voraus.

  • Zitat : Hintergrund sind Äußerungen des Spitzenkandidaten der konservativen Parteien bei der Wahl zum Europaparlament, Jean-Claude Juncker. „Wenn wir die Finanzierungs- und die Finanzflüsse zwischen Russland und den Ländern der Europäischen Union, möglicherweise auch der USA kappen, dann wird dies Wirkung zeigen“, hatte Juncker im Deutschlandfunk gesagt.

    - Flunker hat wieder mal zu tief ins Glas geguckt !

    Aber nur so läßt sich das Dasein in dieser EUtopia auch ertragen.

  • BRAVO

  • Dieser Juncker wird langsam lästig. Er hat sich zu einem regelrechten Hetzer und Despoten entwickelt! Dem sollte man mal die Daumenschrauben anlegen und seiner dummen Tussi V. Reding gleich mit!! Die bevormunden und schaden Deutschland unermesslich!

  • Mehr muss man über die westliche Propaganda nicht sagen. Auch wenn dieser Link gelöscht wird, können sich die Redakteure wenigstens ihrer selbst und ihres Verrates an ihrem Beruf schämen.
    http://www.youtube.com/watch?v=ft5fYfuWgAk

  • Juncker gehört sicherlich zu den Korrupten im Brüsseler Diktatclan. Die Bürger dürfen solche Verräter niemals wählen.

  • Will der Westen Krieg?

    Sanktionen gefährden am Ende das globale Schuldgeldsystem. - Kommt es zur Eskalation?

    Die Angst vor einer Eskalation auf der Krim (welche im Westen geschürt wurde), war erwartungsgemäß unbegründet. Allerdings ist das komplette Vorgehen von EUDSSR und NATO ( Nord Atlantik Terror Organisation ) in der Ukraine ein gutes Beispiel des neuen westlichen "Demokratieverständnisses".

    Es wird dabei mit Milliarden geholfen, einen demokratisch vom Volk gewählten Präsidenten mit Hilfe rechter Schläger (und aller Voraussicht auch Mördern unter den Scharfschützen) zu putschen, danach installiert man eine EU-freundlich gesonnene "Übergangsregierung".

    Einer demokratischen Volksabstimmung der autonomen Region Krim aber verweigert man die Anerkennung!

    Recht ist, was der Westen meint?

    In seiner gestrigen Rede hat Putin explizit die Deutschen erwähnt. Wir sollten nicht vergessen, dass Russland den Weg für die Wiedervereinigung frei gemacht habe, während mindestens zwei unserer Verbündeten dagegen waren (Frankreich und GB, während die USA wegen der Aussicht auf Machterweiterung nach Osten dafür waren). Eine Vorraussetzung war, dass die NATO ( Nord Atlantik Terror Organisation ) nicht nach Osten vorrückt, was bereits wenige Jahre später gebrochen wurde!

    Die Vorkommnisse haben bereits gezeigt, dass Deutschland kein souveränes Land ist und sich trotz wichtiger Handelsbeziehungen zu Russland politisch auf den Scharfmacherkurs von EU und den USA einlässt. Wir hoffen sehr, dass bald Vernunft einkehrt, jedoch glauben wir aufgrund der Fragilität des US-Dollar-Papiergeldsystems nicht daran.

    Man braucht und WILL diesen Konflikt mit Russland. Leider.

    Das schwerste Vergehen der gleichgeschalteten West Propagandamedien gegen ihr Publikum ist denn auch der dauernde und fortgesetzte Friedensverrat, mit dem die Bevölkerung gegen Russland aufgehetzt und in den Krieg geführt wird!

    Die Journalisten stehen nicht in Studios, sondern hocken in geistigen Schützengräben und

  • Was soll diese medialen Hetzkampagne gegen Russland?

    Mit Hilfe seiner folgsamen, aber dummen NATO-Hiwis treibt Washington die Situation in der Ukraine näher an den Krieg.

    Die deutsche Kanzlerin hat gegenüber ihrem Land, gegenüber Europa und gegenüber dem Frieden auf der Welt versagt. Deutschland ist die Stärke der EU und der NATO. Hätte US Marionette Merkel "Nein" gesagt zu Sanktionen gegenüber Russland, so wäre dies das Ende der Krise gewesen, die Washington zusammenbraut, einer Krise, die kaum zu Ende gehen dürfte, ohne dass es zu einem Krieg kommt.

    Aber US Marionette Merkel hat die Souveränität des deutschen Staates abgetreten und das Schicksal Deutschlands als einer Provinz im amerikanischen Weltreich besiegelt.

    Washingtons vermurkster ukrainischer Staatstreich hat Washington die Krim gekostet, auf die Washington es in erster Linie abgesehen hatte, um Russland seiner Marineanlagen am Schwarzen Meer zu berauben.

    Zusätzlich droht der vermurkste Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine auch den Verlust der russischen Städte der östlichen Ukraine mit sich zu bringen. Wie die Krim besteht die östliche Ukraine aus ehemals russischen Gebieten, die Chrustschow in den 1950ern der Ukraine angeschlossen hat.

    Das schwerste Vergehen der gleichgeschalteten West Propagandamedien gegen ihr Publikum ist denn auch der dauernde und fortgesetzte Friedensverrat, mit dem die Bevölkerung gegen Russland aufgehetzt und in den Krieg geführt wird.

    Die Journalisten stehen nicht in Studios, sondern hocken in geistigen Schützengräben und versprühen ihr Gift über das informationelle Schlachtfeld. Gegenüber ihren Lesern und Zuschauern (also ihren Kunden) empfinden sie nicht die geringste Verantwortung und haben keinerlei Skrupel, sie in einen tödlichen Krieg zu treiben. Menschenleben sind ihnen – anders als sie permanent glauben machen wollen – keinen Pfifferling wert.

  • Deutsche Politiker waren schon immer sehr gut darin, sich selbst zu zerstören, koste es, was es wolle! Was für Dilettanten? Und wer Verträge mit einer kriminellen Regierung in der Ukraine macht, ist selbst kriminell. Man musste die Neuwahlen abwarten. So ist die Provokation noch größer.

  • Juncker ist doch derjenige, der sagte, dass man das Volk ruhig beluegen sollte. Ehe jemand die Luegen entdeckt hat und protestiert, haette man die auf Luegen basierenden Entschluesse und Gesetze bereits rechtskraeftig fest gezurrt.

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